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Jubeln wie der NachbarVodafone will Verzögerung bei WM-Übertragungen endlich beenden

Der Pokale der Fußball-WM

Copyright: Heather Khalifa/AP/dpa

Diese Trophäe ist für den künftigen Fußball-Weltmeister.

WM-Ärger: Vodafone will verspäteten Jubel verhindern.

Kennt ihr das? Der Ball ist noch gar nicht im Tor, da grölt schon die ganze Nachbarschaft. Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft will Vodafone diesem Ärgernis ein Ende setzen und schraubt an seiner Technik, damit der Jubel nicht mehr zu spät kommt.

Kurz bevor die Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen wird, hat der Telekommunikationsanbieter Vodafone eine technische Verbesserung angekündigt. Das Ziel: Verzögerungen bei Live-Übertragungen sollen reduziert werden. Diese Optimierung wurde vom Unternehmen in Köln am Rande der Fachmesse Anga Com bekannt gegeben.

Wer Fußball über das TV-Kabel von Vodafone schaut, kennt das Problem: Während der Nachbar mit Satelliten-TV schon den Führungstreffer feiert, läuft auf dem eigenen Bildschirm noch der Angriff. Zukünftig sollen die Live-Bilder bei Vodafone aber circa zwei Sekunden früher im Wohnzimmer eintreffen als vor der Anpassung. Damit wären sie fast zeitgleich mit dem Satellitenfernsehen.

Alter Trick für die WM wieder aktiviert

Komplett neu ist diese Methode jedoch nicht. Bereits bei der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2024 hatte Vodafone die Optimierung eingesetzt, sie im Anschluss aber wieder deaktiviert! Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, eine ständige Implementierung sei bislang als technisch zu kompliziert bewertet worden. Der zusätzliche Nutzen sei nur bei großen Sportereignissen vorhanden. Es betrifft ohnehin lediglich die Sender ARD und ZDF.

Bei der Handball-WM und den Olympischen Spielen im ersten Quartal des Jahres verzichtete Vodafone auf die verbesserte Technik. Fußball erzielt laut dem Sprecher mit großem Abstand die höchste Reichweite und spricht deutlich mehr Menschen an. Der Mehrwert der aufwendigen Anpassung sei deshalb nur bei Fußball-Übertragungen wirklich von Bedeutung. Vodafone prüft allerdings, ob die Technologie künftig dauerhaft integriert wird.

Darum kommt der Jubel oft zu spät

Doch worin liegen die Ursachen für die Verzögerungen? Fernsehbilder durchlaufen auf ihrem Weg vom Stadion bis ins Wohnzimmer eine aufwendige Verarbeitung. Diese dauert je nach Technologie und Endgerät – ob Internet-Browser, App oder Receiver – unterschiedlich lange. Die ursprünglichen Daten aus dem Stadion sind viel zu groß für eine direkte Übertragung. Vodafone lässt nun nach eigenen Angaben bestimmte Verarbeitungsschritte weg und gewinnt so an Geschwindigkeit.

Trotzdem wird es auch bei dieser Fußball-WM wieder zeitlich versetzten Jubel auf Deutschlands Straßen geben. Wer Fußball über das Internet ansieht – sogenanntes «IP-TV» – ist sowieso im Nachteil. Hier kann die Verzögerung sogar eine Sekundenzahl im zweistelligen Bereich erreichen. Betroffene können nur hoffen, dass ihre Nachbarn nicht zu laut feiern und so den Ausgang einer Torchance vorzeitig verraten.

Was macht die Konkurrenz von der Telekom?

Die Wettbewerberin Deutsche Telekom, die Fernsehen über das Internet anbietet, kennt das Problem ebenfalls. „Die Übertragung von TV-Signalen über Internet hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt“, äußert ein Sprecher der Telekom. Bei Live-Sendungen sei das Thema Latenz – also die Reaktionszeit im Netzwerk – aber durchaus von Belang, sagt er und deutet damit technische Grenzen an. „Wir arbeiten stets daran und sind zuversichtlich, dass sich diese Aktivitäten positiv auf die Latenz auswirken.“

Im TV-Geschäft verzeichnet die Deutsche Telekom seit einigen Jahren einen leichten Aufwärtstrend, während Vodafone ungefähr vier Millionen TV-Kunden einbüßte. Der Grund dafür ist eine Gesetzesänderung, die 2024 in Kraft trat und einen strukturellen Vorteil von Vodafone aufhob. Dies wirkte sich positiv auf die Konkurrenten aus, die zuvor jahrzehntelang eine schwierige Position hatten. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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