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Doping-Eklat Olympiasieger schießt gegen Silber-Gewinner – Disqualifikation droht

Die italienische Staffel über 4 x 100 Meter jubelt über Olympia-Gold.

Die italienische Staffel um Marcell Jacobs (2.v.l.) jubelt am 6. August 2021 bei Olympia über Sprint-Gold. Englands Staffel um Zharnel Hughes (r.) ist geschlagen – und kämpft jetzt mit Doping-Vorwürfen.

Keine 40 Sekunden dauerte das Olympia-Rennen über 4 x 100 Meter, deutlich länger ziehen sich die anschließenden Doping-Diskussionen hin. Inzwischen droht Großbritannien die Disqualifikation.

Tokio. Die Olympischen Spiele in Tokio sind seit einer Woche vorüber, doch die letzten Medaillen-Entscheidungen sind offenbar noch immer nicht final geklärt. Durch den Doping-Wirbel um den britischen Sprinter Chijindu Ujah (27) könnte es bei den 4 x 100 Metern noch nachträgliche Verschiebungen auf dem Podium geben. Am Freitag (13. August 2021) wetterte Italiens Top-Sprinter Marcell Jacobs (26) gegen die Briten.

Unangefochten auf Platz eins bleibt  die italienische Staffel um Marcell Jacobs, der sich zuvor Doping-Vorwürfe aus dem britischen Lager hatte anhören müssen. Entsprechend scharf schoss der Gewinner über die 100 Meter im Einzel und in der Staffel jetzt zurück.

Marcell Jacobs schießt gegen Olympia-Gegner aus England

„Vor wenigen Tagen haben sie noch unwahre Dinge über mich gesagt und jetzt sind sie in der Situation, dass ihr erster Staffel-Athlet positiv getestet wurde“, sagte der neue italienische Sprint-Held am Freitag im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Rai 1. Die Doping-Vorwürfe gegen ihn hätten ihn nicht tangiert, versicherte Jacobs.

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Chijindu Ujah läuft beim Olympischen Rennen über 4 x 100 Meter mit dem Staffelstab in der Hand.

Chijindu Ujah steht nach seiner Teilnahme in der britischen Staffel über 4 x 100 Meter am 6. August bei Olympia unter Dopingverdacht.

Der in den USA geborene Italiener hatte sich bei Olympia überraschend zwei Goldmedaillen gesichert und etliche favorisierte Läufer hinter sich gelassen. Nach den beiden größten Karriere-Erfolgen kündigte er an, erst 2022 wieder an Wettbewerben teilnehmen zu wollen.

Mit Blick auf die Doping-Vorwürfe rund um Olympia riet er den in der Staffel unterlegenen Briten: Man solle besser darauf achten, was im eigenen Haus los sei, bevor man andere ohne jegliche Beweise angreife. Am Donnerstag hatte die unabhängige Integritätskommission des Leichtathletik-Weltverbandes (AIU) eine vorläufige Sperre gegen Ujah verkündet, der jetzt auf das Ergebnis der B-Probe wartet.

Doping-Vorwürfe gegen Englands Olympia-Sprinter Chijindu Ujah

Ujah war demzufolge positiv auf zwei androgenrezeptorbindende Substanzen (SARMS), die in ihrer Wirkung anabolen und androgenen Steroiden ähneln, getestet worden.

Dem britischen Team droht damit der Verlust der Silbermedaille. Bestätigt die B-Probe den Befund, wird nicht nur dem 27-Jährigen Olympia-Silber aberkannt, sondern auch seinen Staffelkollegen Nethaneel Mitchell-Blake (27), Richard Kilty (31) und Zharnel Hughes (26).

Nutznießer wären Kanada und China, die auf die Plätze zwei und drei vorrücken würden. (bc/dpa)

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