Belgiens Sorgenkind Romelu Lukaku ist zurück! Bei seinem WM-Comeback erzwingt er sofort ein Tor – trotz Seuchen-Saison.
Lukaku-Wucht rettet BelgienNach Seuchensaison erzwingt der Stürmer sofort den 1:1-Ausgleich.

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Lukaku kam ins Spiel, schon fiel der Ausgleich.
Als hätte er das Tor selbst gemacht, fischte Romelu Lukaku (33) die Kugel aus dem Netz – doch das stimmte nicht. Bei seiner allerersten Aktion wuchtete der Rekord-Knipser der Belgier seine 95 Kilo in den Fünfer. Am Ende war es aber Mohamed Hany, der mit einem Eigentor für das 1:1-Resultat verantwortlich war.
Beim hitzigen WM-Beginn wurde der Ägypter von Lukaku derart bedrängt, dass ihm fast keine Wahl blieb. Etwa zwei Stunden danach schlenderte ein sichtlich gut gelaunter Lukaku mit monströsen schwarzen Kopfhörern durch die Mixed-Zone im Stadion von Seattle. Zu seinem Comeback auf der großen Fußballbühne wollte sich der 33-jährige Stürmer allerdings nicht äußern.
90 Tore für Belgien – und doch ein Problemfall
Das erledigten stattdessen andere für ihn. „Erster Ballkontakt, erstes Tor“, kommentierte sein Teamkollege Youri Tielemans – was aber faktisch falsch war. Denn: Der Ball wurde von Lukaku nicht einmal berührt. Die Hereinnahme des wuchtigen Stürmers, der eine absolute Seuchen-Saison durchmachte, drehte die Partie nach 64 blassen belgischen Minuten dennoch binnen Sekunden.

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Hätte noch das zweite Tor machen können: Lukaku.
Das war eine faustdicke Überraschung, denn exakt diese 64 Minuten sind Lukakus gesamte Einsatzzeit für den SSC Neapel. Und das in der kompletten abgelaufenen Saison. Ansonsten? Ein Streik beim Club, drei komplizierte Verletzungen und eine Zwangspause von beinahe 200 Tagen, die bis Mai andauerte. Als Sorgenkind reiste Lukaku also zur Nationalelf, für die er in seiner Karriere satte 90 Treffer markierte – 53 mehr als der Zweitplatzierte Kevin De Bruyne.
Garcia sieht schon jetzt „Happy End“
Jeder, der die erste Stunde belgischer Ideenlosigkeit gegen robuste Ägypter verfolgte, dem wurde in der Gluthitze Seattles klar: Dieses Team und die verbliebenen Stars der ungekrönten „Goldenen Generation“ sind auf Lukaku angewiesen. Womöglich bei einem wichtigen Wettbewerb zum letzten Mal. „Für den Moment ist es wundervoll, dass diese Geschichte ein Happy End bekommen hat“, erklärte Trainer Rudi Garcia.
Dennoch gibt es viele offene Fragen. Hält der ramponierte Körper des Sturmhünen? Was ist speziell mit seinen anfälligen Oberschenkeln? Und vor allem: Schafft Lukaku in der Sommerglut Amerikas mehr als die rund 25 Minuten vom WM-Auftakt?
Jungstars noch nicht in WM-Form
„Er muss definitiv noch an seiner Fitness arbeiten, aber das ist verständlich nach den vergangenen Monaten“, sagte Tielemans mit einer für den Fußball bemerkenswert klaren Ansage. Trotz aller physischen Defizite hätte Lukaku per Kopfball kurz vor Schluss fast noch den Siegtreffer erzielt.

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Mit aller Wucht: Lukaku ist ein Strafraumstürmer.
Lukaku gehört zu der Generation, die jahrelang mit dem Stempel des Geheimfavoriten zu Turnieren fuhr – aber nie ein großes Finale erreichte. Auch der starke Keeper Thibaut Courtois (34) und Spielmacher De Bruyne (34) zeigten gegen Ägypten, wie wertvoll sie für das Team von Garcia sportlich noch sind. Das wird auch notwendig sein, denn die nächste Generation um den jungen Star Jeremy Doku präsentierte sich noch nicht in WM-Verfassung.
Trainer stellt Lukaku Startelfeinsatz in Aussicht
Die Gruppenphase mit den anstehenden Partien gegen Iran und Neuseeland wird für Belgien kein Maßstab sein. So kann Lukaku weiter Spielpraxis bekommen, bevor es im Sechzehntelfinale richtig zur Sache geht. „Er kann auch von Anfang an spielen“, meinte Garcia über seinen Stürmer.
In diesem Ausgleichstreffer lag quasi die gesamte Symbolik der Lukaku-Debatte für Belgien. Der Angreifer startete den Sprint in den Fünfer und war mit seiner vollen Wucht da. Bei 30 Grad und knallender Sonne um 13.30 Uhr schien Lukaku aber auch nicht böse darüber, nach diesem ersten Kraftakt für eine Trinkpause schnell wieder an den Spielfeldrand zu können. (dpa/red)
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