Mercedes hat in der noch jungen Formel-1-Saison 2026 das mit Abstand stärkste Auto. Entsteht zwischen George Russell und Kimi Antonelli ein neuer Krieg der Sterne?
In Japan wieder vor RussellEntfesselt Kimi Antonelli den nächsten Krieg der Sterne?

Die Stern-Krieger herrschen wieder über die Formel 1. Zwei Doppelsiege in zwei Rennen untermauern die durch den neuen Monster-Motor zurückgewonnene Dominanz von Mercedes.
Aber zwei verschiedene Sieger mit Speerspitze George Russell (28) und Jungspund Kimi Antonelli (19) wecken auch die Erinnerungen an den jahrelangen Zoff der Silber-Feinde Lewis Hamilton (41) und Nico Rosberg (40). Entfesselt der neue Kimi nun beim Japan-GP (Sonntag, 29. März 2026, 7 Uhr, Sky) einen neuen Krieg der Sterne?
Formel 1: Mercedes über die Distanz konstanter
Big in Japan, das war in den vergangenen vier Jahren immer Max Verstappen (28). Doch während der viermalige Suzuka-Sieger und Weltmeister mehr mit seinem unfahrbaren Red-Bull-Ford hadert („Ich habe kein Vertrauen“) und Reportern Hausverbot erteilt, freuen sich die meisten Fans auf den Kampf der Silberpfeile und hoffen auf Überraschungen von Ferrari und McLaren.
Das Weltmeister-Team meldete sich nach den verkorksten Rennen in Melbourne und Schanghai in den ersten Trainings zurück. Der im Heim-GP in der Installationsrunde gecrashte und in China wie Teamkollege Lando Norris (26) erst gar nicht gestartete Oscar Piastri fuhr die Bestzeit (1:30,133 Min.). Dahinter schlug Antonelli erneut Russell, Titelverteidiger Norris folgte auf Rang vier, das Ferrari-Duo Charles Leclerc und Lewis Hamilton belegte vor Nico Hülkenberg (Audi) die Ränge fünf und sechs.
„Insgesamt war es ein guter Tag für uns“, sagte Piastri, der „gute Fortschritte“ sah, sich aber im Hinblick auf das Rennen zurückhaltend gab: „Es ist klar, dass einige unserer Konkurrenten, insbesondere Mercedes, sehr stark sind.“ Von Norris gab es forschere Töne: „Ich habe großes Vertrauen in das Team und glaube, dass wir dieses Jahr das beste Auto haben können.“
Allerdings zeigte sich auf den Longruns ein anderes Bild: Mercedes ist über die Distanz konstanter unterwegs und wirkt auch schneller. Auch Ferrari ist im Renntrimm stärker einzuschätzen als McLaren. Teamchef Andrea Stella gesteht: „Wir verlieren vor allem in den Highspeed-Kurven im ersten Sektor noch Zeit auf Ferrari und Mercedes. Im Vergleich zu diesen Teams haben wir hier noch Defizite.“
Dennoch zeigte sich Russell beeindruckt: „McLaren war echt schnell heute. Das kam etwas überraschend. Wir müssen uns noch steigern.“ Das darf er auch auf sich selbst bezogen gemeint haben, denn der Speed seines jungen Teamkollegen beeindruckte auch Ralf Schumacher (50). Der Sky-Experte traut Kimi den Kampf um den Titel durchaus zu: „Wenn er es dieses Wochenende auch so gut hinkriegt, ist er auf einem guten Weg.“
Nicht warm wird Ralf allerdings mit dem Energiemanagement, was zu verhaltenerem Fahren auf der High-Speed-Piste führt. „Oh Gott. Mit Runterschalten in der 130 R, da kann man sich ja vorstellen, wie viel langsamer das ist. Hier in Suzuka brauchst du die Leistung unbedingt“, weiß der Japan-Liebhaber.
Eigentlich komisch, hatte Ralf doch zuletzt Verstappen für dessen Kritik an der neuen Elektro-Formel („Wie Mario Kart“) gemaßregelt: „Ich glaube, es hilft ihm nicht, von Mario Kart zu sprechen. Das kann er mit seinen Kumpels machen. Max Verstappen wäre jetzt einfach ganz gut beraten, entweder auf einen Fahrer oder auf irgendeinen guten Freund zu hören und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.“
Das wäre das Arbeiten mit Red Bull an Lösungen für die fehlende Balance. Oder ist Verstappen in Gedanken schon bei Mercedes, mit deren GT3 er ja auf dem Nürburgring so viel Spaß hatte? Das Fachblatt „auto, motor und sport“ glaubt, er könne in dieser Saison leichter aus seinem bis Ende 2028 laufenden Vertrag, wenn er zur Jahresmitte nicht mindestens WM-Zweiter ist.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff verwies derartige Überlegungen ins Reich der Fabel: „Das Erstaunliche ist, dass diese dummen Gerüchte jetzt schon im März aufkommen. Dumm genug, dass man normalerweise im Juli darüber sprechen muss.“ Der Österreicher betonte, Russell und Antonelli seien langfristig gebunden und schwärmte: „Ich könnte nicht glücklicher und happier mit den beiden sein.“ Ob er das auch noch ist, wenn der neue Krieg der Sterne ausbricht?

