„Disqualifiziert mich doch“ Eklat bei Leichtathletik-DM: Thorwirth tobt wegen verbotener Ukraine-Aktion

3000-m-Meister Maximilian Thorwirth zeigt auf sein Ukraine-Armband.

Leichtathlet Maximilian Thorwirth setzte bei den deutschen Hallen-Meisterschaften am 26. Februar 2022 mit seinem Ukraine-Armband ein Zeichen.

Heftige Diskussionen rund um die deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften. Der deutsche Meister Maximilian Thorwirth wettert heftig gegen das Trageverbot einer Ukraine-Flagge im Rennen.

Eine nicht gestattete Solidaritätsaktion mit der Ukraine bei den deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften hat bei 3000-m-Meister Maximilian Thorwirth (27) für Verärgerung gesorgt.

„Ich war sehr wütend im Rennen, weil den Leverkusener Jungs verboten wurde, im Rennen die Ukraine-Flagge auf dem Arm zu tragen“, sagte der Leichtathlet nach seinem Erfolg am Samstag (26. Februar 2022) in Leipzig im ARD-Interview.

Deutscher Meister Maximilian Thorwirth wirft Wettkampfleitung Doppelmoral vor

„Eine richtige Erklärung“ habe man nicht bekommen, „keine politischen Statements, ich weiß es nicht“, sagte Thorwirth. Vor den Wettkämpfen sei die Anordnung von einem Mitarbeiter im sogenannten Callroom gekommen, der „mit der Wettkampfleitung gesprochen hat. Da frag ich mich, was wir hier machen. Wenn wir eine Schweigeminute machen und dürfen das nicht auf dem Arm tragen“, sagte Thorwirth, der direkt nach seinem Lauf seinen Ärger im Interview in der Halle kundgetan hatte, indem er rief: „Disqualifiziert mich doch!“

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Zu Beginn der Wettkämpfe hatte es eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer des russischen Einmarschs in die Ukraine gegeben, währenddessen wurde die ukrainische Flagge an einem Videowürfel in der Hallenmitte gezeigt.

Deutscher Leichtathletik-Verband äußert sich zu Thorwirth-Aussagen

Manchmal müsse man „natürlich darüber nachdenken“, wie man mit Regelwerk, mündigen Athleten und solchen Bühnen umgehe und ob das Regelwerk „nicht angepasst werden“ müsste, sagte Idriss Gonschinska (53), Vorstandsvorsitzender des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

„Grundsätzlich hat der Deutsche Leichtathletik-Verband das Bekenntnis zu Beginn der Veranstaltung gemacht. Wir fühlen mit dem ukrainischen Volk und wir verurteilen jegliche Form von Aggression“ sagte Gonschinska. Mit Thorwirth habe er bereits gesprochen, er könne dessen Emotionen nachvollziehen. Disqualifiziert werde dieser nicht. (sid)

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