Antisemitismus-Vorfall Erster Täter gefunden: Union Berlin will hart gegen Fan vorgehen

Fans von Union Berlin im Spiel der UEFA Conference League gegen Maccabi Haifa

Fans von Union Berlin im Spiel der Conference League am 30. September 2021 gegen Maccabi Haifa. Einem Anhänger, der mit Antisemitismus aufgefallen war, drohen jetzt harte Konsequenzen.

Union Berlin geht konsequent gegen den Anhänger vor, der im Spiel der Conference League gegen Maccabi Haifa Gästefans attackiert hatte. Der Antisemitismus-Vorfall im Olympiastadion sorgte für Entsetzen.

Berlin. Der Schock nach einem antisemitischen Vorfall beim Spiel von Union Berlin gegen Maccabi Haifa am 30. September 2021 in der Conference League saß tief. Inzwischen haben sich die „Eisernen“ bei der Aufklärung des Falls an die Arbeit gemacht und einen ersten Täter ermittelt.

Am Mittwoch (6. Oktober 2021) verkündete Union, dass der Anhänger, der während der Partie eine Gruppe deutscher Fans von Maccabi Haifa attackiert hatte, identifiziert sei. Ein Ausschlussverfahren aus dem Verein sei bereits eingeleitet worden.

Union Berlin will Fan nach Antisemitismus-Vorfall aus Verein ausschließen

„Wir haben daher alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen eingeleitet, um diese Person aus unseren Reihen zu entfernen. Alle uns vorliegenden Informationen haben wir darüber hinaus an das ermittelnde Landeskriminalamt übermittelt“, wird Union-Präsident Dirk Zingler (57) in der Mitteilung zitiert.

Der identifizierte Täter erhält zudem ein unbefristetes Hausverbot sowie ein Zutrittsverbot zu allen Veranstaltungen des Vereins. Union beantragt beim Deutschen Fußball Bund zudem ein bundesweites Stadionverbot. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes ermittelt gegen mehrere Personen, unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

UEFA ermittelt gegen Union Berlin und etliche weitere Vereine

Doch auch dem Verein selbst drohen noch Konsequenzen wegen der Vorkommnisse. Die UEFA hat inzwischen eine disziplinarische Untersuchung eingeleitet, die eine Geldstrafe und im schlimmsten Fall sogar ein Geisterspiel auf internationaler Bühne zur Folge haben könnte.

Berlin war an jenem Donnerstag allerdings längst nicht der einzige Schauplatz hässlicher Szenen rund um die Spiele im Europapokal. Auch in Antwerpen, Marseille und London war es zu Schlägereien und Auseinandersetzungen zwischen Fans gekommen, sowohl in den Stadien als auch außerhalb. (bc)

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