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Frustrierter ARD-Experte kritisiert Olympia-Offizielle„Ich hab' nur Fragezeichen“

„Ich habe nur Fragezeichen“: Skisprung-Legende Sven Hannawald kann nicht verstehen, warum die Nordische Kombination beim IOC auf dem Prüfstand steht und vielleicht aus dem Programm gestrichen werden soll. (Bild: ARD)

„Ich habe nur Fragezeichen“: Skisprung-Legende Sven Hannawald kann nicht verstehen, warum die Nordische Kombination beim IOC auf dem Prüfstand steht und vielleicht aus dem Programm gestrichen werden soll. (Bild: ARD)

Drei deutsche Starter kämpfen bei der Nordischen Kombination in Italien um Medaillen. Aber es geht um mehr: Die Traditionssportart ist vom olympischen Aussterben bedroht. Skisprung-Legende Sven Hannawald zeigte dafür keinerlei Verständnis und äußerte scharfe Kritik am IOC.

Vincenz Geiger (Olympiasieger 2022 Normalschanze), Johannes Rydzek (Olympiasieger 2018 Großschanze) und Julian Schmid (Teamsilber 2022) wollen heute bei der Nordischen Kombination bei den Olympischen Winterspielen in Predazzo (Springen) und Tesero (Langlauf) Medaillen holen. Sollte es klappen - es entscheidet sich heute am frühen Nachmittag -, könnten es die letzten Medaillen sein, die jemals bei Olympia auf der Normalschanze verteilt werden. Im Frühsommer will das Internationale Olympische Kommittee (IOC) entscheiden, ob die Traditionssportart aus dem Programm genommen wird.

Die Nordische Kombination, eine Verbindung aus Skispringen und Skilanglauf, hat bereits jetzt keine große Lobby mehr. Es ist die einzige Sportart, so machte Moderatorin Lea Wagner in der ARD deutlich, bei der bei Olympia die Frauen ausgeschlossen sind. „Das ist ein trauriger Aspekt“, sagte Wagner in der Anmoderation zum ersten Wettkampf, dem Skispringen.

ARD-Experte Sven Hannawald zeigte keinerlei Verständnis sowohl für den Ausschluss der Damen wie auch für die Diskussion um die Absetzung der Sportart. Immerhin wurde sie einst als „König des Winters“ bezeichnet und ist seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 im Programm.

Hannawald der einst als Nordischer Kombinierer begann und dann zur Skisprung-Legende wurde, äußerte sich deutlich - und kritisierte die IOC-Offiziellen.

Sven Hannawald: „Ich find's total schade. Weil es auch gar keinen Sinn macht.“

„Ich habe nur Fragezeichen im Gesicht“, sagte er zum Thema. „Einerseits heißt es, es sollen möglichst viele Nationen teilnehmen und möglichst viele gewinnen können. Und dann hat man parallel im Alpinen eine neue Disziplin mit der Teamkombi, wo gefühlt Österreich 1, 2,3 und 4 und Schweiz 4, 8 und 9 am Start sind.“ Während hier also die Teilnehmer- und Wettbewerbszahlen in die Höhe schnellen, könnte gleichzeitig ein so traditionsreicher Wettbewerb eliminiert werden.

Hannawald: „Ich versteh's nicht. Die Erklärung fehlt bis heute. Die Offiziellen gehen dem auch allen aus dem Weg.“ Sein enttäuschtes Fazit: „Ich find's total schade. Weil es auch gar keinen Sinn macht.“

Wagner brachte es düster auf den Punkt: „Die Deutschen springen hier nicht nur um Medaillen, sondern auch um das Überleben ihrer Sportart.“ Mit Hinblick auf die Spiele 2030 meinte sie: „Ob die Nordische Kombination dann noch olympisch ist? Wir hoffen es.“

Nach dem Skispringen lagen die deutschen Starter auf den Rängen 8, 2 und 13 gut im Rennen. Im Langlauf-Wettbewerb können sie am Nachmittag noch was reißen. Später im Olympia-Verlauf gibt es noch den Einzel-Wettbewerb von der Großschanze (17. Februar) und den Teamsprint-Event (19. Februar).

Hoffentlich nicht zum letzten Mal. (tsch)

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