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„Einfach inakzeptabel“ Chaos und blutende Fans: Union Berlin kritisiert Polizei-Einsatz in Rotterdam

Erneut ist ein Spiel von Union Berlin in der UEFA Conference League von Ausschreitungen und Konflikten abseits des Platzes überschattet worden. In Rotterdam machten und Union und seine Fans der Polizei heftige Vorwürfe.

Rotterdam. Blutende Fans, 75 Festnahmen und schwere gegenseitige Vorwürfe zwischen Polizei und Berliner Anhängern: Beim Gruppenspiel von Union Berlin in der UEFA Conference League bei Feyenoord Rotterdam (1:3) ist das sportliche Geschehen am Donnerstag (21. Oktober 2021) in den Hintergrund gerückt.

Nach vereinzelten antisemitischen Vorfällen beim Heimspiel gegen Maccabi Haifa Ende September im Olympiastadion sahen sich die Union-Anhänger diesmal als Opfer eines harten Einsatzes der Polizei, den auch der Klub noch am Abend aufs Schärfste verurteilte. Allerdings gab es auch schwere Vorwürfe der Beamten gegen einige mitgereiste Berliner.

Union Berlin kritisiert Polizeieinsatz bei Conference League in Rotterdam

„Es gibt Bilder von zahlreichen Verletzten von einem offensichtlich sehr harten Polizeieinsatz. Das ist in der Gesamtheit einfach inakzeptabel“, sagte Unions Kommunikationschef Christian Arbeit (47). Die Darstellungen darüber, was genau passierte, gehen weit auseinander.

Während Union-Fans in sozialen Medien, etwa auf dem Account der Solidargemeinschaft „Eiserne Hilfe“, von gezielten Angriffen und willkürlichen Festnahmen berichteten, stellte die Polizei die Vorfälle anders dar. Demnach habe zunächst eine Gruppe von 59 Union-Anhängern vor dem Anpfiff die Konfrontation mit Fans von Feyenoord gesucht.

Die Polizei berichtete derweil auch vom einem Angriff einer „kleinen Gruppe deutscher Rowdys“ auf die Beamten. In Folge der Attacke wurde ein Polizeihund eingesetzt, der sowohl drei Union-Fans als auch versehentlich einen Polizisten biss. Die Betroffenen mussten medizinisch versorgt werden. Verletzt wurden neben weiteren Union-Fans zudem ein Polizeipferd mit Reiter, weil sich das Tier durch Feuerwerkskörper erschreckte und anschließend fiel.

Fans von Union Berlin warteten teilweise noch zur Halbzeit vor dem Stadion

Vor dem Einlass in den Gästeblock kam es später zu enorm langen Wartezeiten. Einige der insgesamt rund 2400 Berliner waren teilweise lange nach Spielbeginn noch nicht auf ihren Plätzen in der Arena.

Viele von ihnen waren selbst beim Halbzeitpfiff noch nicht im Gästeblock angekommen. Ein genauer Grund für die Verzögerungen wurde zunächst nicht genannt. „Es ist eine aus unserer Sicht katastrophale Einsatzsituation, wenn mehrere hundert Menschen mit Eintrittskarten bis zur Halbzeitpause nicht im Stadion sind. Dann kann irgendetwas nicht stimmen“, sagte Arbeit.

Union kündigte als Folge der gesamten Vorfälle bereits Gespräche mit Feyenoord und der Europäischen Fußball-Union an. „Wir werden darüber reden müssen, wie so etwas auf europäischem Niveau passieren kann. So ist das nicht hinnehmbar“, beklagte Arbeit. (bc/dpa)

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