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Wölfe am AbgrundRandale und Abstiegs-Angst nach Bremen-Pleite

VfL Wolfsburg - Werder Bremen

Copyright: Andreas Gora/dpa

Der Abstieg droht: Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking beim 0:1 gegen Werdder Bremen.

Nach dem 0:1 gegen Werder steht der VfL Wolfsburg vor dem historischen Absturz.

Fan-Krawalle überschatten das Spiel – die Lage eskaliert.

Dieser Samstagnachmittag war wie ein Sinnbild für die katastrophale Spielzeit des VfL Wolfsburg. Der erstmalige Abstieg aus der Bundesliga für den VW-Klub rückt nach der schmerzhaften 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Werder Bremen bedrohlich nahe. Doch nach der Partie sprach kaum jemand über das Ergebnis, denn ein anderes Thema dominierte alles.

Bereits vor dem Anpfiff kam es zu heftigen Szenen am Gästebereich. Laut Informationen der dpa griffen Anhänger von Werder dort Sicherheitspersonal des VfL an, was einen Polizeieinsatz zur Folge hatte. Das Resultat der Krawalle: Zehn vorläufige Festnahmen, drei verletzte Sicherheitskräfte und drei leicht verletzte Beamte. Die Fanhilfe Bremen schildert die Ereignisse anders und spricht in einer Mitteilung von „massiven Übergriffen durch die Polizei“.

VfL Wolfsburg - Werder Bremen

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Die Polizei und die Fans von Werder Bremen vor dem Spiel am Gästeeingang.

Explosive Stimmung mit Vorgeschichte

Die angespannte Atmosphäre hat eine Historie. Schon im Jahr 2022 wurden Fans aus Bremen von der Wolfsburger Polizei derart intensiv überprüft, dass ein Gericht die Maßnahmen im Nachhinein für teilweise illegal erklärte. Die Schadenfreude über einen möglichen Abstieg des VfL dürfte bei vielen Werder-Anhängern deshalb besonders groß sein. Und diese Vorstellung wurde durch den entscheidenden Treffer von Justin Njinmah in der 68. Minute ein ganzes Stück realistischer.

Trainer-Effekt? Fehlanzeige!

„Bis es nicht mehr möglich ist: Bis dahin werden wir weitermachen“, kündigt Wolfsburgs Sportdirektor Pirmin Schwegler mit Blick auf die fast aussichtslose Lage im Tabellenkeller an. Der VfL ist seit zehn Partien ohne Sieg. Nach der Länderspielpause verbleiben lediglich sieben Gelegenheiten, um die Wende zu schaffen. „Es werden weniger Spiele, weniger Chancen. Aber es ist noch nicht alles verloren“, fügt Schwegler hinzu.

Der Eindruck nach dem Duell im Tabellenkeller ist aber ernüchternd: Es scheint fast egal, wer bei den Wölfen an der Seitenlinie steht. Die entscheidenden Partien, die als Wendepunkt hätten dienen können, gingen allesamt verloren: das 2:3 gegen Hoffenheim unter Paul Simonis, das 1:2 gegen den HSV mit Daniel Bauer und nun das 0:1 gegen Bremen unter Dieter Hecking. „Wir brauchen das Erfolgserlebnis. Da brauchen wir nicht drumherum zu reden“, gestand Hecking ein.

Millionen-Fehlinvestitionen und Führungs-Chaos

Dass es beim VfL an mehr als nur Fortune mangelt, gab Schwegler offen zu. Nachdem in den letzten beiden Sommer-Transferperioden über 80 Millionen Euro ausgegeben wurden, flossen im Januar weitere knapp 20 Millionen in den Angreifer Kento Shiogai und den Verteidiger Jonas Adjetey. Gegen Bremen stand einer von ihnen nur 16 Minuten auf dem Platz, der andere überhaupt nicht. Auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Investitionen sagte Schwegler nur: „Wir haben es versucht, glaubt es mir.“

Noch schlimmer sieht es in der Führungsetage aus. Geschäftsführer Marcel Schäfer, dessen Rückkehr sich viele wünschen, musste Anfang 2024 seinen Posten räumen. Sein Nachfolger Peter Christiansen war nicht einmal zwei Jahre im Amt, bevor er ebenfalls gehen musste. In diesem kurzen Zeitraum sprach der Däne mit vier unterschiedlichen Trainern, Hecking inklusive. Jeder von ihnen verfolgte eine andere fußballerische Philosophie. Diese Planlosigkeit hat die Wolfsburger in ihre jetzige missliche Lage gebracht. (red)

Den wohl emotionalsten Appell für den Klassenerhalt des VfL gab es am Samstag ausgerechnet vom gegnerischen Coach. „Der Norden braucht die Bundesliga. Und der Norden braucht auch den VfL Wolfsburg wie auch den SV Werder Bremen“, erklärte Daniel Thioune, wie die dpa meldet. „Die Daumen sind fleißig gedrückt!“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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