„Weiß schon, wen ich streiche“Klopp sorgt vor Debüt für Spannung

Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Klassiker gegen die Niederlande.

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Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Klassiker gegen die Niederlande.

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Vor seinem ersten Länderspiel als Bundestrainer spricht Jürgen Klopp über die Aufstellung, seine Spieltagsrituale und den Preis eines DFB-Trikots

Jetzt wird es ernst für Jürgen Klopp. Am Donnerstagabend (24. September, 20.45 Uhr) trifft die deutsche Nationalmannschaft in Amsterdam auf die Niederlande – das erste Länderspiel des 59-Jährigen als Bundestrainer.

Einen Tag vor dem Klassiker hielt sich Klopp bei der Aufstellung noch bedeckt, formulierte aber klare Vorstellungen davon, wie sich seine Mannschaft künftig präsentieren soll.

„Die Jungs wollen unbedingt“

Besonders spannend ist die Besetzung der rechten Abwehrseite der deutschen Nationalmannschaft. Ob Josha Vagnoman oder Philipp Treu vom SC Freiburg beginnen wird, wollte Klopp noch nicht verraten. Auf die Frage, ob Vagnoman rechts hinten spiele, reagierte der Bundestrainer mit einem Lachen: „Können Sie schlafen, wenn Sie das heute Abend noch nicht wissen?“

Anschließend verwies Klopp auf die Niederländer: „Hat Xavi seine Aufstellung schon gegeben? Wenn ja, hätte ich sie gerne. Wenn ich sie hätte, würde ich über unsere Aufstellung auch sprechen.“ 

Vagnoman habe jedenfalls einen guten Eindruck hinterlassen. „Alle sind top drauf, haben einen super Eindruck hinterlassen“, sagte Klopp. „Wir steigen direkt in den Wettbewerb ein, ohne Testspiel.“ Auch Vagnoman sei in allen Trainingseinheiten gut gewesen und „könnte spielen“.

Eine weitere Personalentscheidung steht bereits fest. Einen Spieler muss Klopp für den Niederlande-Kader streichen. „Ich weiß schon, wen ich streiche, aber es kann über Nacht was passieren, deswegen werde ich es morgen sagen“, erklärte der Bundestrainer. Er habe bereits mit dem betroffenen Spieler gesprochen. Dieser werde beim nächsten Kader wieder dabei sein. „Es kann sich ja einer erkälten oder noch verletzen.“

Von einem Titelversprechen wollte Klopp nichts wissen. „Versprechen werde ich nichts“, sagte er. Was er versprechen könne, sei, „dass wir es auf jeden Fall probieren wollen“.

Klopp sieht bei der Nationalmannschaft zugleich eine Aufgabe vor sich. Es sei der Eindruck entstanden, Deutschland habe weniger Qualität als andere Nationen. „Wenn etwas nicht funktioniert, dann schaut man genauer drauf und versucht, Veränderungen herbeizuführen. Da sind wir jetzt dran.“

Seine Mannschaft müsse ihren Fußball teilweise anpassen und schneller werden. „Aber das haben wir schon getan, mal sehen, was wir morgen sehen“, sagte Klopp.

Dabei setzt der neue Bundestrainer vor allem auf das Potenzial seiner Spieler. „Alle Spieler, die dabei sind, haben in den Vereinen relativ häufig überperformt“, sagte Klopp. Bei der Nationalmannschaft sei dies zuletzt nicht immer zu sehen gewesen. Das solle sich ändern.

„Die Jungs wollen unbedingt. Es bedeutet den Jungs alles, für Deutschland zu spielen. Trotzdem ist der Eindruck da, dass es nicht so ist“, sagte Klopp. Gemeinsam wolle man einen Weg finden, diesen Eindruck zu verändern. Sein Ziel formulierte der Bundestrainer deutlich: „Wenn wir uns in dieser Konstellation treffen, soll es diese Tage geben, an denen wir über uns hinauswachsen.“

Für einen Lacher sorgte zudem die Frage nach dem Preis eines DFB-Trikots. Klopp gab zu, dass er schon gar nicht mehr wisse, was ein aktuelles Jersey kostet: „Jetzt wird's richtig unangenehm. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal für ein Trikot bezahlt habe.“