Hin und zurück am selben Tag: Irans Nationalspieler werden sich laut einem iranischen Diplomaten nur kurz in den USA aufhalten dürfen. 15 Funktionäre sollen zudem noch kein US-Visum erhalten haben.
Schikane bei der WM 2026?Iran muss USA zwei Stunden nach Abpfiff verlassen
Die Nationalspieler des Iran werden nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko nur an den Spieltagen für ihre Partien bei der WM 2026 in die USA einreisen dürfen.
Noch am selben Tag müssten sie die Vereinigten Staaten wieder verlassen und in ihr Quartier im Nachbarland Mexiko zurückkehren, sagte Botschafter Abolfazl Pasandideh, wie Medien in der mexikanischen Stadt Tijuana berichteten.
Iran will sich aus Protest über die USA an die Fifa wenden
Insgesamt 15 Funktionäre des iranischen Fußball-Verbandes hätten bislang kein Visum für die Einreise in die USA zur am Donnerstag beginnenden WM erhalten, sagte der Botschafter vor Journalisten in Tijuana laut der spanischen Übersetzung eines Dolmetschers.
Man hoffe jedoch, dass sie noch vor dem ersten Spiel des Irans ein Visum erhalten. Zu ihnen zählt laut iranischen Medien auch Verbandspräsident Mehdi Tadsch.
Tadsch beklagte eine regelrechte Schikane und warf den USA Boshaftigkeit vor. Man wisse nicht, „welche weiteren Schandtaten die Amerikaner am Flughafen noch begehen werden“, sagte er laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Der Iran werde deshalb Protest beim Fußball-Weltverband Fifa einlegen, betonte der Verbandschef.
Der Iran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit den USA. Die Einreise der Nationalmannschaft in die Vereinigten Staaten hatte deshalb für Diskussionen gesorgt. Ende Mai erklärte der iranische Verband, sein Trainingslager aus dem US-Bundesstaat Arizona ins südlich von San Diego gelegene Tijuana zu verlegen. Dort wurde die Nationalmannschaft am Sonntag erwartet.
Die iranische Auswahl trifft jeweils in Los Angeles am 16. Juni (3.00 Uhr MESZ) auf Neuseeland sowie am 21. Juni (21.00 Uhr MESZ) auf Belgien. Das dritte Vorrundenspiel findet am 27. Juni (5.00 Uhr MESZ) in Seattle gegen Ägypten statt.
Das dritte Spiel findet erst um 20 Uhr Ortszeit statt, gemäß der US-Regeln blieben der Auswahl nach Abpfiff dann nur noch zwei Stunden, um das Land zu verlassen.
Angesichts der üppigen Medientermine inklusive Pressekonferenz ein extrem enger Zeitplan, zumal das Quartier im Tijuana rund 1800 Kilometer von Seattle entfernt liegt - das entspricht der Entfernung zwischen Hamburg und Madrid, bedeutet einen rund dreistündigen Flug. (dpa/bc)

