Harte Worte von Thomas Tuchel! Englands Nationaltrainer stellt die Hingabe eines seiner Top-Talente für das englische Team öffentlich infrage.
Tuchel-ZweifelDrückt sich England-Star vor Nationalteam?

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Thomas Tuchel trifft in der Nations League mit England auf Spanien.
Im Vorfeld der Nations-League-Partie gegen Weltmeister Spanien am Samstag in Wembley hat Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel die Mentalität von Cole Palmer gegenüber dem Nationalteam angezweifelt.
Der Coach betonte, dass „jeder unbedingt danach strebt, hierherzukommen“ und für England aufzulaufen. Auf den Einwand eines Reporters, dass Palmers verletzungsbedingter Rückzug trotz eines vollen 90-Minuten-Spiels für Chelsea letzten Freitag widersprüchlich wirke, antwortete Tuchel: „Es ist schwer, gegen das zu argumentieren, was Sie sagen.“ Das berichtet „Daily Mail“.
Tuchel: „Er verpasst einfach zu viele Gelegenheiten“
Er nannte als Gegenbeispiele Spieler wie Jude Bellingham, Morgan Rogers, Morgan Gibbs-White und Eberechi Eze, die sich alle im England-Camp befinden und verfügbar sind. Um anwesend zu sein, habe Gibbs-White seinen Dubai-Urlaub sogar nach nur einem Tag unterbrochen.
Seine Position verdeutlichte Tuchel unmissverständlich: „Ich bin nicht sein Freund. Ich bin sein Nationaltrainer und kann ihn nur nach dem beurteilen, was er für die Nationalmannschaft leistet, und er verpasst einfach zu viele Gelegenheiten.“ Der Coach bezweifelt die Verletzung von Palmer nicht, ebenso wenig wie die von Declan Rice und den beiden Manchester-United-Spielern Marcus Rashford und Kobbie Mainoo. Allerdings sei die hohe Anzahl von Palmers Absagen ein echtes Thema für ihn.
Tuchel erläuterte seine Sichtweise: „Mein Verständnis ist, dass Cole mit Unbehagen und Schmerzen spielt und auf höchstem Niveau nicht mit Unbehagen und Schmerzen antreten kann, also hat er sich zurückgezogen.“ Es sei jedoch ein Fakt, dass Palmer zu oft bei Lehrgängen fehle. „Ich möchte mich nur auf das verlassen, was ich persönlich miterlebe und in meinem Team sehe, und dafür muss man im Camp sein.“
Jedes Fehlen sei eine versäumte Gelegenheit, sich sportlich zu zeigen und in die Gruppe zu integrieren. „Diese Bruderschaft ist so wichtig, und man verpasst etwas, wenn man nicht da ist“, hob Tuchel hervor. Wer nicht anwesend ist, verliere den Bezug zur Weiterentwicklung der Mannschaft.
Davon abgesehen sprach Tuchel auch Sorgen hinsichtlich des von der FIFA festgelegten Länderspiel-Blocks mit vier Begegnungen an. Für die Spieler, die sich von der WM noch nicht gänzlich regeneriert haben, sei dies eine übermäßige Beanspruchung. „Ich glaube, die Spieler hätten drei kurze Fenster wie üblich bevorzugt“, meinte er und erinnerte an eine Partie zwischen den Niederlanden und Deutschland, in der es nach 36 Minuten schon drei verletzte Akteure gab.
Für die kommende Begegnung kündigte der Coach an, mit seiner besten Formation zu spielen. Auf der Position des Rechtsverteidigers herrscht dabei ein offener Wettbewerb. Trent Alexander-Arnold, nach einem Jahr Abwesenheit zurück im Aufgebot, konkurriert mit Jarell Quansah um einen Platz in der Anfangsformation. „Er kämpft mit Jarell um die Position“, erklärte Tuchel, versprach Alexander-Arnold jedoch eine gerechte Möglichkeit: „Er wird seine Chance bekommen, das Trikot zurückzuerobern.“
Letztlich sei es entscheidend, die Trainings-Performance auch im Spiel zu zeigen. Eine Nachahmung Spaniens schloss Tuchel aus, denn „die Kopie kann nicht besser sein als das Original.“ Gleichwohl unterstrich er, dass man von den Top-Teams lernen könne. Um ein Statement abzugeben, fordere er eine „komplette Leistung“. (red)
