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„Propagandashow“ – „IOC Geisel Chinas“ Fall Peng Shuai: Politiker fordern Olympia-Boykott

Fordert einen Olympia-Boykott: Erhard Grundl, hier bei einer Rede im Bundestag am 23. April 2021.

Fordert einen Olympia-Boykott: Grünen-Politiker Erhard Grundl, hier bei einer Rede im Bundestag am 23. April 2021.

Der Fall der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai schlägt weiter hohe Wellen – längst nicht mehr nur im Sport, sondern auch in der Politik. Nun wird sogar ein Olympia-Boykott gefordert.

Die hitzigen Diskussionen rund um das mutmaßliche Verschwinden der chinesischen Star-Tennisspielerin Peng Shuai (35) nehmen kein Ende. Nach wie vor sind die Umstände nicht wirklich aufgeklärt. Längst betrifft das Thema nicht mehr nur den Sport, auch Politiker schalten sich ein – und nehmen kein Blatt vor den Mund. Im Mittelpunkt: die Olympischen Winterspiele 2022, die am 4. Februar in Peking starten.

Ein diplomatischer Boykott sei „das Mindeste, was ich erwarte. Wir sollten die Olympischen Spiele 2022 als das benennen, was sie sind: eine Propagandashow unter Beteiligung des IOC und seiner Sponsoren“, sagte Erhard Grundl (58), sportpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Grünen-Politker Grundl: Nicht „an dieser Propaganda-Show beteiligen“

„Wir müssen die permanenten Menschenrechtsverletzungen in China klar benennen und uns nicht hinter wirtschaftlichen Beziehungen verstecken“, ergänzte Grundl. Kein deutscher Politiker sollte sich „an dieser Propagandashow beteiligen“.

Der frühere Bundesvorsitzende der Grünen, der Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer (68), sagte der „FAS“, Thomas Bach (67) habe „das IOC zur Geisel Chinas“ gemacht. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees habe „sich nun immer tiefer in eine unappetitliche Komplizenschaft beim Wegdrücken der Menschenrechtsthematik verstrickt“.

Ex-Grünen Bundesvorsitzender Bütikofer: Internationales Olympisches Komitee „Geisel Chinas“

Bach hatte vergangenen Sonntag (21. November 2021) ein Video-Telefonat mit Peng geführt, die kurz zuvor wieder aufgetaucht war. In der Folge wurde dem IOC bereits von der Sportlervereinigung Global Athlete vorgeworfen, nichts zur Aufklärung beigetragen, sondern sich „mitschuldig an der böswilligen Propaganda der chinesischen Behörden“ gemacht zu haben.

Chinas Tennis-Star Peng Shuai, hier im Spiel bei den Australien Open am 21. Januar 2020 gegen Nao Hibino.

Chinas Tennis-Star Peng Shuai, hier im Spiel bei den Australien Open am 21. Januar 2020 gegen Nao Hibino.

Die Tennis-Spielerinnen-Organisation WTA drängte derweil am Samstag weiter auf Aufklärung im Fall Peng Shuai. WTA-Chef Steve Simon (51) sei „nach wie vor zutiefst besorgt darüber, dass Peng nicht frei von Zensur oder Zwang ist“, teilte eine Sprecherin mit.

Spielerinnen-Organisation WTA weiterhin „zutiefst besorgt“

Peng Shuai hatte Anfang des Monats im sozialen Netzwerk Weibo behauptet, vom ehemaligen chinesischen Vizepremier Zhang Gaoli (75) sexuell missbraucht worden zu sein. Der Eintrag wurde ebenso gelöscht wie zahlreiche Interneteinträge über Peng, von der danach mehr als zwei Wochen jede Spur fehlte.

Die WTA hatte bereits gedroht, ihre Turniere aus dem Reich der Mitte abzuziehen, sollte der Fall nicht transparent und umfassend aufgeklärt werden. (sid/kmh)

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