„Ärgert mich“ Deutschlands Rad-Star schimpft auf Erbe von Skandal-Vorgänger Jan Ullrich

Maximilian Schachmann fährt bei der 7. Etappe der Tour de Suisse auf einer Bergetappe

Maximilian Schachmann am 18. Juni 2022 bei der 7. Etappe der Tour de Suisse. Ab dem 1. Juli will er bei der Tour de France an den Start gehen.

Der Radsport kämpft schon seit Jahren um sein Image als sauberer Sport, leidet aber noch immer unter den skandalösen Auswüchsen vergangener Doping-Machenschaften. Rad-Star Maximilian Schachmann ärgert das.

25 Jahre liegt der historische Tour-Sieg von Jan Ullrich (48) inzwischen zurück, 16 Jahre ist sein kurzfristiger Ausschluss bei der Frankreich-Rundfahrt im Zuge eines Doping-Skandals her.

Doch der lange Schatten des einstigen deutschen Rad-Helden liegt auch jetzt noch über der heutigen Generation, die bei Tour de France, Giro d'Italia und Vuelta mit starken Leistungen auf sich aufmerksam macht.

Die schwere Lage hat eine Woche vor Tour-Beginn Maximilian Schachmann (28) beklagt, der aktuell als einer der hoffnungsvollsten deutschen Radprofis gilt. Der amtierende Straßenmeister sprach offen über das schwere Erbe nach einer Skandal-Generation.

Maximilian Schachmann traurig über Zweifel am Radsport

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„Bei uns wird immer direkt von Doping ausgegangen, während das in anderen Sportarten gar keine Rolle spielt“, sagte Schachmann bei „t-online.de“. Er finde es „schade“, wie wenig viele Menschen über den Sport informiert seien und forderte zugleich eine bessere mediale Aufklärung.

Der amtierende deutsche Straßenmeister ist davon überzeugt, dass die Eklats rund um die Jahrtausendwende noch immer nachwirken und bei vielen im Hinterkopf spuken. Er selbst werde auch heute noch regelmäßig zum Thema Doping befragt.

„Wir tun alles für einen sauberen Sport, betreiben einen Riesenaufwand, um in der Weltspitze mitzufahren. Dann höre ich häufig, dass in den Köpfen der Menschen noch alte Klischees sitzen“, sagte Schachmann.

Jan Ullrich zog Radsport auf seinem Fall mit nach unten

In Deutschland hat die dunkle Seite des Radsports neben Ober-Betrüger Lance Armstrong (50) vor allem ein Gesicht: Jan Ullrich. Von der großen Hoffnung und dem Liebling einer Sport-Nation fiel Ullrich durch seine Vergehen tief, wie jetzt auch eine neue zweiteilige Doku-Serie der ARD nacherzählt.

„Dass der Radsport darunter gelitten hat, steht außer Frage. Dass ich als Sportler, der damit nichts zu tun hat, immer noch darunter leide, ärgert mich. Viele Leute denken, im Radsport hat sich seitdem nichts verändert“, sagte der resignierte Schachmann.

Er selbst wird derzeit ebenfalls zur Unzeit durch einen positiven Test zurückgeworfen – Corona! Der Profi von Bora-hansgrohe kann seinen Meister-Titel am Sonntag im Sauerland daher nicht verteidigen, muss auch noch vor den Folgen für seinen Start bei der Tour de France ab dem 1. Juli bangen. (bc/sid)

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