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Neuer DienstwagenWenn du Kölner Kennzeichen siehst, kannst du winken

Der Dienstwagen von OB Torsten Burmester. Er fährt einen Ford Explorer als Plug-in-Hybrid mit V6-Benzinmotor und Elektromotor.

Copyright: Alexander Schwaiger

Der Dienstwagen von OB Torsten Burmester. Er fährt einen Ford Explorer als Plug-in-Hybrid mit V6-Benzinmotor und Elektromotor. 

Aktualisiert

Wenn du dieses Autokennzeichen auf Kölns Straßen siehst, kannst du ruhig winken: K-OB 2000 E. Es gehört dem Oberbürgermeister – und ist an seinem Dienstwagen zu sehen. Das wiederum hat er von Reker übernommen.

Während die Dienstfahrzeuge der vier ehrenamtlichen Bürgermeister kaum für Aufsehen sorgen, ist das beim OB ganz anders. Die Wahl der Limousine des Stadtoberhaupts ist in Köln ein heißes Eisen.

Das zeigte sich etwa bei Henriette Reker (parteilos), der Vorgängerin von Torsten Burmester. Im Jahr 2019 wollte Reker wegen des ausgerufenen Klimanotstands eine Prüfung von umweltfreundlicheren Fahrzeugen für die Führung der Stadt anstoßen.

Heftiger Gegenwind von Ford

Konkret standen drei der 13 Fahrzeuge zur Debatte: zwei Modelle mit Plug-in-Hybrid und ein GLC F-Cell von Mercedes-Benz mit Wasserstoffantrieb. Der Plan, eventuell auf Ford zu verzichten – den größten industriellen Arbeitgeber in der Domstadt –, sorgte wochenlang für eine aufgeheizte Debatte.

Gunnar Herrmann, der damalige Chef von Ford, äußerte sich klar: „Das ist eine enorme Enttäuschung und kein schönes Signal.“

OB Burmester neben seinem Dienstwagen.

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OB Burmester neben seinem Dienstwagen.

Sogar der Betriebsrat von Ford schaltete sich ein, initiierte eine Online-Petition und verlangte von Reker ein klares Statement. Die Aktion fand über 21.000 Unterstützer und führte zu einer Aktuellen Stunde im Stadtrat. Reker blieb Ford aber trotzdem treu: Seit 2023 war sie mit dem Ford Explorer Hybrid unterwegs.

Bei dem Wagen handelt es sich um einen klassischen SUV aus amerikanischer Produktion, der in den USA gefertigt wird. Seine Maße sind beachtlich: gut fünf Meter Länge und zwei Meter Breite.

Zuvor war sie im Ford Mondeo unterwegs gewesen, dessen Produktion aber 2022 endete. Als reines Elektroauto bot Ford vor 2023 lediglich den Mach-E an, da das Unternehmen bei der E-Mobilität hinterherhinkte. Dieser sportliche Mustang war jedoch für die dienstlichen Aufgaben einer Oberbürgermeisterin unpraktisch. Aus diesem Grund entschied sich Reker für den Explorer.

Zoff um Dienstwagen? Gab's schon früher!

Bereits im Jahr 2001 gab es eine Auseinandersetzung um das Fahrzeug des Kölner Oberhaupts. Seinerzeit tauschte der OB Fritz Schramma (CDU) seinen Ford gegen einen Volvo S80. Die meisten anderen Bürgermeister waren zu dieser Zeit ebenfalls in Volvos unterwegs. Eine herbe Enttäuschung für Ford. Obwohl Volvo damals Teil des Ford-Konzerns war, wurde die schwedische Automarke in Köln nie als heimisch empfunden.

Burmester erbt die Reker-Fords

Der neue OB Torsten Burmester hat nun die zwei Ford Explorer Hybrid von Henriette Reker geerbt, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Eines der Fahrzeuge dient als Ersatzwagen. Inzwischen sind manche Dezernenten auch mit Marken wie VW, Audi oder Mercedes unterwegs. Laut Stadtsprecher Alexander Vogel wird Burmester seinerseits der Marke Ford treu bleiben. Zusätzlich plant der Oberbürgermeister, öfter den Bus für den Weg zum Rathaus zu nutzen.

Eine Regeländerung gab es auch für die Fraktionen: Bis zum Jahr 2020 stand Fraktionen mit mindestens 25 Mitgliedern ein Dienstauto samt Fahrer zu. Diese Praxis wurde vom Rat gekippt, nachdem die Grünen bei der Wahl 2020 die meisten Sitze errangen. Jetzt müssen die Fraktionen für solche Fahrzeuge selbst in die Tasche greifen. Aktuell erreicht ohnehin keine Fraktion die 25-Mitglieder-Marke: Die Grünen stellen mit 22 die größte Gruppe, gefolgt von CDU und SPD mit je 18. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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