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Falscher Ehrgeiz?Wie einst Oliver Kahn: Ungarn-Torwart hat kein Herz für kleinen Schützen

Der kleine Enok wird nach seiner vergebenen Torchance am 13. März 2023 getröstet.

Der kleine Enok wird nach seiner vergebenen Torchance am 13. März 2023 getröstet.

Ein ungarischer Torwart versaut einem kleinen Jungen den Geburtstag – und zieht die Wut der Fans auf sich. Die Aktion erinnert an einen ganz Großen der Torwart-Zunft: Oliver Kahn.

von Antje Rehse (are)

Die herzloseste Aktion des Spieltags oder einfach nur professionelles Verhalten? Ein ungarischer Zweitliga-Torwart hat in seinem Heimatland große Empörung ausgelöst. Der Grund: Der Keeper versaute einem kleinen Jungen gehörig die Geburtstagsparty.

Was war passiert? Beim Zweitliga-Spiel zwischen MTK Budapest gegen Diósgyőri VTK, kurz DVTK, am Montag (13. März 2023) durfte der kleine Enok nach der Pause den symbolischen Wiederanstoß ausführen. Danach wäre es mit einem regulären Anstoß weitergegangen.

Kleiner Junge scheitert gleich zweimal am Torwart

MTK-Kapitän Zoltán Stieber (34), vielen Fans noch aus seiner Zeit in der Bundesliga (Hamburger SV) und 2. Bundesliga bekannt, wollte dem Jungen offenbar ein besonderes Geschenk machen. Mit einem Pass schickte er ihn auf die Reise Richtung gegnerisches Tor.

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Enok ließ sich nicht zweimal bitten, sprintete los und lief schließlich alleine auf Gäste-Torwart Zsombor Senkó (20) zu. Der junge Keeper, bis vor Kurzem noch für die U19 von Juventus Turin aktiv, hatte offenbar aber keine Lust, sich von einem Kind einen Treffer einschenken zu lassen. Mit dem rechten Knie wehrte er Enoks Schuss ab. 

Die Szene war aber noch nicht vorbei. Enok lief dem Abpraller hinterher und startete einen zweiten Versuch. Doch erneut war Senkó zur Stelle. Das Publikum quittierte die Aktion mit lauten Pfiffen und Buh-Rufen. 

Ohne Erfolgserlebnis musste Enok zurück zum Mittelkreis laufen. Von seinem Vater wurde er traurig vom Platz getragen. Das Video der Szene sehen Sie hier bei YouTube:

Ob Spielverderber Senkó ein berühmtes deutsches Vorbild hat, ist nicht bekannt. Doch seine Aktion erinnert stark an den früheren Welttorhüter Oliver Kahn. Als der zu Beginn seiner Karriere noch beim Karlsruher SC das Tor hütete, fiel er in einem Benefizspiel durch unangemessenen Ehrgeiz auf. 

Bei einem Elfmeterschießen traten Kinder gegen ihn an. Jeder Treffer hätte eine Spende für wohltätige Zwecke bedeutet. Doch Kahn parierte fast jeden Schuss. „Das stimmt leider“, sagte er viele Jahre später dem SZ-Magazin. Kahn gab an, von der Spendenaktion im Rahmen des Benefizspiels nichts gewusst zu haben.

Gäste-Trainer rechtfertigt die Spielverderber-Aktion

Doch zurück nach Ungarn. In diesem Fall nahm Sergej Kuznetsov (40), der Trainer der Gäste, die Schuld auf sich. „Meine Bitte war, dem Spieler kein Tor zu erlauben, er ist dieser Bitte nur nachgekommen“, sagte der Ukrainer gegenüber M4 Sport.

Kuznetsov weiter: „Wenn DVTK bei einer Wohltätigkeits- oder Geburtstagsveranstaltung mitmachen soll, muss man uns vorher informieren. Das ist hier nicht passiert. Meiner Meinung nach bringt man mit einer solchen Aktion die Spieler, den Staff und die Fans der anderen Mannschaft in eine unangenehme Situation.“

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Dem Verein und Senkó tat die Aktion aber offensichtlich trotzdem leid. Enok wurde zu einem Heimspiel von DVTK eingeladen. „Ich möchte ihm ein Andenken schenken, das nicht an der Wand jedes kleinen Jungen hängt“, kündigte der Torwart an, der zudem den Ehrgeiz des kleinen Nicht-Torschützen lobte. „In der Zwischenzeit wünsche ich ihm, dass er seine Träume niemals aufgibt und wie am Montagabend um jeden Ball kämpft!“

Für Enok uns seine Eltern ist die Sache damit vom Tisch. „Natürlich bedanken wir uns für die Einladung und nehmen sie an. Wir sind überhaupt nicht sauer. Ich möchte, dass das positive Ende der Geschichte mindestens so viel Presseberichterstattung erhält wie der unglückliche Vorfall selbst“, sagte der Vater des Kindes.

Vielleicht war die Familie aber auch so versöhnlich gestimmt, weil ihr Lieblingsverein, der MTK, das Spiel am Ende 4:2 für sich entschied und damit Platz eins in der Tabelle eroberte.