Wieder mal gibt es bei den French Open Diskussionen um eine Schiri-Entscheidung. Tennis-Legende Jim Courier ist außer sich.
„Satz wurde ihm gestohlen“Fans toben nach Technik-Eklat – auch TV-Experte sauer
Die Teenies spielen bei den French Open groß auf! Nach dem Spanier Rafael Jódar (19), der im Viertelfinale auf Alexander Zverev trifft, hat es auch Joao Fonseca (19) aus Brasilien in die zweite Woche geschafft.
Nach dem Fünf-Satz-Krimi gegen Novak Djokovic, bei dem Fonseca einen 0:2-Satzrückstand aufholte, setzte er sich am Sonntagabend in vier hart umkämpften Sätzen gegen Casper Ruud durch.
Tennis-Legende Courier ist stinksauer
Sein Erfolg wird aber von einer umstrittenen Entscheidung getrübt. Viele Fans sind sauer und auch der zweimalige Roland-Garros-Sieger Jim Courier findet als TV-Experte deutliche Worte.
Was war passiert? Im Tiebreak von Satz zwei, bei Satzball für Ruud, spielte Fonseca eine Vorhand, als plötzlich ein lauter „Aus“-Ruf zu hören war. Der kam allerdings nicht vom Linienrichter, sondern aus dem Publikum. Ruud umkringelte daraufhin den Ballabdruck und bat die Stuhlschiedsrichterin, diesen zu überprüfen.
Sie erklärte dem Norweger, dass der Ball für sie noch die Linie kratzte. Der Punkt wurde daraufhin Fonseca zugesprochen, Proteste von Ruud gab es nicht. Er hatte bereits kurz vor dem Aus-Ruf den Ball verschlagen.
Die in Roland Garros nur vom Fernsehen eingesetzte Hawk-Eye-Technik zeigte im Nachhinein: Der Ball war um Millimeter im Aus. Bitter für Ruud: Hätte er diesen Punkt erhalten, wäre der Satz seiner gewesen. Stattdessen musste er nicht nur den Tiebreak abgeben, sondern verlor am Ende die gesamte Begegnung gegen den 19-Jährigen mit 5:7, 6:7(10), 7:5, 2:6.
„Das ist einfach furchtbar für Ruud, falls das kein Hawkey-Fehler war. Der Satz wurde ihm schlicht und einfach gestohlen, sollte das ein Fehler der Schiedsrichterin gewesen sein“, schrieb ein Fan auf X. Dieses Turnier ist ein Witz, meinte ein anderer. „Das ist der größte Raub, den ich je gesehen habe“, befand ein weiterer User.
Auch TV-Kommentator Jim Courier machte eine klare Ansage. Das berichtet „Nine.com.au“. „In jedem anderen Turnier, das diese Jungs das ganze Jahr über spielen, ist dieser Ball aus und der Satz ist vorbei“, wetterte die Tennis-Ikone. Was er damit meint: Roland Garros verzichtet als einziges der größeren Turniere bisher auf den Einsatz des sogenannten Electronic Line Calling.
Courier verlangte eine Regeländerung in Paris: „Ich sage nicht, dass die elektronische Linienüberwachung perfekt ist, aber sie macht weitaus weniger Fehler als Menschen. Matches sollten von den Spielern entschieden werden, nicht von anderen Menschen, nicht im Jahr 2026.“
Zoff um die Technik auf Asche
Aber diese Ansicht wird nicht von allen geteilt. Auf Social Media hielt Paul McNamee, früherer Grand-Slam-Champion im Doppel und lange Turnierdirektor bei den Australian Open, dagegen. „Die Technik ist auch nicht perfekt, auf Sand sollte der echte Ballabdruck zählen“, meinte er. In der Tat machte im Netz auch ein Foto des Abdrucks die Runde, das zumindest nicht eindeutig zeigte, dass der Ball wirklich hinter der Linie war.
Abseits der Debatte um den zweiten Satz lieferte Fonseca einen überzeugenden Auftritt. Schon im ersten Durchgang gelang ihm ein Break. Im vierten Satz ließ er Ruud dann keine Möglichkeit mehr, ins Spiel zurückzufinden.
Am Montag zog mit Jakub Mensik (20) aus Tschechien dann noch ein weiterer Youngster in die Runde der letzten Acht ein, nachdem er die Nummer 11 der Setzliste, Andrey Rublev, aus dem Wettbewerb beförderte.
Obwohl er die ersten zwei Sätze gewonnen hatte, verlor Mensik komplett den Rhythmus und musste die folgenden zwei Durchgänge abgeben. Im alles entscheidenden fünften Satz fand der 20-Jährige aber zu seiner Stärke zurück und sicherte sich den Sieg mit 6:3, 7:6(6), 4:6, 2:6, 6:3. Für den Spieler, dessen Profi-Karriere erst 2023 begann, markiert dies den ersten Einzug in ein Grand-Slam-Viertelfinale. Dort wartet nun Fonseca auf ihn. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
