Leichtathletik Bittere Tränen bei Klosterhalfen und Krause: Es droht schlechteste WM-Bilanz aller Zeiten

Gesa Felicitas Krause während ihres Final-Rennens bei der Leichtathletik-WM

Gesa Felicitas Krause erlebte am Mittwoch (20. Juli 2022) bei der Leichtathletik-WM ein Drama im Finale über 3000 Meter Hindernis.

Einige Highlights und nicht ganz so erfreuliche Neuigkeiten aus deutscher Sicht: Im Überblick die Nacht zum 21. Juli 2022 bei der Leichtathletik-WM in Eugene. Tränen gab es Konstanze Klosterhalfen und Gesa Felicitas Krause.

Es war die vorerst größte Medaillenchance für das bislang enttäuschende deutsche Team – und sie platzte knallend. Gleich drei Diskuswerferinnen hatten das Finale erreicht, keine war in der Quali schlechter als Platz sechs.

Als es darauf ankam, rief aber letztlich nur Claudine Vita (25) ihre Leistung ab – Platz fünf mit 64,24 Metern, zu Bronze fehlten aber mehr als vier Meter. Shanice Craft (29) als Neunte (62,35) und vor allem die hoch gewettete Olympia-Zweite Kristin Pudenz (29) als Elfte (59,97) schieden nach drei Versuchen aus. 

Deutsche Diskus-Werferinnen verpassen Medaillen – Tränen bei Gesa Krause

Dass derweil Deutschlands Hindernis-Queen Gesa Felicitas Krause (29) nach einer Saison mit vielen körperlichen Problemen keine Medaillenanwärterin über die 3000 Meter Hindernis sein konnte, war hinlänglich bekannt.

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Dass die zweimalige WM-Dritte dann aber schon in der zweiten Runde hoffnungslos zurückfiel und in 9:52,66 fast eine Minute hinter Weltmeisterin Norah Jeruto (26) (Kasachstan/8:53,02) als Letzte ins Ziel kam, nahm die 29-Jährige doch mit. „Es war ein wirklich schlechter Lauf, eine Qual“, sagte die deutsche Athletin, die im Ziel bitter weinte.

Krause weiter: „Das ist nicht mein Anspruch. Es ist sehr schwer zu verkraften, im Prinzip hatte ich keinen Anteil an diesem Rennen. Einfach frustrierend. Ich hatte nie Anschluss an das Feld. Am Ende war es nur noch ein Durchkämpfen. Niederlagen gehören zum Sport dazu, aber heute wird es erstmal wehtun.“

Große Enttäuschung auch bei Konstanze Klosterhalfen (25): Im TV-Interview waren der deutschen Top-Läuferin nach ihrem Vorlauf-Aus über 5000 Meter ebenfalls die Tränen gekommen. Ans Aufgeben habe sie gedacht, sagte Klosterhalfen in der ARD, die letzte Runde sei die härteste ihres Lebens gewesen. Nach 15:17,78 Minuten fehlten der WM-Dritten von 2019 rund 17 Sekunden zum Finale.

An den Temperaturen habe es nicht gelegen, sagte die 25-Jährige, „ich bin eigentlich eine Hitzeläuferin.“ Eine Corona-Infektion in der Vorbereitung hatte Klosterhalfen vor der Leichtathletik-WM allerdings zwei Trainingswochen gekostet. „Ich hätte gerne gezeigt, dass ich wieder zurück bin. Im Moment kann ich es mir nicht erklären“, sagte sie.

Deutschland steht vor schlechtestem WM-Ergebnis aller Zeiten

Das bislang schlechteste deutsche WM-Ergebnis stammt von Paris aus dem Jahr 2003. Damals gab es immerhin vier Medaillen (einmal Silber, dreimal Bronze), die sind diesmal nur noch durch ein mittleres Wunder zu erreichen – auch wenn Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo (28) noch nicht gesprungen ist.

Bei anderen Sportlern gab es derweil Momente schierer Freude bei dieser WM. Die neue Hindernis-Weltmeisterin Norah Jeruto machte auf ihrer Ehrenrunde – anders als die unglückliche Kölnerin Lea Meyer (24) im Vorlauf – höchst freiwillig und sehr gekonnt einen „Bauchklatscher“ im Wassergraben.

Für die deutschen Athleten könnte die WM derweil zum echten Debakel werden. Denn aktuell gibt es für Klosterhalfen, Krause, Pudenz & Co. in Eugene nur Tränen – statt die erhofften Titel. (sid)

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