Warnung vor Angriffen bei WM Verantwortlicher aus Katar rät Fans von Regenbogenflaggen ab

Eine Fußball-Anhängerin mit zwei kleinen Regenbogenfahnen im Haar steht vor der Münchner Allianz-Arena.

Der katarische Generalmajor warnte davor, bei der WM 2022 Regenbogenflaggen mitzubringen. Auf dem Symbolfoto steht eine Frau mit Regenbogenflaggen im Haar am 23. Juni 2021 vor der Münchner Allianz-Arena.

Spätestens seit der EM 2021 sind die Regenbogenfahnen in den Stadien allgegenwärtig – so wohl auch bei der WM 2022 in Katar. Der katarische Generalmajor hat vor dem Tragen der Regenbogenflaggen aber gewarnt.

Während der EM 2021 in ganz Europa wurde das Thema aktueller denn je, nachdem in Ungarn ein Gesetz verabschiedet wurde, das Informationen über Homo- und Transsexuelle beschränkt.

Seitdem sieht man in Europas Stadien viele Regenbogenfahnen (steht weltweit als Symbol für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt), egal ob als Fahnen auf den Tribünen oder auf den Trikots der Spieler.

Katarischer Generalmajor fürchtet Angriffe wegen Regenbogenfahne

Auch bei der WM 2022 in Katar wird man die Fahnen aller Voraussicht nach häufig sehen. Davor hat ein katarischer Sicherheitsverantwortlicher nun gewarnt und sich gegen das Zeigen der Regenbogenfahnen ausgesprochen – weil er mögliche Angriffe fürchtet.

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Falls ein Fan „die Regenbogenfahne zeigt, und ich sie ihm wegnehme, geschieht dies nicht, weil ich sie wirklich nehmen will, um ihn zu beleidigen, sondern um ihn zu schützen“, sagte Generalmajor Abdulasis Abdullah Al Ansari.

Homosexualität ist in Katar gesetzlich verboten

„Wenn nicht ich es tue, könnte ihn jemand attackieren. Ich kann nicht für das Verhalten aller Menschen garantieren. Und ich werde ihm sagen: ‚Bitte, es gibt keinen Grund, die Fahne hier zu zeigen‘.“

Al Ansari ist unter anderem der Vorsitzende des Nationalen Terrorismusbekämpfungs-Komitees im katarischen Innenministerium.

Der WM-Gastgeber Katar ist nicht nur wegen der Menschenrechtslage und der Bedingungen für ausländische Arbeiter in der Kritik internationaler Organisationen. Amnesty International hatte zuletzt geurteilt, dass Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen „sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert“ würden. Homosexualität ist in Katar gesetzlich verboten.

Gianni Infantino: „Jeder hier in Katar willkommen“

In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisierten mehrere Fanverbände, dass sowohl die FIFA als auch die Organisatoren sich bislang nicht genug um die Sorgen von Fans und Rechtegruppen gekümmert haben. „Wir können unseren Mitgliedern, LGBTQI+-Menschen und Verbündeten nicht guten Gewissens sagen, dass dies eine WM für alle ist.“

FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) sagte kürzlich: „Jeder wird sehen, dass jeder hier in Katar willkommen ist, auch wenn wir über LGBTQI+ sprechen.“ Die FIFA erklärte auf Anfrage erneut, dass Regenbogenfahnen im Stadion erlaubt seien. Die katarischen WM-Organisatoren erklärten, dass sie Richtlinien des Weltverbandes diesbezüglich respektieren würden.

Al Ansari sagte, dass er LGBTQI+-Fans nicht empfehle, dass sie Katar fernbleiben sollen. „Bucht ein Zimmer zusammen, schlaft zusammen, das ist etwas, das uns nichts angeht“, sagte er. Wer seine Ansichten zur LGBTQI+-Situation demonstrieren wolle, solle das in einer Gesellschaft tun, „in der das akzeptiert wird“. (dpa/tsc)

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