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„Ich will hier ausziehen“Das sind die 100 extremen Lärm-Hotspots in Köln

Blick auf die Luxemburger Straße: Hier ist es am lautesten (Archivbild).

Copyright: Martina Goyert

Blick auf die Luxemburger Straße: Hier ist es am lautesten (Archivbild).

Aktualisiert:

Autobahnen, die in Parks zu hören sind. Frachtmaschinen im Minutentakt. Raser, die nachts durch Wohnstraßen brettern. Über 1.700 Kölnerinnen und Kölner haben gemeldet, wo es in ihrer Stadt zu laut ist. Die Ergebnisse sind eindeutig.

Wer Köln liebt, liebt auch den Lärm – in den Veedeln, am Rhein, im Karneval. Aber für einige ist es irgendwann auch mal genug. Die Millionenstadt ist laut – aber wo sind eigentlich die Lärm-Hotspots für die Menschen?

Es war ein ungewöhnliches Experiment: Vor einigen Jahren bat die Stadt Köln ihre Bürgerinnen und Bürger, auf einer interaktiven Karte einzutragen, wo es ihnen zu laut ist. Dafür wurde ein offizielles Online-Dialogportal genutzt, auf dem die Menschen ihre Meinungen teilen konnten.

Das Prinzip war denkbar einfach. Wer mitmachen wollte, setzte einen Punkt auf der Karte, gab dem Ort einen Titel, wählte eine Lärmkategorie – Straßenverkehr, Fluglärm, Gewerbelärm, Schienenverkehr – und beschrieb, was genau stört. Andere Nutzerinnen und Nutzer konnten Einträge mit einem „Daumen nach oben“ versehen – ein digitales „Ja, genau. Das kenne ich.“

Das Ergebnis? Über 1.700 Meldungen in knapp vier Wochen. Wichtig: Es handelt sich nicht um amtliche Messungen. Es ist nur die subjektive Wahrnehmung der Kölnerinnen und Kölner, die sagen: So laut ist mein Alltag in der Stadt.

Hier die Karte ansehen:

Wer die 100 meistbestätigten Meldungen auswertet, bekommt eine klare Antwort, was die größten Lärmquellen sind: 

  1. Straßenverkehr: 51 Einträge – mit Abstand Nummer eins
  2. Fluglärm: 32 Einträge
  3. Gewerbelärm: 10 Einträge
  4. Schienenverkehr: 7 Einträge

Mehr als jede zweite Meldung betrifft Autos, Lkw oder Motorräder. Köln ist eine Autostadt – und das hört man.

Doch was sind die lautesten Orte? Die klare Nummer eins liegt in Lindenthal. Die Luxemburger Straße ist schon seit Jahren ein bekannter Lärm-Hotspot. Ein Bürger schreibt dazu: „Die Luxemburger Straße ist in der Lärmaktion aus 2019 in der höchsten Belastungskategorie eingestuft. Mittlerweile gibt es dort eine Initiative, die mit überaus viel Engagement für Lärmschutz kämpft.“

Etliche Fahrzeuge und dazu noch die sogenannte „Poserszene“ – Fahrer mit manipulierten Auspuffanlagen, die absichtlich lärmen. Eine extrem laute Mischung. Aber auch auf der schäl Sick, in Dellbrück, schreibt ein Kölner, der im Hauswiesenweg wohnt: „Der Straßenlärm ist derartig hoch, ich will hier ausziehen in eine ruhigere Gegend.“

Blücherpark und Flugverkehr

Im Ranking ebenfalls weit oben: Der Blücherpark im Kölner Nordwesten, direkt an der Autobahn A 57. Er sollte eigentlich eine grüne Erholungsoase sein. Ist er aber für viele nicht. „Die Lärmbelästigung ist fast konstant über die Woche und den ganzen Tag“, schreibt ein Kölner dazu. Eine andere ist noch deutlicher: „Der wunderschöne Blücherpark ist als Erholungsfläche aufgrund des unfassbaren Straßenlärms durch die Autobahn leider nutzlos.“

Eine weitere große Lärmquelle: der Flugverkehr. Aus Köln-Mülheim stammt dieser Kommentar: „Am späten Abend, ab ca. 22.30 Uhr, kommen an manchen Tagen Frachtflugzeuge im Minutentakt. Obwohl hier nicht die direkte Einflugschneise ist, hört man die Maschinen deutlich.“ Einige fordern ein Nachtflugverbot. Der Flughafen besitzt als einziger großer deutscher Verkehrsflughafen eine 24-Stunden-Betriebsgenehmigung, weshalb dort kein generelles Nachtflugverbot gilt. Auch nach Mitternacht starten und landen Maschinen, insbesondere durch den starken Frachtverkehr und Ferienflieger. 

Welcher Lärm nervt euch? Meldet euch bei uns! Fotos, Videos und Infos jetzt hier schnell und einfach hochladen.

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