Paraguay ist für die deutsche Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der WM 2026 eine Pflichtaufgabe. Das führte im Vorfeld des Spiels schon zu deutlichen Worten.
„Das sind keine Lügen“Vor Deutschland-Spiel: TV-Schelte zeigt bittere Wahrheit

Ab jetzt heißt es bei der WM 2026 in jedem Spiel: Siegen oder fliegen! Die K.o.-Runde hat am Sonntag (28. Juni) begonnen, schon einen Tag später steigt auch Deutschland in die entscheidende Phase bei der Weltmeisterschaft ein.
Der Gruppensieg beschert dem Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) eine auf dem Papier überschaubare Auftakt-Hürde: Es geht gegen Paraguay, das sich als Dritter in einer Gruppe mit den USA und Australien das Ticket fürs Sechzehntelfinale gesichert hatte. Zeigen die biederen bisherigen Auftritte schon das wahre Leistungsvermögen?
Deutschland-Gegner bei MagentaTV regelrecht zerrissen
Beim ersten WM-Auftritt war Paraguay gegen die USA mit 1:4 böse unter die Räder gekommen, gegen die Türkei gelang der 1:0-Sieg in Unterzahl nur mit ganz viel Dusel. Das müde 0:0 gegen Australien zum Abschluss war ebenfalls nicht gerade eine Machtdemonstration der Südamerikaner.
Bei MagentaTV gab es nach Feststehen des Achtelfinal-Duells eine regelrechte Schelte gegen den nächsten deutschen Gegner. „Paraguay ist kein Gegner. Bei allem Respekt. Das ist eine drittklassige Mannschaft“, wurde Kommentator Jonas Friedrich (46) deutlich und sprach von einem Klassenunterschied.
Auch Micky Beisenherz (49) ließ kein gutes Haar an der „Albirroja“, bezeichnete den WM-Rückkehrer (letzte Teilnahme 2010) als „drittklassiges Team“. Ohne das blamable Uruguay-Aus wäre Paraguay für ihn „das schwächste südamerikanische Team bei dieser WM“.
Lange dauerte es nicht, bis diese Aussagen auch in Paraguay die Runde machten. Und die Reaktionen zeigten die bittere Wahrheit: Viele im Land denken ähnlich über ihre Nationalmannschaft, haben nach zuvor drei verpassten WM-Turnieren das Vertrauen in die Auswahl komplett verloren. Die Rot-Weißen elektrisieren die Massen schon lange nicht mehr.
Die Zeitung „ABC“ schrieb vom „Duell zweier Nationalmannschaften auf Bewährung“, die in der Heimat nicht allzu viel Kredit besitzen. Anstatt wütend gegen die überheblich klingenden Aussagen aus Deutschland zu poltern, stimmten in den sozialen Netzwerken die allermeisten Fans sogar zu.
„Sie haben doch recht. Wir spielen schlecht und kriegen nicht einen guten Pass hin“, schimpfte ein User beim Kurznachrichtendienst X. Ein anderer meckerte: „Wenn man unsere Auftritte sieht, kann man sich darüber nicht beschweren. Es ist unmöglich, uns mit den Favoriten zu messen.“
Paraguay spielte eine gute WM-Quali
Viel Kritik regte sich auch an Nationaltrainer Gustavo Alfaro (63), mit dessen Arbeit längst nicht jeder zufrieden ist. „Alfaro hat bei der letzten Pressekonferenz doch dasselbe nur in anderen Worten gesagt“, gab ein Fan zu bedenken. Ein anderer stimmte zu: „Diese Aussagen hätten locker auch von Alfaro kommen können.“
Dabei sind die Resultate des Argentiniers in knapp zwei Jahren besser als ihr Ruf, von 22 Spielen verlor Paraguay nur fünf. In der WM-Quali, die das Land punktgleich mit Brasilien abschloss, gab es sogar einen Heimsieg gegen die Selecao und zwei Achtungserfolge in der Fremde: In Kolumbien und Ecuador holte Paraguay jeweils einen Punkt.
Trotz allem scheinen die Hoffnungen vor dem Deutschland-Spiel auf dem Nullpunkt. „Das sind keine Lügen“, gestand eine Anhängerin mit Blick auf die Kritik aus Deutschland ein, wollte die Hoffnung aber nicht ganz aufgeben: „Es wäre schon schön, sie zumindest zu überraschen.“
