Olympia wird zum Politikum Auch Boris Johnson und Australien mit Peking-Boykott – China reagiert frech

Der diplomatische Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking zieht seine Kreise: Nach den USA kündigen zwei weitere Nation ihren Rückzug an. Der Grund: Chinas Menschenrechtsverstöße.

Zwei weitere Nation schließen sich dem von den USA beschlossenen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking an. Wie der australische Premierminister Scott Morrison (53) und sein britischer Kollege Boris Johnson (57) am Mittwoch (8. Dezember 2021) angekündigt haben, werden Australien und Großbritannien keine staatlichen Vertreter zu den Spielen schicken.

Es handle sich „effektiv um einen diplomatischen Boykott“, sagte Boris Johnson im Parlament in London. Er bespreche kritische Fragen wie Menschenrechte regelmäßig mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping. „Wie ich bereits zuvor sagte, unterstützen wir keinen sportlichen Boykott. Aber es gibt keine Pläne, dass Kabinettsmitglieder die Olympischen Winterspiele besuchen“, sagte Johnson.

Scott Morrison: Entscheidung ist „keine Überraschung“

Für den australischen Premier sei diese Entscheidung seines Landes „keine Überraschung“, fügte er hinzu. Als Grund führte er eine Reihe von Missverständnissen zwischen Canberra und Peking an, darunter Chinas Kritik an Australiens Entscheidung zur Anschaffung von nukleargetriebenen U-Booten.

Seine Regierung habe wiederum „Menschenrechtsverstöße in Xinjiang und andere Themen“ angeprangert, doch habe die chinesische Regierung keine Gesprächsbereitschaft gezeigt.

Die Reaktion aus China ließ nicht lange auf sich warten und fiel äußerst frech aus: „Die australische Regierung folgt bestimmten Ländern blind, so dass es richtig nicht von falsch unterscheiden kann“, sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin am Mittwoch (8. Dezember) in Peking. Australien verletzte den Grundsatz der politischen Neutralität in der Olympischen Charta. „China hatte niemals Pläne, irgendeinen australischen Offiziellen zu den Spielen einzuladen“, betonte der Sprecher vor der Presse. „Niemand interessiert sich dafür, ob sie kommen oder nicht.“

Trotz Diplomatie-Krise: Sportler sollen an Winterspielen teilnehmen

Trotz der diplomatisch schwierigen Situation sollen die australischen – wie auch die britischen – Sportlerinnen und Sportler aber dennoch an den Spielen in Peking teilnehmen. Morrison: „Australien ist eine große Sport-Nation, aber ich halte Fragen des Sports und der anderen politischen Angelegenheiten sehr wohl auseinander.“

Die chinesische Botschaft in Australien kritisierte zuvor schon die Entscheidung in einer Mitteilung. „Wie wir alle wissen, liegt die Schuld an der gegenwärtigen misslichen Lage der chinesisch-australischen Beziehungen eindeutig bei der australischen Seite“, so die diplomatische Vertretung. China fordere Australien nachdrücklich auf, „praktische Maßnahmen zu ergreifen, um günstige Bedingungen für die Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu schaffen.“

Australien wünscht Athleten viel Glück

Gleichzeitig wünschte die Botschaft den australischen Athleten viel Glück bei den Spielen. Australiens Erfolg bei den Winterspielen hänge von der Leistung der Sportler ab, nicht von der politischen Haltung einiger australischer Politiker, hieß es.

Die USA hatten am Montag (6. Dezember 2021) aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Spiele in Peking (4. bis 22. Februar 2022) angekündigt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte, die Regierung von Präsident Joe Biden werde keine diplomatischen oder offiziellen Vertreter nach Peking schicken. (dpa)

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