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Otto Rehhagel bekommt eigenen Kinofilm „King Otto“ feiert im November Premiere in Essen

Otto Rehhagel hält die EM-Trophäe in den Händen und betrachtet sie.

Griechenlands Trainer Otto Rehhagel betrachtet am 4. Juli 2004 mit Stolz den gewonnen Pokal bei der Fußball-EM.

In Griechenland wird Otto Rehhagel noch heute vergöttert. Er bescherte den Hellenen den größten fußballerischen Erfolg ihrer Geschichte. Bald gibt es Ottos Werk auf der Kinoleinwand zu sehen.

Essen. Otto Rehhagel (83) ging nicht nur durch seinen spektakulären Wechselfehler beim 1. FC Kaiserslautern 1998, als er mit dem Nigerianer Pascal Ojigwe (45) einen Nicht-EU-Ausländer zu viel eingewechselt hatte, in die Fußballgeschichtsbücher ein: In seiner Funktion als Trainer holte er 1992 mit Werder Bremen den Europapokal der Pokalsieger, führte den 1. FC Kaiserslautern 1998 direkt nach dem Aufstieg zur Deutschen Meisterschaft und gewann mit Griechenland überraschend den Europameister-Titel 2004. Über den Siegeszug bei der EM 2004 erscheint nun im November 2021 ein Kinofilm. In der Hauptrolle: Otto Rehhagel.

Rehhagel, der Ehrenbürger Athens

Rehhagel steht auf dem Platz und reißt vor Freude seine Arme in die Luft.

Rehhagel nach dem Gewinn der Europameisterschaft in Portugal am 4. Juli 2004.

Der Film trägt den Namen ,,King Otto‘‘. Es ist eine Anspielung auf Rehhagels Spitznamen. In Deutschland wurde er liebevoll König Otto genannt, im Zuge der Euro 2004 etablierte sich auch der Name Rehakles, angelehnt an den griechischen Sagenhelden Herakles.

Der unerwartete Triumph machte Rehhagel, der 2001 den Posten als griechischer Nationaltrainer übernahm, zu einem Volkshelden. Die Stadt Athen ernannte ihn nach der Sensation unverzüglich zum Ehrenbürger. Der Film feiert seine Premiere am 10. November 2021 in Essen, der Geburtsstadt von Rehhagel. Auch der Erfolgscoach selbst wird beim Kinostart in Essen zugegen sein.

Otto Rehhagel: Erfolg mit griechischem Catenaccio

Interessant: Der Fußball, den Rehhagel bei der besagten EM in Portugal spielen ließ, war für den neutralen Zuschauer nicht sonderlich attraktiv. Offensivspektakel? Fehlanzeige. Das Turnier der Griechen war geprägt von einem disziplinierten Defensivfußball. Ähnlich wie beim Catenaccio der Italiener bei der WM 2006 standen die Griechen tief, taten nur das Nötigste nach vorne.

Charisteas setzt nach dem 1:0-Treffer zu seinem Jubellauf an, seine Mitspieler reißen die Arme hoch, die Spieler der Portugiesen sind entsetzt.

Angelos Charisteas schießt das entscheidende Tor am 4. Juli 2004 im Finale gegen Portugal.

Das Finale gegen den favorisierten Gastgeber Portugal fand am 4. Juli 2004 in Lissabon statt. Für die Portugiesen liefen Deco, Luis Figo und Cristiano Ronaldo auf, Rehhagel stellte Traianos Dellas, Konstantinos Katsouranis und Theodoros Zagorakis dagegen. Am Ende gewannen die Hellenen mit 1:0. Ausgerechnet der einzige Bundesligaprofi im Kader der Griechen traf: Der Bremer Angelos Charisteas (41) erzielte in der 57. Minuten per Kopf das goldene Tor.

Rehhagel: „Ich habe die demokratische Diktatur eingeführt“

Auf die Frage, wie Rehhagel das Unmögliche möglich machen konnte, antwortete Rehhagel nach dem EM-Triumph humorvoll: „Die Griechen haben die Demokratie erfunden. Ich habe die demokratische Diktatur eingeführt.“

Otto Rehhagel ist im Profil zu sehen, er trägt eine Hertha-Trainingsjacke.

Otto Rehhagel als Trainer von Hertha BSC am 17. März 2012 beim Spiel gegen Bayern.

Als aktiver Fußballer spielte Rehhagel für seinen Heimatverein Rot-Weiss Essen, für Hertha BSC und für den 1. FC Kaiserslautern. Als Trainer war er neben seiner Station bei den Roten Teufeln unter anderem auch bei Borussia Dortmund und Bayern München tätig. Seine letzte Station als Trainer war Hertha BSC im Jahr 2012.

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