Corona-Sorgen immer größer Olympia: Sportler verpassen Wettkampf – Rekordzahlen befürchtet

Die Olympischen Ringe werden im Dunkel vor dem Narita International Airport angeleuchtet.

Vor dem Start der Olympischen Spiele in Tokio, hier die Olympischen Ringe vor dem Narita International Airport am 10. Juli, werden die Sorgen um Corona immer größer.

Am Freitag starten die Olympischen Sommerspiele in Tokio. Für die ersten Athleten steht schon jetzt fest, dass sie aufgrund eines positiven Corona-Tests nicht am Wettkampf teilnehmen können. Experten befürchten zudem negative Rekordzahlen.

Tokio. Die Olympischen Sommerspiele 2021 stehen vor der Tür, nur noch zwei Tage bis zur feierlichen Eröffnung (23. Juli 2021) in Tokio. Und doch hapert es noch mit der Olympia-Stimmung, gerade in Japan blicken Experten mit großer Sorge auf das Mega-Sport-Event.

Für die ersten Athletinnen ist Olympia dagegen schon vorbei, bevor es so richtig angefangen hat. Grund: Ein positiver Coronatest.

Olympia 2021 in Tokio: Athleten verpassen Wettkampf nach positivem Coronatest

Wie am Mittwoch (21. Juli) bekanntgegeben wurde sind mittlerweile insgesamt vier Athleten und Athletinnen betroffen: Die Taekwondo-Kämpferin Fernanda Aguirre (21, Chile), die Skateboarderin Candy Jacobs (30, Niederlande), die Sportschützin Amber Hill (23, Großbritannien) und Tischtennisspieler Pavel Sirucek (28, Tschechien). Bevor die Sommerspiele in Tokio überhaupt eröffnet wurden, ist ihr großer Olympia-Traum bereits geplatzt. Wegen positiver Coronatests werden die vier ihre jeweiligen Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen in Tokio verpassen.

Das Nationale Olympische Komitee Chiles hatte zunächst zwei Tage vor der Eröffnungsfeier mitgeteilt, dass Aguirre bei der Ankunft positiv getestet worden war. Danach wurde bekannt, dass auch bei der Niederländerin Jacobs im Olympischen Dorf das Virus nachgewiesen wurde.

Die britische Sportschützin Hill, Weltranglistenerste im Skeet, wurde vor ihrer Abreise nach Tokio positiv getestet. „Nach fünf Jahren Training und Vorbereitung bin ich absolut am Boden zerstört“, teilte die 23-Jährige in einem Statement mit.

Zu Siruceks Testergebnis kam es wie bei Jacobs im Olympischen Dorf. Der Tischtennisspieler ist bereits der dritte Betroffene im tschechischen Team nach Beachvolleyballer Ondrej Perusic und Beachvolleyball-Trainer Simon Nausch.

Sommerspiele 2021 in Tokio: Olympia-Traum für erste Athletinnen geplatzt

Aguirre habe keine Symptome und sei bei „guter Gesundheit“, wie das chilenische NOK verlauten ließ. Die Sportlerin sei von den japanischen Behörden jedoch unter eine zehntägige Quarantäne gestellt worden, hieß es weiter. Daher könne Aguirre, die sich auf Social Media „am Boden zerstört und sehr traurig“ zeigte, nicht an den Taekwondo-Wettbewerben teilnehmen. Auch ihr Trainer befindet sich in Isolation.

Die Skateboarderin Jacobs zeigt sich auf Instagram ebenfalls am Boden zerstört. „Mein Herz ist gebrochen“, schreibt die Niederländerin in ihrem Post, in dem sie ihr Olympia-Aus öffentlich bestätigt.

Sie fühle sich gesund und habe alles in ihrer Macht stehende gemacht, um dieses Szenario zu vermeiden, freue sich aber trotzdem, dass zumindest ihre Mitstreiterinnen bei Olympia glänzen können. „Es wird Zeit brauchen, um mein gebrochenes Herz zu heilen und sich davon zu erholen. Auf geht's, Paris 2024“, erklärt die Niederländerin zum Abschluss ihres emotionalen Statements.

Olympia 2021: Experte befürchtet Corona-Rekordzahlen in Tokio

Shigeru Omi, Chef der COVID-19-Task-Force der japanischen Regierung, rechnet derweil im Verlauf der Olympischen Spiele mit Rekordzahlen bei den Corona-Infektionen in der Hauptstadt. Tokio werde Anfang August wahrscheinlich täglich knapp 3000 neue Fälle verzeichnen, sagte Omi, „es kann gut sein, dass sich die aktuellen Fallzahlen bis dahin verdoppeln.“

Am Dienstag, einen Tag vor dem sportlichen Auftakt der Spiele, wurden in der Metropole offiziell 1387 neue Corona-Infektionen vermeldet, das waren 557 mehr als am Dienstag in der Woche zuvor. Es war zugleich der höchste, jemals registrierte Wert in Tokio für einen Dienstag. Coronafälle im Olympischen Dorf gab es ebenfalls bereits mehrere. 

Shigeru Omi (Chef der COVID-19-Task-Force der japanischen Regierung) bei einer Rede.

Shigeru Omi (Chef der COVID-19-Task-Force der japanischen Regierung), hier am 17. Juni, befürchtet Corona-Rekordzahlen in Tokio infolge der Olympischen Sommerspiele.

Mit einer Verdopplung der Fallzahlen würde auch der bisherige Rekordwert für Tokio überboten. Am 7. Januar dieses Jahres hatte es 2520 neue Infektionen gegeben, „und das war auf der dritten Corona-Welle“, sagte Omi. Im Gegensatz zum Beginn des Jahres würden derzeit trotz einer steigenden Impfquote mehr Menschen in die Krankenhäuser eingeliefert.

Tokio befindet sich derzeit neben weiteren Präfekturen in einem Corona-Notstand. Dieser ist vorläufig bis zum 22. August angesetzt. Sollte sich das Geschehen jedoch so entwickeln wie befürchtet, dürften die Notfall-Maßnahmen wohl verlängert werden.

Olympia 2021 in Tokio: Hauptsponsor Toyota geht auf Distanz

Japans Top-Sponsor der Olympischen Spiele, der Autoriese Toyota, geht wenige Tage vor Beginn der Spiele auf Distanz. Vorbereitete Werbespots mit Bezug zu den Spielen werde man nicht ausstrahlen lassen, teilte der Konzern am Montag örtlichen Medien mit.

Auch würden Toyota-Chef Akio Toyoda und andere Vertreter nicht an der Eröffnungszeremonie am 23. Juli teilnehmen. Es würden Spiele werden, bei denen vieles auf Unverständnis stoße, hieß es zur Begründung. Dass einer der wichtigsten Sponsoren der Spiele auf Distanz geht, ist eine bittere Nachricht für die Organisatoren. 

Toyota ist eines von rund 60 japanischen Unternehmen, die für die Spiele eine gigantische Rekordsumme von zusammen mehr als drei Milliarden Dollar für die Sponsorenrechte hingeblättert hatten. (cho/sid)

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