Medikamenten-Cocktail Doping-Skandal um 15-jähriges Wunderkind –  US-Coach schäumt: „Kinderschänder“

Kamila Walijewa vom Russischen Olympischen Komitee reagiert nach ihrem Auftritt.

Kamila Walijewa nach ihrem Kurzprogramm am 15. Februar 2022 in Peking.

Der Doping-Skandal um das russische Wunderkind Kamila Walijewa wird immer schlimmer. Nach den schweren Vorwürfen gegen das russische Trainerteam sorgt ein Bericht über einen Medikamenten-Cocktail für Aufregung.

Es ist der größte Skandal der Olympischen Spiele in Peking: Kamila Walijewa darf trotz eines positiven Dopingtests starten, das 15-jährige Wunderkind führt nach dem Kurzprogramm am Dienstag (15. Februar 2022) die Einzel-Konkurrenz im Eiskunstlauf an. Nun berichtete die New York Times über weitere Substanzen in der Doping-Probe von Walijewa und spricht von einer systematischen Behandlung beim 15-jährigen Wunderkind!

Die Konkurrenz schäumt, allen voran der amerikanische Coach Adam Rippon (32), 2018 selber Bronzemedaillengewinner mit der US-Mannschaft.

„Ich glaube nicht, dass jemals in der Geschichte der Olympischen Spiele jemand mit einem positiven Test teilnehmen durfte. Ich denke, es ruiniert die Integrität der Olympischen Spiele“, sagte er in Peking. „Viele Menschen zu Hause kratzen sich am Kopf, weil sie wissen, dass es jemanden mit einem positiven Test gibt. Doping gehört nicht in den olympischen Wettkampf. Es bricht uns allen das Herz, dass dies ein 15-jähriges Mädchen ist.“

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Olympia: Zwei weitere Substanzen in Waliewas Blut gefunden

Nach Informationen der New York Times seien in der Dopingprobe der 15 Jahre alten Eiskunstläuferin erst drei unterschiedliche Substanzen zur Behandlung von Herzproblemen entdeckt worden – eine verbotene und zwei erlaubte.

Doch dabei bleibt es nicht! Die New York Times berichtet von zwei weiteren Medikamenten in Waliewas Dopingprobe. Dies deute deutlich darauf hin, dass Waliewa systematisch behandelt wurde, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Ein Medikamenten-Cocktail für eine 15-Jährige!

Das gehe aus einem Dokument hervor, das bei der Anhörung um die Starterlaubnis der Russin im Einzelwettbewerb der Winterspiele in Peking vor dem CAS vorgelegt worden war. Ziel der Medikamente soll es sein, die Ausdauerfähigkeit zu erhöhen und Ermüdung zu reduzieren.

Waliewas Anwälte hatten vor dem Internationalen Sportgericht argumentiert, das verbotene Medikament würde von ihrem Opa eingenommen und Walijewa habe versehentlich sein Glas benutzt.

US-Coach Rippon: „Russen sind schmutzige Betrüger“

Doch daran will niemand so recht glauben. In Peking wurde US-Coach Rippon überdeutlich und klagte das russische Team an: „Sie sind schmutzige Betrüger, und wir kommen ihnen entgegen. Ich weiß nicht, wie sich die Olympischen Spiele davon erholen“, sagt er und wird deutlich. „Das Team um sie herum sind Kinderschänder. Das einzige, was ihnen wichtig ist, ist die Leistung und nicht die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Athleten. Sie sind eine Fabrik, die Kinder aussaugt, die bis zu einem gewissen Punkt mithalten können. Für mich sind das keine Trainer, sondern Hundetrainer, sie leiten einen Zirkus.“

Der deutsche Eiskunstlauf-Experte und ehemalige Profi Daniel Weiss (53) sagte dem Donaukurier über Waliewa: „Sie hat soviel Talent, dass man nicht erlaufen kein. Eine Flexibilität, eine Musikalität, eine Hingabe, die perfekte Kantenbeherrschung und Sprungtechnik, all das kann man nur hart erarbeiten und mit Talent erreichen.“

Daniel Weiss: „Training unerbittlich und unmenschlich.“

Weiss kritisiert wie Rippon Trainerin Eteri Tutberitse (47). Das Training dort sei „unerbittlich hart, es geht über eine Grenze des Erlaubten hinweg. Da zählen der menschliche Faktor und Schmerzen wenig“, sagte Weiss.

Man kenne „doch junge Menschen, die zu ihren Trainern aufschauen. Das sind Götter für sie, gerade Eteri Tutberidze mit ihrer Vergangenheit, mit den Olympiasiegern, die sie geformt hat. Das ist wirklich perfide und unmenschlich, was da gemacht wird“, sagte Weiss. (ach/mn)

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