In der Formel 1 läuft das zweite Rennwochenende in China. Das neue Reglement sorgt bei zahlreichen Fahrern allerdings immer noch für Missmut.
Ferrari-Star schäumtHamilton klagt Mercedes wegen Motor-Doping an
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Mercedes ist wieder der FC Bayern der Formel 1. Die Dominanz der Silberpfeile ist dank des perfekt auf den neuen Monster-Motor hin konstruierten W17 so groß, dass EXPRESS.de analog zur Hinter-Bayern-Meisterschaft nebst HIBAY-Pokal in der Bundesliga-Saison 2014 eine HIMER-Trophäe ausloben könnte.
Nach ihrem Doppelsieg in Melbourne fuhr das Mercedes-Duo George Russell (28) und Kimi Antonelli (19) auch im Qualifying zum China-Sprintrennen (4 Uhr, 14. März 2026, Sky) in seiner eigenen Liga.
Ferrari-Pilot Hamilton: „Das steht so nicht in den Regeln“
Eindeutiges Zeichen: McLaren-Teamchef Andrea Stella (54) winkt angesichts des riesigen Rückstands von 0,621 Sekunden des drittplatzierten Weltmeisters Lando Norris (26) auf Russell schon vor dem zweiten Grand Prix (Sonntag, 15. März 2026, 8 Uhr, Sky) die Weiße Flagge: „Es geht nur noch um den Platz hinter Mercedes, denn die sind weit außerhalb unserer Reichweite.“
Das freut natürlich Melbourne-Sieger Russell, der seinem Nummer-eins-Status vor dem jungen Antonelli gerecht wird und frohlockte: „Das Auto hat sich supertoll angefühlt.“ Der Engländer wies nur auf sein klitzekleines Luxusproblem hin: „Wir arbeiten an einer Verbesserung des Starts. In Melbourne war es spannender, als wir es uns gewünscht hätten.“
In Australien hatten die Ferrari-Fahrer Charles Leclerc (28) und Lewis Hamilton (41) ihn mit ihren Raketenstarts in Bedrängnis gebracht und kurzzeitig überholt. Doch Mercedes-Teamchef Toto Wolff (54) bleibt angesichts der in den Longruns gezeigten Rennpace und des Elektro-Boosts gelassen: „Wenn sie uns am Start schlagen, müssen wir sie im Rennen einfangen. Unser Vorsprung kommt nicht von den Geraden, sondern von den Kurven.“
Das wurmt vor allem Hamilton. Obwohl seine neue rote Göttin SF-26 im Vergleich zu seinem ersten Ferrari eine gelungene Kreation ist, er Qualifying-Spezialist Leclerc gestern schlug und er Russell von Startplatz vier dank seines kleineren und schneller ansprechenden Turboladers wieder angreifen könnte, dürfte es unmöglich sein, seinen China-Sprintsieg vom Vorjahr zu wiederholen. Mehr noch: Hamilton warnt sogar vor einem möglichen frühen WM-Nachteil.
„Wenn du im Qualifying eine Sekunde zurückliegst, verlierst du in ein paar Rennen sehr viele Punkte“, weiß der Brite und sieht auch seine womöglich letzte Chance auf den achten Titel schon früh schwinden. Deshalb klagt der Ex-Mercedes-Star jetzt an: „Ich hoffe, es ist einfach nur reine Leistung und wir müssen einen besseren Job machen. Aber es kann nicht sein, dass sie in jedem Sektor zwei Zehntel nur durch reine Power gewinnen.“
Hamilton klagt Mercedes an: „Das steht so nicht in den Regeln.“ Sein konkreter Verdacht: „Wenn das etwas mit dieser Kompressionsverhältnis-Sache zu tun hat, wäre ich enttäuscht, dass die FIA das erlaubt hat. Denn so steht das nicht in den Regeln.“ Zur Erinnerung: Der Mercedes-Trick, die Verdichtung bei Betriebstemperatur von den erlaubten 16:1 auf 18:1 zu erhöhen, soll erst ab 1. Juni verboten werden. Solange versucht Wolff der Konkurrenz einzureden, dass er kaum etwas bringt und das Werksteam einfach ein besseres Auto gebaut habe als die Kunden und Konkurrenten. Hamilton glaubt das nicht.
Fest steht: Hamilton will nicht tatenlos zusehen. Statt auf eine mögliche Regeländerung zu warten, fordert er eine schnelle Reaktion von Ferrari-Teamchef Fred Vasseur (57): „Ich werde Druck machen, dass wir dasselbe tun, damit wir mehr Leistung bekommen.“
Über fehlende PS seines Red-Bull-Ford beschwerte sich Max Verstappen (28) bisher nicht. Dafür über das neue Elektro-Konzept und die künstlich wirkenden Überholmanöver: „Wie Mario Kart.“ In Shanghai kamen noch das Fehlen von „Grip und Balance“ dazu. „In den Kurven sind wir komplett weg“, motzte „Mad Max“, der nun von Rang acht startet: „Der ganze Tag war eine Katastrophe von der Pace.“
Audi-Routinier Nico Hülkenberg (38), der in Melbourne wegen eines Telemetrie-Defekts gar nicht starten konnte, steht mal wieder auf seinem Stammplatz elf.



