Die Unterstützung für den Ehrenfelder Büdchen-Mann Azad Hawrami ebbt nicht ab. Auch TV-Legende Günter Wallraff ist dabei.
Demo vor Kölner Veedels-Rathaus„Sie sollen alle mitbekommen, was da los ist“
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Erst die Kündigung seines Internationalen Kiosks nach 15 Jahren, dann eine üble Nazi-Attacke: Der Ehrenfelder Büdchen-Mann Azad Hawrami (65) muss viel einstecken – doch auf seine Unterstützerinnen und Unterstützer ist Verlass!
Bevor am späten Montagnachmittag (16. März) die Ehrenfelder Bezirksvertretung tagte, standen sie bereits vor dem Rathaus. Der bekannte Kölner Aktivist und Mietrebell Kalle Gerigk hatte dort ab 16 Uhr eine Kundgebung angemeldet. „Die Politiker und Politikerinnen müssen dann an uns vorbei. Sie sollen alle mitbekommen, was da in ihrem Stadtbezirk los ist“, erklärte er gegenüber EXPRESS.de.
Kölner Aktivist: „Die dürfen dann auch gerne ans Megafon“
Gerigk weiter: „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass wir den Kiosk unterstützen und sie sich dran beteiligen können.“ Er kündigte an, auch einige Politiker und Politikerinnen anzusprechen und nach ihrer Meinung zu fragen. „Die dürfen dann auch gerne ans Megafon“, sagte er.
Kalle Gerigk war dann überwältigt von der Resonanz: Er hatte nur 40 Personen angemeldet, gekommen waren fast 160, die vor dem Rathaus demonstrierten.

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Günter Wallraff mit Büdchen-Mann Azad Hawrami (l.) und Kalle Gerigk (r.).
Nach der Kundgebung zogen die Teilnehmenden über die Venloer Straße bis zum Internationalen Kiosk. Dort stieß TV-Legende Günter Wallraff dazu. Auch er setzt sich für den beliebten Kioskbetreiber Azad Hawrami ein und hat bereits mehrfach vergeblich versucht, mit dem Vermieter Kontakt aufzunehmen.
Hawrami hatte zum Ende letzten Jahres die Kündigung für die Räumlichkeiten erhalten. Die ist zwar rechtens, wie auch eine Prüfung durch den Mieterverein ergeben hat, doch der Büdchenmann will das nicht akzeptieren. „Ich will nicht tatenlos zusehen, wie kleine Gewerbetreibende verdrängt werden. Es geht hier nicht nur um mich. Ich kämpfe für alle, auch, wenn ich am Ende verliere“, hat er bereits mehrfach klargemacht.
Auch von einer Nazi-Attacke lässt sich der 65-Jährige nicht einschüchtern. In der Nacht zu Samstag (7. März) hatten bislang Unbekannte unter anderem ein Hakenkreuz auf die Schaufensterscheibe des Kiosks gesprüht.
Aktivist Kalle Gerigk betonte: „Wir versuchen wirklich alles, um Azads Internationalen Kiosk zu erhalten. Gerade in diesen Zeiten wird es immer wichtiger, solche Orte der Begegnung, des Austauschs und des Miteinanders im Veedel zu bewahren. Hier kommen Menschen zusammen, reden miteinander und halten den Zusammenhalt im Viertel lebendig.“


