Dank ihm begann Schumis Karriere Jürgen Dilk: „Michael blieb immer auf dem Teppich“

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1992: Michael Schumacher mit Förderer Jürgen Dilk (m.) und Willi Weber (r.)

  • Jürgen Dilk ist davon überzeugt, dass Michael Schumacher schwer krank ist.
  • Er erinnert sich für EXPRESS: Schumi war immer fair und ehrlich, auch als er die Chance hatte, zu betrügen.

Als Michael Schumacher Ende 1987 vom Kart in die Formel König aufsteigen wollte, sprang Jürgen Dilk (heute 75) in die Bresche. Der Alsdorfer war in Kartzeiten zum väterlichen Freund geworden. Er besorgte Sponsoren, Übernachtungsmöglichkeiten und fuhr Schumi durch halb Europa. Danach leitete Dilk zwölf Jahre lang den 1. Offiziellen Fanclub.

Von Jürgen Dilk

Michael hat in seinem Leben Unglaubliches geleistet.  Er ist aus einfachen Verhältnissen siebenmaliger Formel-1-Weltmeister geworden, hat alle Rekorde gebrochen, ist aber trotz aller Erfolge Mensch geblieben. Ich bin zwölf Jahre lang mit ihm zu jedem Rennen gefahren und kann sagen: Er ist immer auf dem Teppich geblieben.

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Und er hat seine Traumfrau Corinna geheiratet, die ihm zwei tolle Kinder geschenkt hat. Ich war sehr gerührt, als er mich 2000 nach meiner Herzoperation mit Corinna in der Klinik besucht hat.

Wir haben oft telefoniert und uns jedes Jahr Weihnachten geschrieben. Das letzte Mal hat er sich zu meinem 70. Geburtstag gemeldet, das war vor seinem schlimmen Unfall. Danach habe ich jedes Mal, als ich in Köln war, im Dom in jeder Ecke eine Kerze für ihn aufgestellt.

Jürgen Dilk: Michael Schumacher muss schwer krank sein

Dass ich nichts mehr von ihm höre, zeugt davon, dass Michael ganz schwer krank ist und sich nicht äußern kann. Denn Michael war ein Ehrenmann. Wenn der was gesagt hat, hat er es auch so gemacht.

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So ist Michael, und so war er schon als Kind im Kart: ehrgeizig ja, aber nicht überheblich. Schon als ich ihn kennengelernt habe, merkte ich diese Konzentrationsfähigkeit und diesen unbändigen Siegeswillen. Und das mit größtenteils unterlegenem Material. Michael hatte ja nicht die finanziellen Mittel der Konkurrenten.

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 Schumi 1998 im Formel König am Hockenheimring

Michael Schumacher war immer eine ehrliche Haut

Ich habe versucht, Sponsoren für ihn aufzutreiben. Einmal bekamen wir neue Reifen, ich sagte zu ihm: „Damit hast du gute Chancen.“ Er gewann dann auch das Rennen, und als er zu mir kam, sagte ich: „Siehst du, das lag an den Reifen:“ Da grinste Michael und meinte: „Du, die Reifen, mit denen ich gefahren bin, habe ich mir aus dem Müll geholt.“

So war Michael, dabei auch unheimlich fair und ehrlich. In einem Kart-Rennen wurde unheimlich getürkt. Viele andere benutzten einen illegalen Vergaser, Michael konnte nicht gewinnen. Dann kam jemand zu mir und fragte: „Wisst ihr nicht, was hier läuft?“ Er bot uns auch diesen Vergaser an, ich erklärte es Michael – hui, wurde der sauer. Er sagte sofort: „Kommt nicht in Frage, wir fahren ehrlich!“ Und er wollte auch auf keinen Fall, dass ich die Betrüger anschwärze, sagte nur: „Das regelt sich von selbst.“

Michael Schumacher hat viel für die Sicherheit in der Formel 1 getan

Und so blieb Michael auch als Weltmeister. Er hat die Legende Juan Manuel Fangio überholt, viele sagen: Michael ist unsterblich. In Wahrheit war er zwar stolz auf das, was er erreicht hat, aber so etwas wie Legende wollte er gar nicht hören. Michael hat mir gesagt: „Vergleich mich nicht mit Fangio, seine Leistung war in einer anderen Zeit und bleibt unerreicht. Ich werde es mir nicht erlauben zu sagen: Ich habe Fangio übertrumpft.“

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Über die Erfolge darf man nicht vergessen: Michael hat nach Ayrton Sennas Tod 1994 viel für die Sicherheit getan, die Fahrergewerkschaft gegründet und die Fahrer zusammengeschweißt. Das kommt der heutigen Generation zugute, in der sein Sohn Mick in seine Fußstapfen tritt.

Ich fand es richtig, dass Corinna ihn trotz Michaels hartem Schicksal fahren lässt. Mick hat dieselben Gene wie der Papa, das hat er schon im Kart bewiesen. Er ist ein kleiner Michael und könnte ein ganz Großer werden.

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