Die Olympischen Winterspiele laufen auf Hochtouren, auch 185 deutsche Athletinnen und Athleten kämpfen um Olympia-Medaillen. Eine ARD-Doku aber zeigt: Auf den Karriere-Höhepunkt folgt oft ein tiefes Loch.
Jeder Vierte betroffenAlarmierender ARD-Bericht über deutsches Olympia-Team
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Voller Olympia-Fokus beim Team Deutschland! Noch bis zum 22. Februar 2026 laufen die Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Für viele Sportlerinnen und Sportler ist die Medaillenjagd eines der großen Karriere-Highlights. Aber was ist mit der Zeit danach?
Die ARD geht dieser Frage in der Doku „Die Last der Spiele“ auf den Grund. Im Live-Programm gab es am Freitag (13. Februar) einen alarmierenden Einblick in die Produktion mit Moderatorin Esther Sedlaczek (40).
Esther Sedlaczek fragt: Noch immer ein Tabu-Thema im Sport?
„Jeder Vierte fällt nach Olympia in ein psychisches Loch“, berichtet Sedlaczek in dem Beitrag, in dem immer wieder das Stichwort „Post-Olympia-Depression“ fällt. Von ihrem Schicksal berichten unter anderem die Olympiasiegerinnen Jessica von Bredow-Werndl (39/Reiten) und Ricarda Funk (33/Kanu).
„Emotional war es so, dass ich nichts mehr gefühlt habe“, sagt von Bredow-Werndl: „Ich habe noch nie in meinem Leben so eine Leere gespürt. Am Peak meines Sportlerlebens angekommen, sitze ich da und habe das Gefühl gehabt: Ich bin eigentlich gar nichts wert.“
Funk, die 2021 in Tokio Gold gewann und 2024 in Paris bittere Tränen nach einem späten Fehler und Platz elf geweint hatte, gestand: „Man stellt sich die Frage: War es das alles wert, was ich da reinstecke?“
Moritz Anderten, Experte für Sportpsychologie von der Sporthochschule Köln, erklärt in der ARD-Doku: „Die Post-Olympia-Depression hat im Grunde ähnliche oder gleiche Symptome wie eine normale Depression. Das macht es häufig auch in der Unterscheidung so schwierig.“

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Esther Sedlaczek und Sven Hannawald beim Gespräch in der ARD-Doku „Die Last der Spiele“
Skisprung-Legende und TV-Experte Sven Hannawald (51) ist überzeugt, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht, auch wenn sie noch nicht abgeschlossen ist. „Heute merkst du schon, dass speziell auch die neue Generation anders damit umgeht“, so Hannawald, der sich als Botschafter für mentale Gesundheit engagiert.
„Es kann jeden treffen, trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass bis auf Ausnahmen offen darüber gesprochen wird. Sind mentale Probleme im Spitzensport ein Tabu?“, fragt Sedlaczek zum Abschluss des Doku-Trailers. Der einstündige Film in der Mediathek soll zumindest helfen, das Thema verstärkt in die Öffentlichkeit zu tragen.


