Gefängnis- und Todesstrafe in Katar Lesben- & Schwulenverband attackiert DFB ein Jahr vor der WM

Die deutschen Spieler klatschen sich nach der Partie in Armenien ab.

Die deutschen Nationalspieler nach dem Sieg in Armenien am 14. November 2021.

Klare Forderung des Verbands der Lesben und Schwulen bezüglich der Fußball-WM 2022 in Katar. Der DFB und die Gesellschaft sollen sich endlich deutlich positionieren.

Berlin. Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Katar (21. November bis 18. Dezember 2022) hat der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und von der gesamten Gesellschaft eine eindeutige Position zu den fehlenden Rechten der LGBTQIA+-Community in dem Golf-Emirat gefordert.

„Haltung zeigt sich nicht, indem man gerade steht auf dem Fußballplatz. Haltung zeigt sich darin, dass man stehen bleibt und kein Territorium betritt, das mit Blick auf die Menschenrechte ein Minenfeld ist. Ich erwarte vom DFB mehr als nur eine Regenbogenarmbinde“, sagte Alfonso Pantisano vom LSVD-Bundesvorstand dem Nachrichtenportal „watson“ (Mittwoch, 17. November 2021).

LGBT ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell und Transgender. Oft werden auch die Varianten LGBTQ, LGBTQI oder LGBTQIA+ verwendet. Jeder Buchstabe steht für die eigene Geschlechtsidentität oder die sexuelle Orientierung.

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Im Gastgeberland der WM 2022, Katar, habe die LGBTQIA+-Community keine Rechte, wird in dem Statement beklagt. Wer seine Homosexualität öffentlich macht, könne demnach mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft werden. Nach Scharia-Recht gilt für homosexuelle Muslime in Katar sogar die Todesstrafe.

Daher appelliert Pantisano gerade an die Menschen außerhalb der LGBTQIA+-Community, genau hinzuschauen. „Denn Menschenrechte gehen uns alle an und sind ein Thema für die gesamte Gesellschaft und nicht nur von vermeintlichen Minderheiten.“

Zur Verbesserung der Lage der LGBTQIA+-Community in Katar sieht Pantisano nur eine Lösung: den Boykott des WM-Turniers. „Wir müssen dem Regime in Katar den Geldhahn zudrehen. Wir haben die Wahl: nicht einschalten, nicht hinfahren, kein Geld ausgeben. Und zwar alle zusammen, nicht nur die LGBTIQ+-Community.“ (dpa)

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