Beim Stand von 6:3, 6:2, 5:4 verließ die Nummer eins der Welt plötzlich den Platz und klagte über Schwindel. Danach kippte das Match komplett.
„Es war nicht die Hitze“Sinner erklärt dramatisches Aus in Paris

Copyright: Thibault Camus/AP/dpa
Jannik Sinner unterhält sich mit dem Schiedsrichter.
Aktualisiert:
Drama in der Pariser Hitze, der Topfavorit ist raus: Jannik Sinner ist bei den French Open in Paris auf dramatische Weise ausgeschieden!
Der viermalige Grand-Slam-Sieger aus Südtirol litt ab dem dritten Satz seines Zweitrundenduells mit dem Argentinier Juan Manuel Cerúndolo bei Temperaturen von über 30 Grad unter großen körperlichen Problemen.
Jannik Sinner: „Mir ist sehr schwindelig“
Der 24-Jährige, der die Weltrangliste souverän anführt und sich in den vergangenen Wochen als scheinbar unbezwingbar präsentiert hatte, verlor 6:3, 6:2, 5:7, 1:6, 1:6.
Eigentlich sah alles nach einem lockeren Weiterkommen aus: Jannik Sinner (24) führte bei den French Open gegen Juan Manuel Cerundolo (24) mit 6:3, 6:2, 5:1. Doch dann kippte das Match komplett.
Sinner verlor 15 Spiele in Folge, beim Stand von 5:4 und 0:40 verließ der Weltranglistenerste plötzlich den Platz und ging in die Kabine. Zuvor hatte auch Schiedsrichterin Aurélie Tourte (42) bemerkt, dass es dem Italiener sichtbar nicht gut ging.
Ihm sei „sehr schwindelig“, sagte der Südtiroler zu einem Physiotherapeuten. Und der Schiedsrichterin sagte er, dass er sich dehydriert fühle und sich übergeben müsse.
Nach seiner Rückkehr verlor der Südtiroler erst das Spiel zum 5:5, dann den Satz noch mit 5:7. Kurz darauf verschwand der viermalige Grand-Slam-Sieger erneut kurz in den Katakomben.
Im vierten Durchgang wirkte Sinner weiter angeschlagen, stützte sich immer wieder auf den Schläger – und ging mit 1:6 unter. Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig darauf hin, dass er im fünften Satz noch einmal zurückschlagen kann. Und so ging auch der letzte Satz mit 1:6 verloren.
Sinner nach Aus in Paris: „Es war nicht die Hitze“
Die enorme Hitze in Paris galt zunächst als Auslöser für Sinners Probleme. Doch der Top-Athlet sah es nach seinem Aus etwas anders. Sinner: „Bis Mitte des dritten Satzes habe ich großartig gespielt, dann konnte ich den Satz nicht ausservieren, weil mein Körper nicht mehr mitspielte. Das ist Sport. Mir wurde schwindlig, ich hatte nur wenig Energie. Ich fühlte mich schon heute Morgen, als ich aufgewacht bin, nicht wohl. Ich habe versucht, die Ballwechsel kurz zu halten.“
Zur Hitze konkret schätzte Sinner ein: „Es war warm, aber nicht verrückt warm. Das hatte nichts mit der Hitze zur tun. Es war zum Spielen okay“.
Einen konkreten Grund für sein Einbrechen auf dem Court gab es demnach nicht. „Da kommt viel zusammen. Ich habe viel gespielt, hatte wenig Zeit für Erholung.“ Vor Wimbledon (ab 29. Juni) werde er kein Turnier mehr spielen.
Brisant auch mit Blick auf Alexander Zverev (29): Der Hamburger sieht in Sinner einen der größten Titel-Rivalen. Da der Italiener nun tatsächlich früh gescheitert ist, steigen Zverevs Chancen auf seinen ersten Grand-Slam-Titel deutlich. (oke/mit sid)

