Eine knapp zu dünne Bodenplatte kostet McLaren im WM-Kampf alle Punkte aus dem Rennen in Las Vegas. Michael Schumacher wurde das Ringen um entscheidende Details einst ebenfalls zum Verhängnis.
Es ging um MillimeterMcLaren illegal: Norris hadert wie Schumi
Der Deutsche Jo Bauer (64) beschert der Formel 1 den ersehnten WM-Thriller. Nach dem Sieg von Max Verstappen (28) in Las Vegas disqualifizierte der Technische Delegierte der FIA den Zweiten Lando Norris (26) und Teamkollege Oscar Piastri (24) wegen einer zu dünnen Bodenplatte an ihrem McLaren.
Norris in der Schumi-Falle! Den Rekordweltmeister hatte dieser Regelverstoß 1994 den Sieg in Spa gekostet. Jackpot für Verstappen, der dadurch zwei Rennen vor Schluss nur noch 24 Punkte hinter Norris liegt.
Millimeter sind in der Formel 1 entscheidend
Das Rennwochenende in „Sin City“ war wirklich filmreif. Im Training sorgten der Regen und ein loser Gully für Wirbel. Im Regen-Qualifying landete Ferrari-Superstar Lewis Hamilton (40) auf dem letzten Startplatz und scheint dem Rücktritt nahe. Und im Rennen kostete Norris erst ein vermurkster Start den Sieg und sein McLaren-Team ihn dann auch noch die 18 Punkte für den zweiten Platz.
„Wir entschuldigen uns bei Lando und Oscar für die verlorenen Punkte zu einem kritischen Zeitpunkt der WM“, sagte McLaren-Teamchef Andrea Stella (54). Norris haderte: „Ein frustrierendes Ende des Tages. Wir als Team wollen immer so viel wie möglich herausholen, und es ist offensichtlich, dass wir die Balance nicht hinbekommen haben.“
Jetzt gehe es für ihn „darum, mich voll und ganz auf Katar zu fokussieren und die bestmögliche Leistung in jeder Session abzurufen.“ Wieder diese verflixte Bodenplatte! Durch die auf dem legendären Strip aufsetzenden Autos wurden die aus dem Werkstoff Jabroc (Holzverbundstoff aus Furnier und Harz) bestehende, zehn Millimeter dicke Platte um mehr als einen Millimeter abgerieben.
Was läppisch klingt, ist in der um Tausendstelsekunden kämpfenden Formel 1 ein Wettbewerbsvorteil, weil die Teams ihre Autos so tief wie möglich einstellen, um mehr Bodenhaftung zu generieren. Und dabei wagen sich die Ingenieure oft zu tief in den Grenzbereich, was jetzt McLaren zum Verhängnis wurde.
Einem Pedanten wie Jo Bauer, der schon seit 1997 den Tricksern auf die Finger schaut und Schumis Benetton-Team und später auch Ferrari Schummeleien (Windabweiser-Affäre) nachwies, entgeht natürlich nichts.
Nach seinem Bericht zu den McLaren-Bodenplatten blieb den Rennkommissaren keine andere Wahl, als Norris und Piastri zu disqualifizieren. Für das gleiche Vergehen hatte Hamilton nach seinem glücklichen Sprint-Sieg in Schanghai seinen 6. Platz im Grand Prix verloren.
WM-Kampf in der Formel 1 spitzt sich noch mal zu
Nun traf es mit Landsmann Norris ausgerechnet den WM-Spitzenreiter. Genauso, als würde der große Zampano Bernie Ecclestone (95) immer noch hinter den Kulissen die Strippen ziehen und ein erneut hollywoodreifes WM-Finale in Abu Dhabi inszenieren.
Beim letzten im Jahr 2021 stibitzte Verstappen dem schon als alleinigen Rekordweltmeister gefeierten Hamilton den sicher geglaubten achten Titel weg. Damals unter gütiger Mithilfe von FIA-Rennleiter Michael Masi (47).
Pikant: Ausgerechnet McLaren-CEO Zak Brown (53) hatte in Las Vegas über Hamilton gesagt: „Lewis sollte bereits achtmaliger Weltmeister sein.“
War die Bodenplatten-Bestrafung nun die Retourkutsche? Norris erreichte die Nachricht von der Disqualifikation erst nach der Rückkehr aus den USA. Doch schon nach seiner Fahrt zur Siegerehrung im pinken Lego-Cadillac war seine Miene gequält.
Nachdem der Brite in seinem 150. F1-Rennen zum wiederholten Mal seine Pole-Position verspielt hatte, weil er aus Angst vorm nahenden Verstappen zu spät gebremst und die erste Kurve nicht bekommen hatte, funkte er: „Ich habe es verkackt.“ Da wusste er noch nicht, dass es sein Team schon bei der Abstimmung verbockt hatte.

