Das Trainerbeben um Xabi Alonso treibt Schockwellen bis nach England. Dort steht nun eine Personalie wieder im Fokus.
„Boden unter seinen Füßen wankt“Nach Alonso-Beben: Jetzt zittert ein anderer Trainer
Das Kapitel Xabi Alonso und Real Madrid ist schon wieder beendet. Wird durch die Schockwelle nun das nächste Trainerbeben ausgelöst? In England kann man sich das gut vorstellen.
Es dauerte jedenfalls nicht lange, bis sich auf der Insel jemand an eine Aussage von Xabi Alonso vom 9. Dezember erinnerte. „Das ist sicherlich etwas, was ich (...) in Betracht ziehen würde“, sagte der damalige Coach der Königlichen vor einem Monat über eine mögliche Rückkehr zum FC Liverpool: „Man weiß nie, was die Zukunft bringt.“
Heikle Lage für Slot: Alonso war Wunschkandidat
Sie brachte eine Trennung in „gegenseitigem Einvernehmen“, wie Real am Montag mitteilte - „ein Erdbeben“, „eine Bombe“ und das Ende „eines Albtraums“, wie die spanische Presse urteilte.
Nur 232 Tage dauerte die Amtszeit des ehemaligen Leverkusener Meistermachers, der zwar am Star-Ensemble von Real zerschellte, aber trotzdem plötzlich der gefragteste Mann auf dem stets aufgeregten Trainermarkt ist.
„Gerade als Arne Slot seine Amtszeit in Liverpool zu stabilisieren begann, könnte der Boden unter seinen Füßen ins Wanken geraten sein“, kommentierte die „Sun“ mit Blick auf die heikle Lage des Teammanagers der Reds. Der frühere Liverpool-Profi Alonso nämlich war schon 2024 beim englischen Rekordmeister der Wunschnachfolger für Jürgen Klopp, damals aber noch an das Bayer-Projekt gebunden.
Stattdessen kam Slot, holte mit Klopps Kader den Titel und durfte danach Unsummen für Alonsos Lieblingsschüler Florian Wirtz und andere Stars ausgeben, nur um Liverpool „viel, viel schlechter zu machen“, wie die „Sun“ spottete. Kein Wunder also, dass Alonso bei den britischen Buchmachern sofort zum Favoriten auf Liverpools Trainer-Posten aufstieg – übrigens vor Bundestrainer Julian Nagelsmann und dem ewigen Klub-Idol Klopp.
Der beeilte sich, mit Blick auf das Beben zu betonen: „Das hat mit mir gar nichts zu tun und hat in mir auch nichts ausgelöst.“ Als Head of Global Soccer von Red Bull, beteuerte der 58-Jährige im Konzernsender ServusTV, sei er „am richtigen Ort“.
Real hat seinen Alonso-Nachfolger ohnehin schon gefunden: Álvaro Arbeloa rückt von der zweiten Mannschaft auf und debütiert am Mittwoch (21.00 Uhr) im Pokal-Achtelfinale bei Zweitligist Albacete Balompié. Der frühere Mitspieler Alonsos bei Liverpool, in Madrid und der spanischen Nationalmannschaft ist für das Real-Hausblatt „Marca“ „der neue Zidane“, auch mit Starcoach Pep Guardiola wurde er verglichen.
Er tritt ein schweres Erbe an. Alonso hatte in seinen 34 Spielen bei Real exakt dieselbe Bilanz vorzuweisen wie Hansi Flick zum Start beim FC Barcelona (24 Siege, sechs Niederlagen). Er scheiterte an den Zweifeln des allmächtigen Klubpräsidenten Florentino Pérez und dem launischen Kader.
Immerhin sieben Real-Profis versäumten es, sich am Montagabend via Social Media beim scheidenden Coach zu bedanken, darunter die Topspieler Jude Bellingham und Vinicius jr. Andere wie Kylian Mbappé oder Antonio Rüdiger verabschiedeten ihn mit warmen Worten.
Und jetzt nach England? Auch Manchester United ist auf der Suche, zudem kommt womöglich Manchester City infrage, sollte Guardiola den Klub im Sommer verlassen. Über diese Ziele hatte Alonso im Dezember aber nicht gesprochen. (are/sid)

