Der eine darf sich über seinen ersten Sieg in der Formel 1 freuen, der andere wird in den USA verspottet. Kimi Antonelli und Mick Schumacher befinden sich aktuell in gänzlich verschiedenen Motorsport-Welten.
Formel-1-Sieger und Indy-CrashkidKimi im Himmel, Mick am Boden
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Die Rennfahrer-Zukunft von Mick Schumacher (26) und Kimi Antonelli (19) entschied sich am 9. Mai 2024 in Silverstone. Auf der ältesten Strecke der Formel 1 hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff (54) zum Duell um das zum Saisonende frei werdende Cockpit des zu Ferrari wechselnden Lewis Hamilton (41) geladen.
Es wurde ein Tag, der zwei Karrieren in entgegengesetzte Richtungen lenkte. Kimi ist heute zweitjüngster Formel-1-Sieger der Geschichte, Mick hadert mit seinem Ruf als Crashkid in der knallharten IndyCar-Serie.
Antonelli als Kimi Räikkönen aufs Podest gerufen
Showdown in Silverstone! Obwohl keine Zeiten des Duells in einem 2022er-Silberpfeil bekannt wurden, war schnell klar, auf wen Wolff setzen würde: auf Supertalent Kimi. Der junge Italiener bekam das Cockpit und ein Lehrjahr an der Seite des erfahrenen George Russell (28), Mick blieb nur die Rolle des Test- und Simulatorfahrers. Er fuhr parallel in der Langstrecken-WM für Alpine und wechselte nach zig Absagen für ein Formel-1-Comeback in die IndyCar-Serie.
Heute könnten ihre Gefühlswelten nicht gegensätzlicher sein. Antonelli wird für seinen ersten Sieg in Shanghai weltweit als „Wunderkind“, „der neue Hoffnungsträger einer ganzen Generation“ und sogar als „Retter von Mercedes“ gefeiert. Teamchef Wolff begrüßte ihn per Boxenfunk im „recht exklusiven“ Klub der Silberpfeil-Sieger. Der chinesische Streckensprecher schickte ihn versehentlich als seinen Namensgeber „Kimi Räikkönen“ aufs Podium, worüber er herzlich lachen konnte. Und er selbst dankte seinen Eltern und seinem Team und kündigte forsch an: „Ich hoffe, dass war erst der Anfang und da kommt noch mehr.“
Das bescheinigte dem Italiener der ausgefallene Vierfach-Weltmeister Max Verstappen (28): „Das wird nicht sein einziger Sieg bleiben.“
Schumacher dagegen ist in der IndyCar-Serie weiter weg vom ersten Sieg als jeder andere. Nach seinem Erstrundencrash in St. Petersburg und dem Durchreichen vom vierten Startplatz auf 18 in Phoenix (auch durch einen defekten Schlagschrauber) verlief auch sein drittes Rennen enttäuschend. Vom 17. Startplatz aus berührte er zuerst Rivale Christian Lundgaard, der sich durch das Manöver drehte. Dafür erhielt Mick eine Durchfahrtsstrafe und fand sich am Ende des Feldes wieder. Etwa zur Mitte des Rennens drehte er sich in der Schlussgruppe selbst, nachdem er in einer Kurve in den Wagen von Josef Newgarden gefahren war.
Am Ende kam Mick beim Sieg von Kyle Kirkwood als Letzter ins Ziel. Anschließend haderte er: „Es ist verrückt da draußen. Die Jungs haben viel mehr Erfahrung in dieser Art von Rennen als ich, und das habe ich von Runde eins an gesehen.“
Schon zuvor musste er sich wegen seiner Klagen über die harten Bodenwellen Spott gefallen lassen. Ex-Fahrer Townsend Bell (50) kommentierte im TV: „Willkommen bei IndyCar, Mick. Das ist hier nicht Monaco, Jedda oder Singapur. So fahren wir hier.“ Während Mick mit Bauchschmerzen zum vierten Rennen nach Birmingham (29. März) reist, darf Kimi am gleichen Tag in Suzuka um den Sieg fahren.


