Verschwörungstheoretiker munkeln: Fifa-Boss Infantino bevorzugt Messi und Argentinien. Die Fakten sind bemerkenswert – aber längst nicht eindeutig.
Fifa-Häme im NetzWird Messi bei der WM bevorzugt?

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Fifa-Präsident Gianni Infantino hat sich längst als Messi-Fan hervor getan. Im Netz machen Verschwörungstheorien die Runde.
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KI-generierte Memes und Parodie-Videos um Fifa-Boss Gianni Infantino und Lionel Messi sind während der WM zu einem gigantischen viralen Trend im Internet geworden. Verschwörungstheoretiker munkeln: Argentinien werde bevorzugt, die WM sei längst entschieden.
Es heißt: Argentiniens Mannschaft profitierte von einer günstigen Auslosung, günstigen Schiedsrichterentscheidungen und noch vielem mehr. Aber was ist wirklich dran?
Zweifelhafte Entscheidungen, bemerkenswerte Statistiken
Im Auftaktspiel gegen Algerien trat Messi Aïssa Mandi von hinten auf die Achillessehne – der Schiedsrichter gab nur Gelb. Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich legte sich bei MagentaTV anschließend fest: „Das ist eine Rote Karte.“ Hätte Messi einen Platzverweis bekommen, hätte er mindestens gegen Österreich gesperrt gefehlt und zumindest theoretisch vier Tore weniger erzielt.
Die Behauptungen, die Weltmeisterschaft sei zugunsten von Lionel Messis Argentinien „manipuliert“ worden, haben dann nach dem umstrittenen Sieg gegen Ägypten (3:2) ihren Höhepunkt erreicht.
Im Achtelfinale gab es in der turbulenten Schlussphase mehrere strittige Entscheidungen pro Argentinien. Ägyptens Coach wütete: „Das war manipuliert!“ Allerdings: Keine der Szenen war eindeutig, Schiedsrichter Francois Letexier wurde für andere Entscheidungen auch gelobt.
Manche Statistiken, die im Netz Beachtung finden und vom „Telegraph“ analysiert wurden, lesen sich derweil bemerkenswert: Argentinien bekommt erst nach durchschnittlich 19,7 Fouls Gelb. England dagegen nach 7,7. Argentinien hat mehr Fouls begangen – erhielt aber halb so viele Verwarnungen.
Aber reicht das für eine Verschwörungstheorie? Zur Wahrheit gehört auch: Tschechien (37,0), Tunesien (27,0) und Norwegen (24,0) haben noch bessere Quoten für Gelbe Karten.
Fakt ist allerdings, dass schon bei der WM 2022 in Katar kein Team so viele Elfmeter bekam wie Weltmeister Argentinien (5). Auch dieses Jahr führt Argentinien die Statistik an. Zwei von drei Elfmetern verschoss Messi.
Auch Gianni Infantino wird in das Bild einer angeblichen Verschwörung um Messi eingefügt. Der Fifa-Chef schwärmte öffentlich vom Superstar, schickte ihm „herzliche Umarmungen“ im TV. Dazu passen öffentliche Lobreden auf den 39-Jährigen wie etwa beim lateinamerikanischen Sender DSports.
Interessant: Bei der Klub-WM 2023 bekam Inter Miami mit Messi den Vorzug vor LA Galaxy – welchen Anteil Infantino an dieser Entscheidung hatte, blieb aber unklar. (oke/dpa)

