Nach NürburgringTraditionsreiche F1-Strecke kehrt zurück, neue kommt hinzu

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Die Formel 1 kehrt nach Imola zurück. Das Foto vom 23. April 2005 zeigt den Ferrari von Rubens Barrichello.

Köln – Die Corona-Krise hat die Formel 1 auf den Kopf gestellt. Der Saisonstart wurde verschoben, der Rennkalender umgestellt. Davon profiteren nun einige Strecken, die unter normalen Umständen in diesem Jahr keinen Besuch aus der Königsklasse des Motorsports empfangen hätten. 

Zur Freude vieler Formel-1-Fans feiert so der Nürburgring sein Comeback. Doch nicht nur in Deutschland wird gejubelt: Die F1-Bosse haben für zwei weitere Rennen in Europa den Daumen gehoben. 

Formel 1: Rückkehr nach Imola

Vom 31. Oktober bis zum 1. November wird die Formel 1 nach Jahren der Abstinenz wieder in Imola gastieren. Der Kurs im Zwergenstaat San Marino, blickt auf eine bewegte Formel-1-Historie zurück. 1980 rasten die ersten Boliden über die hügelige Strecke, bis 2006 schließlich der letzte Große Preis von San Marino stattfand. Trotz vielen großen Erfolgen, überschattet der Grand Prix von 1994 die Historie von Imola. 

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Was passierte 1994 in Imola?

Erst verletzte sich der Brasilianer Rubens Barrichello (48) während des ersten Qualifikationstrainings am Freitag schwer, nachdem sein Wagen nach dem Überfahren der Curbs abgehoben und mit etwa 225 Kilometern pro Stunde in einen Reifenstapel prallte und sich mehrfach überschlug. Barrichello verschluckte durch den Unfall seine Zunge und verlor vorrübergehend das Bewusstsein. Er wurde noch auf der Strecke medizinisch versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. 

Tags darauf starb der österreichische Pilot Roland Ratzenberger (†33), weil sich sein vorher beschädigter Frontflügel löste, weshalb Ratzenberger seinen Wagen nicht länger kontrollieren konnte und mit beinahe 300 Kilometern pro Stunde in eine Betonmauer krachte. Ratzenberger erlitt durch die Wucht des Aufpralls einen Schädelbasisbruch. Wiederbelebungsversuche scheiterten, der Österreicher war bereits klinisch tot. 

Von den Ereignissen der Vortage geprägt, stand das Rennen am Sonntag auf der Kippe. Ayrton Senna (†34) und Gerhard Berger (60) äußerten Bedenken, das Rennen fand jedoch statt.

Die Formel 1 verliert Ayrton Senna durch brutalen Unfall

Sennas Wagen kam nach einem Renn-Neustart von der Fahrbahn ab und stieß bei einer Geschwindigkeit von 212 Kilometern pro Stunde in die Begrenzungsmauer. Bei dem Aufprall bohrte sich eine Strebe der Radaufhängung durchs Sennas Helm, wodurch alle großen Blutgefäße in Sennas Hirn durchtrennt wurden. Senna wurde mit einem Helikopter in ein Krankenhaus in Bologna geflogen, dort wenig später für hirntot erklärt. 

Die schockierenden Ereignisse führten zu einer großen Sicherheitsdebatte in der Formel 1, wodurch mehrere Rennstrecken und Sicherheitskonzepte angepasst wurden. In Imola wurde das Streckenlayout verändert. Die Tamburello-Kurve, in der Senna verunglückte, wurde zu einer Schikane umgebaut, um die Geschwindigkeit der Wagen zu verringern. Letzter Sieger des Großen Preis von San Marino ist Michael Schumacher (51).

Ohne schlimme Erinnerungen: Formel 1 freut sich auf Portimao

Auf einen unbefleckten Start in der Formel 1 darf sich hingegen die Strecke in Portimao freuen. Die portugiesische Rennstrecke wurde im Jahr 2008 fertiggestellt und bietet den Fahrern etliche Überholmöglichkeiten. Mehrere Teams absolvierten bereits Testfahrten, zuletzt drehte hier Lando Norris (20) einige Runden. 

Die 4,6 Kilometer lange Strecke ist ebenfalls von Hügeln geprägt und gilt als fahrerisch höchst anspruchsvoll. 

Während in Europa Freude über die neuen Renntermine herrscht, müssen andere Fans aufgrund der Corona-Krise in die Röhre gucken: Die Rennen in Mexiko, Brasilien, USA und Kanada fallen in dieser Saison aus.