Formel-1-Alarm in Australien:Hunderte stranden wegen Nahost-Krise

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In Melbourne findet der erste Grand Prix des Jahres statt. (Archivbild)
Nach 91 Tagen Zwangspause heulen die Motoren wieder auf! Doch vor dem ersten Grand Prix am Sonntag (05.00 Uhr MEZ/Sky) in Melbourne ist die Unsicherheit so groß wie lange nicht. Das liegt nicht nur an der massiven Regelreform – auch die Weltlage wirft einen dunklen Schatten.
Reise-Chaos vor dem Saisonstart
Die Eskalation im Nahen Osten trifft auch die Formel 1 mit voller Wucht. Wie die dpa meldet, wurde der Luftverkehr in der Region nach Angriffen zwischen dem Iran und Israel/USA weitgehend lahmgelegt. Hunderte Mitarbeiter der Rennställe und der Organisation mussten daher ihre Reisepläne ändern. Statt über Dubai oder Doha (Katar) ging es für viele über Umwege via Singapur oder Hongkong nach Australien.
Entwarnung kommt vom Geschäftsführer des Australien-Grand-Prix, Travis Auld. Er versicherte: «Die Formel 1 als Organisation ist sehr gut darin, Menschen rund um die Welt zu bewegen. Das ist ihre Aufgabe. Und so konnten sie das auch umsetzen, sodass wir keine Auswirkungen auf unser Rennen erwarten».
Alles neu: Was ändert sich in dieser Saison?
Eine ganze Menge. Einer der größten Regel-Einschnitte in der F1-Geschichte könnte die Machtverhältnisse komplett verschieben. Ein Team, das die neuen Vorgaben am besten umsetzt, könnte allen davonziehen. Mercedes hat das 2014 zum Start der Hybrid-Ära eindrucksvoll bewiesen.
Die neuen Boliden sind kürzer, schmaler und leichter geworden. Die Antriebseinheiten beziehen ihre Kraft zu gut 50 Prozent aus einem Verbrenner, der mit vollständig nachhaltigem Treibstoff betrieben wird. Die übrigen knapp 50 Prozent steuert die Batterie bei. Zudem ist die Aerodynamik der Fahrzeuge neu, da die Unterböden wieder flach gestaltet sind.
Im Fahrerlager gibt es nur einen kompletten Neuling: Arvid Lindblad (18) aus der Red-Bull-Akademie steigt zu den Racing Bulls auf. Dafür feiern mit Valtteri Bottas und Sergio Perez zwei Piloten ihr Comeback im Stammcockpit. Der Finne und der Mexikaner fahren für das brandneue elfte Team Cadillac, eine Tochter von General Motors. Auch Audi erlebt seine Debütsaison als Werksteam.
Wer hat die Nase vorn? Das große Favoriten-Rätsel
Fragt man bei den vier Top-Teams McLaren, Mercedes, Red Bull und Ferrari, erhält man stets eine ähnliche Reaktion: Die anderen sind die Favoriten. Den Druck abzugeben, gehört in der Formel 1 zum guten Ton. Mercedes hinterließ bei den Testfahrten in Bahrain, wo kein Team sein volles Potenzial offenbart, aber schon einen sehr souveränen Eindruck.

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Lando Norris (l) entthronte Max Verstappen in der vergangenen Saison. (Archivbild)
Der von Max Verstappens Red-Bull-Rennstall mit Ford erstmals selbst entwickelte Motor scheint über enorme Leistung zu verfügen. Die Bestzeit zum Abschluss der Tests in der Wüste vor zwei Wochen sicherte sich jedoch der frisch vermählte Charles Leclerc in seinem Ferrari.
Für McLaren geht es darum, nach den Konstrukteurstiteln 2024 und 2025 und dem ersten Fahrertitel für Lando Norris 2025 die Konkurrenz weiter auf Abstand zu halten. Einer der schärfsten Rivalen des Engländers ist sein Teamkollege Oscar Piastri. Der in Melbourne geborene Pilot will bei seinem Heimspiel einen Fluch beenden: Seit dem ersten Australien-GP 1985 schaffte es kein Lokalmatador aufs Podium.
Hülkenberg und Audi: Der deutsche Faktor
Mercedes scheint gerüstet, um ganz vorne mitzumischen. Mit Audi feiert zudem der zweite deutsche Rennstall seine Premiere als Werksteam. Die VW-Tochter kann dabei auf die große Erfahrung aus der Schweiz bauen, nachdem Kick Sauber übernommen wurde.
Es sei aufregend, «das erste Rennen einer völlig neuen Ära und das Debüt des Audi-Teams zu erleben», so Nico Hülkenberg, der einzige verbliebene deutsche Fahrer. «Es war ein langer Weg und es hat lange gedauert, aber jetzt sind wir endlich da.» Die Anspannung im Team und in den Fabriken in Hinwil, wo das Chassis gebaut wurde, und in Neuburg an der Donau, wo der Motor entwickelt wurde, sei deutlich spürbar.

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Nico Hülkenberg ist der einzige aktive deutsche Formel-1-Pilot. (Archivbild)
Audi-Teamchef Jonathan Wheatley, der 1991 als Junior-Mechaniker bei Benetton anfing und dort auch am Auto von Michael Schumacher mitwirkte, hofft auf ein reibungsloses Rennwochenende. Das Ziel sind aber ganz klar Punkte beim Debüt.
Wecker stellen: Die TV-Zeiten für Deutschland
Wer die ersten beiden Trainings am Freitag aus Deutschland verfolgen möchte, muss früh aus den Federn. Ab 2.30 Uhr und 6.00 Uhr MEZ drehen Verstappen & Co. für je eine Stunde ihre ersten Runden des Jahres auf dem Kurs in Melbourne. Mit dem Abschlusstraining am Samstag um 2.30 Uhr bereiten sich die Piloten auf die folgende Startplatzjagd (6.00 Uhr) vor. Die 29. Auflage im Albert Park Circuit startet dann am Sonntag um 5.00 Uhr.
Die Übertragung des kompletten Wochenendes liegt wie üblich bei Sky. Der Bezahlsender, dessen Vertrag bis 2027 läuft, ist in diesem Jahr verpflichtet, vier Rennen unverschlüsselt zu zeigen. Ein Partner für diese Free-TV-Übertragungen steht aber noch nicht fest. In der vergangenen Saison wurden sieben Rennen von RTL ausgestrahlt, dem Sender, der angeblich an einer Übernahme von Sky interessiert ist (red).
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