Der „Gott der Vierfachsprünge“ scheiterte. Nun rechnet er mit sich ab.
„Bin zu Staub zerfallen“Eiskunstlauf-Star Malinin fällt brutales Urteil

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Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin sorgte bei den Olympischen Winterspielen für eine der größten Enttäuschungen.
Sein verzweifeltes Gesicht nach dem Olympia-Debakel in der Kür ging um die ganze Welt. Auch eine Woche später sitzt der Schock über das Versagen bei Eiskunstlauf-Wunderkind Ilia Malinin noch immer tief.
Rund eine Woche nach der Enttäuschung äußerte sich der als Gott der Vierfachsprünge bekannte Athlet in einem Interview mit der „Washington Post“ zu seinem Absturz. „Ich bin als ein anderer Mensch zurückgekommen – mit einer anderen Perspektive, einer anderen Einstellung“, erklärte der 21-Jährige und fügte hinzu: „Die Person, die hierhergekommen ist, ist zu Staub zerfallen.“
Eiskunstlauf-Star Ilia Malinin nach Olympia-Drama „zu Staub zerfallen“
Seinen Blick will Malinin nun aber in die Zukunft richten. „Es war nicht die Leistung, die ich zeigen wollte“, erklärte er. Und weiter: „Ich habe das Gefühl, ich bin durch diese Spiele älter geworden. Was passiert ist, ist nicht mehr zu ändern. Das Leben ist unfair.“ Er hoffe, aus dem Rückschlag neue Kraft zu schöpfen.
Als klarer Favorit war Ilia Malinin in die Kür im Eiskunstlauf gestartet – und erlebte am vergangenen Freitag eine Katastrophe. Mehrfach stürzte er und schlug nach dem Ende seines Auftritts die Hände vor das Gesicht. Mit einem Ausdruck der Verzweiflung verließ er die Eisfläche – ein Schockmoment, besonders in seiner Heimat, den USA.
Nach Kür-Debakel: Malinin deutet gesundheitliche Probleme an
Das Ausnahmetalent gewann nicht einmal eine Medaille und landete auf dem achten Platz. „Auf der größten Bühne der Welt können selbst diejenigen, die am stärksten wirken, innerlich noch unsichtbare Kämpfe ausfechten“, teilte der Team-Olympiasieger später mit. Daraufhin entbrannte eine Diskussion über Leistungsdruck und Online-Hass, der nicht nur ihm bei Olympia entgegenschlug. Zahlreiche Stars zeigten ihre Unterstützung für Malinin und bekundeten ihr Mitgefühl, darunter auch Slalom-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin.
Ilia Malinin hatte nach seiner misslungenen Olympia-Kür mentale Probleme angedeutet. „Auf der größten Bühne der Welt führen selbst die anscheinend Stärksten innerlich unsichtbare Kämpfe. Selbst die schönsten Erinnerungen können vom Lärm überschattet werden“, postete der 21 Jahre alte Weltmeister auf Instagram. (red)


