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Schweigen gebrochenWM-Star Hitzlsperger: Outing-Zeitpunkt bewusst gewählt

Bundestrainer Joachim Löw findet Hitzlspergers Outing positiv.

Bundestrainer Joachim Löw findet Hitzlspergers Outing positiv.

von Uwe Bödeker (ubo)

München – Er war ein gefeierter Fußball-Star. Einer der Helden des Sommermärchens 2006. Deutscher Meister 2007. Profi in der Bundesliga, in Italien und England. Doch seinen größten Sieg errang Thomas Hitzlsperger jetzt: Er wagte sein Coming out. Sagt öffentlich als erster deutscher Fußball-Profi: „Ich bin schwul.“

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt, kurz vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Vier Monate nach dem Ende seiner Laufbahn als Fußballprofi habe er jetzt Zeit „für dieses Engagement. Vor Sotschi denke ich, es braucht kritische Stimmen gegen die Kampagnen mehrerer Regierungen gegen Homosexuelle“, sagte der 31-Jährige der „Zeit“.

Damit fällt das letzte große Tabu in der Männerwelt Profi-Fußball. „Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte“, sagt der frühere Stuttgarter und Wolfsburger Profi. Dass er den Schritt erst nach dem Ende seiner Profilaufbahn wagt, sagt dann aber doch einiges über die schwierige Situation für schwule Profis aus.

Alles zum Thema Homosexualität

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„Ich habe mich nie dafür geschämt, dass ich nun mal so bin“, sagt Hitzlsperger. „Homosexualität wird im Profifußball schlicht ignoriert.“ Aber er sagt auch: „Überlegen sie doch mal: Da sitzen zwanzig junge Männer an den Tischen und trinken. Da lässt man die Mehrheit gewähren, solange die Witze halbwegs witzig sind und das Gequatsche über Homosexuelle nicht massiv beleidigend wirkt.“

Jetzt macht er seine Orientierung öffentlich. Hitzlsperger informierte Bundestrainer Joachim Löw und Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff vorab von seinem Schritt.

Löw: „Thomas hat für sich persönlich entschieden, diesen Schritt zu gehen, und er sollte in einer toleranten Gesellschaft von allen respektiert werden. Für mich als Trainer sind alleine die sportlichen Leistungen und das soziale Verhalten eines Spielers entscheidend. Ich wünsche mir, dass sein Bekenntnis bei uns allen zu einem entspannteren Umgang mit dieser Thematik beiträgt.“

Warum er sich nicht während der Karriere outete, sagt „The Hammer“: „Der Gruppenzwang in einer Mannschaft kann enorm sein. Genauso ist das in der Verwandtschaft. Es gibt aber einen Unterschied zwischen Schweigen und Lügen.“

Aber auch das Schweigen hat er jetzt gebrochen...

Die Reaktionen auf Hitzlspergers Coming-Out