Goldener Abschluss der Leichtathletik-EM Deutsche Frauen-Staffel nicht zu schlagen

Lisa Mayer, Gina Lückenkemper, Alexandra Burghardt und Rebekka Haase aus Deutschland jubeln über den Sieg in der Sprintstaffel bei der Leichtathletik-EM.

Lisa Mayer, Gina Lückenkemper, Alexandra Burghardt und Rebekka Haase bejubeln den EM-Sieg am 21. August 2022.

Die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Frauen hat zum Abschluss der Leichtathletik-EM in München Gold geholt. Speerwerfer Julian Weber gewann ebenfalls Gold. Die deutsche Männer-Staffel patzte.

Was für ein Abschluss der Leichtathletik-EM in München! Die deutsche Frauen-Staffel über 4x100 Meter um Einzel-Europameisterin Gina Lückenkemper holt Gold.

Die deutschen Sprinterinnen um Gina Lückenkemper haben bei der Heim-EM in München am Sonntag (21. August 2022) mit der Staffel über 4x100 m Gold gewonnen. Alexandra Burghardt (Burghausen), Lisa Mayer (Wetzlar), Lückenkemper (Berlin) und Schlussläuferin Rebekka Haase (Wetzlar) setzten sich vor einem tobenden Publikum im Olympiastadion in 42,34 Sekunden vor Polen (42,61) und Italien (42,84) durch. „Das ist einfach unfassbar geil“, rief Lückenkemper am Stadion-Mikrofon.

Die mitfavorisierten Britinnen mit Dina Asher-Smith und die Französinnen waren nach einem Wechselfehler ausgeschieden. Bei der WM in Eugene hatte sich das deutsche Quartett nur den USA und Jamaika geschlagen geben müssen und Bronze gewonnen.

Lückenkemper holte damit fünf Tage nach ihrem überraschenden Triumph über die 100 m ihre zweite Medaille bei der Leichtathletik-EM in München. Die 25-Jährige hatte erst am Samstag grünes Licht für ihren Start gegeben, nachdem sie unmittelbar nach dem Zieleinlauf über 100 m gestürzt war und sich dabei eine Wunde am linken Bein zugezogen hatte. Diese musste im Krankenhaus mit acht Stichen genäht werden.

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Vor vier Jahren in Berlin hatte die deutsche Staffel Bronze gewonnen, letztmals EM-Gold gab es 2012 in Helsinki.

Männer-Staffel patzt und geht leer aus

Die Sprint-Staffel der Männer ist im Kampf um eine EM-Medaille gescheitert. Kevin Kranz, Joshua Hartmann, Owen Ansah und Lucas Ansah Pepra schieden am Sonntagabend im Münchner Olympiastadion über 4 x 100 Meter aus.

Der erste Wechsel von Kranz auf Hartmann glückte nicht. In 37,97 Sekunden hatte das deutsche Quartett im Vorlauf den deutschen Rekord verbessert, das Finale endete bitter. Der Titel ging in 37,67 Sekunden an die Staffel aus Großbritannien vor den Frankreich und Polen. Mit der Vorlauf-Zeit wären die Deutschen Dritter geworden.

Julian Weber holt Gold im Speerwurf

Der deutsche Speerwerfer Julian Weber ist neuer Europameister und damit Nachfolger von Thomas Röhler, der vor vier Jahren in Berlin den Titel gewann. Bei der Leichtathletik-EM in München siegte der 27 Jahre alte Mainzer am Sonntag mit 87,66 Metern und holte seine erste internationale Medaille. Weber hatte bei den Olympischen Spielen im Vorjahr und zuletzt bei der WM als Vierter jeweils einen Podestplatz verpasst, nun sorgte er für den sechsten EM-Titel des deutschen Teams in München.

Silber ging an den Olympia-Zweiten und WM-Dritten Jakub Vadlejch aus Tschechien, der 87,28 Meter schaffte. Bronze holte der Finne Lassi Etelätalo mit 86,44 Metern. Vadlejch lag nach seinem besten Versuch im zweiten Durchgang zunächst vor Weber, dem mit dem vierten Versuch der siegbringende Wurf zum größten Erfolg seiner Karriere gelang. Der zweite deutsche Finalist Andreas Hofmann aus Mannheim, vor vier Jahren EM-Zweiter, belegte mit 74,75 Metern den elften Rang.

Titelverteidiger Röhler aus Jena war bereits in der Qualifikation ausgeschieden, der Olympiasieger von 2016 ist nach einer langwierigen Rückenverletzung noch nicht wieder in einstiger Form. Ex-Weltmeister Johannes Vetter hatte angeschlagen auf die EM verzichtet. (sid/dpa)

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