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Interview

„Sind es nicht würdig“Mario Basler wütet gegen Bayern-Profis – für den 1. FC Köln sieht er nur eine Hoffnung

Mario Basler als Sport1-Experte.

Mario Basler (hier am 9. Dezember 2023) sprach Klartext zu den aktuellen Bundesliga-Begegnungen.

Bayern München verliert nach 2:0-Führung noch in Heidenheim. Der 1. FC Köln gewinnt in allerletzter Sekunde sein Spiel gegen den VfL Bochum. Über die aktuellen Themen sprach Experte Mario Basler.

von Marcel Schwamborn (msw)

Der Bundesliga-Endspurt mit seinen teils irren Ergebnissen bietet reichlich Gesprächsstoff. Jemand, der gerne Klartext spricht, ist Mario Basler (55). Der Ex-Profi gewann mit dem FC Bayern München dreimal die Meisterschale.

Am Samstag (6. April 2024) ging es für den Europameister von 1996 auf anderes sportliches Terrain. Im Kölner Gloria nahm der ehemalige Nationalspieler an der Premiere des Darts-Events „Kölle Pally“ teil.

Mario Basler: Kölns größte Hoffnung ist der VfL Bochum

Zwischen den Duellen an der Scheibe kreisten seine Gedanken jedoch um die kurz vorher zu Ende gegangenen Begegnungen in der ersten und zweiten Liga. Im Gespräch mit EXPRESS.de gab Basler dann wie gewohnt Gas.

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Was sagen Sie zu Kölns verrücktem Last-Minute-Sieg gegen Bochum?

Mario Basler: Der Sieg war für den FC überlebenswichtig. In der 90. Minute war eigentlich der Abstieg besiegelt, jetzt gibt es wieder etwas neue Hoffnung. Ich wünsche Köln ja den Relegationsplatz, aber in meinen Augen ist Mainz wesentlich stabiler und stärker. Kölns größte Hoffnung sollte auf Bochum liegen. Die haben nun zwei bittere Spiele erlebt. Ich kann dem FC nur die Daumen drücken. Denn bei einem Abstieg sehe ich wegen der Transfersperre ganz düstere Zeiten auf den Verein zukommen.

„Der Herr Kemmling müsste heute richtig eins auf die Fresse kriegen“

Die besten Sprüche von Mario Basler

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Düster ist auch das, was Bayern München in Heidenheim veranstaltet hat.

Mario Basler: Das ist sehr fragwürdig, was die Bayern-Mannschaft veranstaltet. Da fehlt es einfach an der Einstellung. Das ist nicht das erste Spiel, wo es nicht läuft. Nach einer 2:0-Pausenführung muss ich von Bayern München etwas ganz anderes erwarten. Es fehlt einfach am Charakter bei einigen Spielern. Viele wussten bestimmt nicht mal, wo Heidenheim liegt. Die Spieler, die aktuell das Bayern-Trikot tragen, sind es eigentlich nicht würdig, für diesen Verein zu spielen.

Max Eberl hat schon einen größeren Umbruch im Kader angekündigt.

Mario Basler: Alles andere wäre auch fatal. Wir haben mit Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel jeweils Top-fünf-Trainer auf der Welt. Beide funktionieren nicht beim FC Bayern. Das zeigt doch, dass es innerhalb der Mannschaft nicht stimmt. Das hat nichts mit dem Trainer zu tun. Ich muss ehrlich sagen: Was diese Spieler sich seit Wochen erlauben, kotzt mich nur noch an, das ist so ein Armutszeugnis. Das, was in Heidenheim passiert ist, setzt allem die Krone auf.

Sollte sich der Verein für die letzten Wochen der Saison von Tuchel trennen?

Mario Basler: Ein Trainerwechsel macht doch gar keinen Sinn. Jetzt für vier, fünf Wochen noch jemanden da hinzustellen, das wäre der größte Schwachsinn. Das wäre noch bekloppter als die Idee, sich damals von Julian Nagelsmann zu trennen. Auch die Tatsache, dass der Vorstand schon vor Wochen öffentlich gesagt hat, dass Tuchel am Saisonende weg ist, gehört in die Kategorie. Damit hat man jedem Spieler ein perfektes Alibi gegeben.

Was sollen die Bosse tun?

Mario Basler: Ich hätte an Bayern-Stelle sogar mit Tuchel geredet, ob er nicht doch noch ein Jahr macht, einen Umbruch einleitet, bis dann eventuell Xabi Alonso zu haben wäre. Wenn man jetzt über eine Nagelsmann-Rückkehr spricht, hätte man auch Tuchel noch ein Jahr halten können.

Keine guten Aussichten vor dem Spiel gegen Arsenal.

Mario Basler: Wenn solch eine Niederlage etwas Gutes an sich haben kann, dann vielleicht für die Champions League am Dienstag. Die Spieler haben innerlich die Meisterschaft schon seit Wochen abgehakt. Viele haben nur noch den einen Wettbewerb im Kopf.

Mario Basler: Steffen Baumgart hat sich keinen Gefallen getan

Wie sehen Sie Ihren anderen Ex-Klub Kaiserslautern? Schafft der die Rettung?

Mario Basler: Dass sie im DFB-Pokal-Finale stehen, ist schön, aber die Priorität muss auf dem Klassenerhalt liegen. Wenn es Friedhelm Funkel nicht schafft, dann keiner. Ihn zu holen, war die beste Entscheidung. Aber da liegen die Dinge ähnlich wie beim Hamburger SV. Ein Trainer kann aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen. Die HSV-Mannschaft ist für mich nicht aufstiegsreif. Damit hat sich Baumgart keinen Gefallen getan, da mitten in der Saison anzufangen.

Also glauben Sie erneut nicht an einen HSV-Aufstieg?

Mario Basler: St. Pauli und Kiel sind in meinen Augen durch. Für mich ist Düsseldorf dahinter die bessere Mannschaft, sie spielen den besseren Fußball und dürften in die Relegation kommen.