Nach dem Rücktritt von Sadio Mané verlässt auch Trainer Pape Thiaw das Team – allerdings nicht freiwillig.
„Verfahren eingeleitet“Nächster Trainer nach WM-Aus entlassen

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Pape Thiaw coachte die senegalesische Nationalmannschaft bei der WM, konnte die großen Erwartungen aber nicht erfüllen.
Nach dem enttäuschenden WM-Abschneiden stellt sich Senegals Fußball-Nationalmannschaft neu auf. Nach dem Rücktritt von Sadio Mané verlässt auch Trainer Pape Thiaw das Team.
Freiwillig räumt Thiaw allerdings nicht seinen Posten: Der senegalesische Fußballverband (FSF) teilte mit, „das Verfahren zur Beendigung der Tätigkeit des Nationaltrainers Pape Thiaw sowie seines gesamten Trainerstabs einzuleiten“. Dies sei im „übergeordneten Interesse des senegalesischen Fußballs notwendig“.
Nach WM-Drama: Emotionale Botschaft von Senegals Kapitän
Thiaw hatte 2024 übernommen. Der größte Erfolg seiner Amtszeit bleibt mit der skandalösen Kontroverse des Afrika-Cups verbunden. Im Januar gewann Senegal sportlich, verlor aufgrund der Vorfälle des chaotischen Spiels seinen Titel jedoch am Grünen Tisch an den Finalgegner Marokko.
Die WM in Nordamerika hatte im Sechzehntelfinale ein jähes Ende gefunden, nachdem Senegal die Gruppenphase mit nur einem Sieg überstanden hatte. In der K.o.-Phase schied das Team nach Verlängerung mit 2:3 gegen Belgien aus – obwohl es bis zur 86. Minute noch mit 2:0 geführt hatte.
Senegal-Kapitän Kalidou Koulibaly hatte nach der großen Enttäuschung in den sozialen Medien emotional Stellung zum unglücklichen Auftreten seines Teams bezogen. Die Nächte seien lang gewesen, schrieb der Verteidiger an das senegalesische Volk gerichtet und brachte seine große Enttäuschung zum Ausdruck.
Der 35-Jährige zeigte Verständnis für die Kritik aus der Heimat und bedankte sich für die Unterstützung. „Als Kapitän übernehme ich die volle Verantwortung für das Ausscheiden“, erklärte er. Alle würden ihren Teil der Verantwortung dafür tragen. Er könne allerdings nicht ruhig bleiben, „wenn Männer, die immer mit vollem Stolz Senegal repräsentiert haben, in ihrer Ehre angegriffen werden“.
Vom ersten bis zum letzten Tag bei diesem Turnier sei die Mannschaft „geeint, sich unterstützend und durch und durch professionell“ aufgetreten, erklärte Koulibaly. Zudem wies der Routinier Gerüchte zurück, wonach er Einfluss auf die Aufstellung genommen haben soll. In sportlichen Angelegenheiten habe immer der Trainer die Entscheidungen getroffen, versicherte Koulibaly. Und diese Entscheidungen seien auch respektiert worden.
Man wolle nun noch härter arbeiten, noch stärker zurückkommen und sich das Vertrauen der Bevölkerung wieder verdienen, kündigte der 105-malige Nationalspieler Koulibaly, der bei Al-Hilal in Saudi-Arabien spielt, zudem an.
Senegals Auftritt beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko wurde von diversen Unruhen begleitet. Zunächst war die Vertragssituation von Trainer Pape Thiaw ungeklärt. Zudem hatte es zu WM-Beginn Medienberichte gegeben, wonach einige Profis noch auf ausstehende Prämien des Verbands warten würden und sich zudem über die Ausstattung des Quartiers in New Jersey beschwert hätten. Thiaw hatte gewisse Unstimmigkeiten bestätigt. Jetzt muss er gehen. (red/dpa/sid)

