Rhein-Badeverbot: Rodenkirchener Politiker macht Dampf und fordert sichere Badestellen – etwa ein Flussbad.
Badeverbot im RheinKölner Politiker macht Dampf: Ist DAS die Lösung?

Copyright: Torsten Ilg / KSG Pressefoto
Der Eingangsbereich zu einem möglichen Flussbad in Rodenkirchen. Montage mit künstlicher Intelligenz (ChatGBT).

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Das Rhein-Badeverbot sorgt weiter für heiße Diskussionen. Während das Ordnungsamt am Pfingstwochenende gleich drei Badegäste erwischte und ihnen nun Bußgelder von bis zu 1000 Euro drohen, meldet sich jetzt ein Kölner Lokalpolitiker mit deutlichen Worten zu Wort.
Torsten Ilg, Bezirksvertreter der Kölner StadtGesellschaft (KSG) in Rodenkirchen, lässt kein gutes Haar am pauschalen Badeverbot der Stadt Köln. Sein Urteil ist knallhart: „Ein pauschales Badeverbot wird in der Realität nicht funktionieren. Die Menschen werden bei zunehmender Hitze trotzdem in den Rhein gehen. Das kann niemand ernsthaft verhindern.“
Vorbild Schweiz: Sichere Badezonen statt Verbotsschilder
Ilg geht noch weiter. Der KSG-Politiker kritisiert, dass Köln schlicht nicht das Personal hat, um das Verbot wirksam durchzusetzen: „Die Mitarbeiter von Ordnungsamt und Rettungsdiensten arbeiten schon jetzt am Limit. Köln hat weder genug Personal noch die Ressourcen, um kilometerlange Rheinufer dauerhaft zu überwachen.“
Ähnlich sieht das die Stadt selbst. „Klar ist: Das Ordnungsamt kann nicht immer und überall gleichzeitig sein – aber man muss immer und überall mit Kontrollen des Ordnungsamtes rechnen. Diese Kontrollen dienen dazu, den Menschen klarzumachen, dass der Rhein ein lebensgefährliches Gewässer ist und dass das Baden im Rhein tödlich enden kann“, erklärte der Stadtsprecher.
Seit mehreren tödlichen Unfällen hat der Kölner Stadtrat im September 2025 das Badeverbot beschlossen. 60 Hinweisschilder in mehreren Sprachen wurden aufgestellt. Schon wer absichtlich bis über die Knöchel im Rhein steht, begeht einen Verstoß – und riskiert bis zu 1000 Euro Bußgeld.
Die KSG will Verbote nicht einfach nur kritisieren – sie hat auch eine Lösung parat. Ilg und seine Wählergruppe fordern schon länger sichere, überwachte Flussbadestellen nach Schweizer Vorbild. Dort ermöglichen abgegrenzte Schwimmbereiche und gezielte Sicherheitsmaßnahmen das kontrollierte Baden auch in Fließgewässern – mit Erfolg.

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So könnte ein mögliches Flussbad in Rodenkirchen aussehen. Montage mit künstlicher Intelligenz (KI).
Wie so etwas aussehen könnte, zeigen Fotos, die mit künstlicher Intelligenz (KI) hergestellt wurden und ein Flussbad am Rhein zeigen.
Ilg bringt es auf den Punkt: „Sicherheit entsteht nicht durch Schilder oder Bußgelder allein. Wir brauchen sichere Badestellen, Aufklärung und vernünftige Konzepte statt Symbolpolitik.“
Die FDP/KSG-Fraktion in Rodenkirchen möchte prüfen lassen, ob die Rodenkirchener Riviera langfristig Standort eines sicheren Flussbades werden könnte.

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So sieht die Rodenkirchener Riviera aktuell aus.
Mit einer Anfrage an die Verwaltung bittet die Fraktion um eine Einschätzung der technischen, rechtlichen und sicherheitsrelevanten Voraussetzungen sowie möglicher Planungen im Zusammenhang mit einer Olympiabewerbung für 2036.
Hintergrund sind die Erfahrungen der Olympischen Spiele in Paris, bei denen Schwimm- und Triathlonwettbewerbe in der Seine ausgetragen wurden. Auch andere internationale Beispiele zeigen, dass urbane Flüsse nutzbar gemacht werden können.
„Der Rhein ist heute kein sicheres Badegewässer. Dennoch sollten wir prüfen, ob das Baden im Fluss durch moderne Sicherheitskonzepte und technische Lösungen künftig möglich wäre. Die Chance auf Fördermittel im Zuge der Olympiabewerbung Kölns, würde die Rodenkirchener Uferpromenade deutlich aufwerten und zu einem Highlight machen“, erklärt Torsten Ilg.
Die Anfrage wird in der Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 22. Juni 2026 beraten.
