Moritz Müller lebt seinen Olympia-Traum – aber ohne Kapitänsamt. Viele Fans verstehen das nicht.
„Für mich unverständlich“Haie-Star Müller nicht Olympia-Kapitän – Fans diskutieren
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Der Countdown läuft! Bei Olympia beginnt am Mittwoch einer der Highlight-Wettbewerbe der Spiele in Mailand und Cortina: das starbesetzte Eishockey-Turnier der Männer. Am Donnerstag geht es dann auch für Deutschland los.
Erstmals seit 2014 hat die NHL ihren Profis wieder die Freigabe erteilt. Die beste Eishockey-Liga der Welt legt eine Pause ein.
„Hält seit Jahrzehnten die Knochen hin“
Das hat auch Folgen für den deutschen Kader, denn die deutschen NHL-Stars um Leon Draisaitl, Moritz Seider und Tim Stützle tragen in Mailand das DEB-Trikot. Für Draisaitl ist es der erste Auftritt mit der Nationalmannschaft seit 2019.
Eishockey-Bundestrainer Harold Kreis hat den gebürtigen Kölner, der aktuell als einer der besten Eishockeyspieler der Welt gilt, nun auch zum Kapitän gemacht. Die Assistenzkapitäne sind Seider und Stützle.
Der langjährige DEB-Kapitän Moritz Müller wird diesmal dagegen weder ein C noch ein A auf dem Trikot tragen. Das gefällt nicht allen Eishockey-Fans, wie bei Social Media deutlich wurde.
„Es gibt nur einen, der wirklich für das C in Frage kommt und das ist Mo Müller. Zum einen eine herausragende Persönlichkeit, ob auf oder neben dem Eis. Und zum anderen hat er es sich einfach verdient. Schade, dass man ihm diese Ehre bei seinem letzten Turnier nicht gewährt“, schrieb ein User unter dem entsprechenden Instagram-Post des DEB. „Sowas hat ja oftmals nur symbolischen Wert und auch als Mannheimer muss ich sagen, es ist für mich unverständlich, warum man Müller nicht das A bei seinen letzten Olympischen Spielen gibt. Der Kerl hält seit Jahrzehnten seine Knochen hin bei allen möglichen Spielen“, meinte ein Fan des DEL-Klubs Adler Mannheim.
Weitere ähnliche Kommentare gibt es zuhauf. Auch die Fans der Kölner Haie, bei denen Müller seit Jahren das C für „Captain“ auf dem Trikot trägt, hätten dem Urgestein die besondere Ehre bei Olympia natürlich gegönnt.
Müller ist einer der Protagonisten der ARD-Eishockey-Doku „Powerplay“, in der auch die besonderen Führungsqualitäten des Köln-Profis noch einmal herausgestellt wurden. „Der Mo hat eine Karriere hingeschmissen, die zu 90 Prozent Arbeit war. Ich glaube, dass die meisten Spieler sowas total respektieren“, sagte Deutschlands Olympia-Kapitän Draisaitl über seinen guten Kumpel. „Moritz hat eine super Vorbildfunktion. Er lebt Eishockey, lebt den Sport“, betonte NHL-Profi JJ Peterka.
Dieser Qualitäten ist sich natürlich auch Bundestrainer Kreis bewusst. Nicht umsonst berief er Müller, der im vergangenen Jahr die WM verletzungsbedingt verpasst hatte, im weit fortgeschrittenen Eishockey-Alter von 39 Jahren noch einmal in den Olympia-Kader. Doch angesichts der NHL-Spieler hat sich die Hierarchie im Team verschoben. Zudem dürften andere Spieler deutlich mehr Eiszeit bekommen als der Verteidiger.
Für Kreis lag die Berufung der drei NHL-Stars Draisaitl, Seider und Stützle deshalb auf der Hand. „Das waren für uns ganz klare Kandidaten für diese Ämter“, sagte Kreis, der die Entscheidung zusammen mit Sportvorstand Christian Künast traf. Die Besprechungen zu diesem Thema hätten „nicht lange gedauert.“
Das wird auch Müller ohne zu murren hingenommen haben. Der Haie-Kapitän wird dennoch zu den Wortführern in der Kabine gehören – und sich wie immer in den Dienst der Mannschaft stellen. Eine Userin schreibt: „Wer die Doku Powerplay gesehen hat, weiß, wie wertvoll und wichtig Mo Müller für das Team ist. Ich denke, er kann gut mit der Entscheidung leben. Mo Müller und die anderen DEL-Spieler werden sicherlich in jedem Spiel ihr Herz auf dem Eis lassen, dafür brauchen die alle kein C oder A auf der Brust.“



