Klage, Trump, Ticket-Zoff: Infantinos WM versinkt im Chaos.
Infantinos WM-AlbtraumFünf große Probleme belasten den FIFA-Boss vor dem Start

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Die Nähe zu Donald Trump (l) wird FIFA-Präsident Gianni Infantino von Kritikern vorgeworfen. (Archivbild)
Zoff, Anzeige, Trump-Zirkus: Fünf Brandherde machen Infantinos WM zum Albtraum Das größte Fußballfest der Geschichte sollte es werden. Aber kurz vor Anpfiff steht das Mega-Event auf der Kippe. FIFA-Präsident Gianni Infantino hat alle Hände voll zu tun, denn die Sorgenfalten werden immer tiefer.
Unmittelbar vor Beginn der gigantischen WM zeigte sich FIFA-Boss Gianni Infantino lächelnd neben Donald Trump im Regierungssitz der USA. Er tönte, es werde die „großartigste und inklusivste Weltmeisterschaft der Geschichte“. Aber während sich Infantino auf die Eröffnung am Donnerstag im Aztekenstadion vorbereitet, werden die Bedenken lauter. Von Einreise-Stopps über Ticket-Abzocke bis hin zu einer Klage – die Liste der Sorgen für Infantino ist lang.
Baustelle 1: Platinis späte Rache – Klage gegen den FIFA-Boss
Gerade erst hatte Infantino im Central Park von New York einige neue Bolzplätze eröffnet, da wurde er von alten Geschichten eingeholt. In Frankreich reichte der ehemalige UEFA-Chef Michel Platini (70) eine Strafanzeige gegen den FIFA-Präsidenten ein. Der Vorwurf: Eine Intrige soll vor mehr als einem Jahrzehnt seine Wahl an die FIFA-Spitze vereitelt haben. Anstelle der französischen Ikone übernahm Infantino damals die Führung des Weltfußballverbands.
Baustelle 2: Alles nur eine Trump-Inszenierung?
Wie sehr wird das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada am Ende nur eine große Bühne für Trump? Sicher ist: Beim Endspiel am 19. Juli wird der amerikanische Präsident die Trophäe übergeben. Infantino und Trump verbindet seit langer Zeit eine besondere Männerfreundschaft, welche die „New York Times“ als „Bromance“ betitelte. Der Gipfel dieser Verbindung war, als Trump einen eigens geschaffenen Friedenspreis der FIFA erhielt.
Darüber hinaus kooperiert der Weltfußballverband mit dem kontroversen Friedensrat von Trump. Bei einem Treffen zeigte sich Infantino sogar mit einer roten Kappe, auf der „USA“ stand. Der britische „Guardian“ kommentierte dies scharf: „Das Problem ist das Ausmaß der Bereitschaft der FIFA und von Gianni Infantino, als Steigbügelhalter, Verbündeter und de facto Propagandawerkzeug für Donald Trumps Regime zu fungieren.“
Baustelle 3: Einreise-Albtraum – die USA machen dicht
Die strikten Einreisebestimmungen der Vereinigten Staaten bereiten der FIFA gewaltige Schwierigkeiten. Dem Unparteiischen Omar Artan aus Somalia, der für das Turnier vorgesehen war, wurde der Zutritt verwehrt – als Grund wurden Sicherheitsbedenken genannt. Ohnmächtig erklärt die FIFA, dass sie in die Immigrationsprozesse nicht involviert sei.
Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. 15 Offiziellen aus dem Iran wurde nach eigenen Aussagen ein Visum verweigert. Die iranische Nationalmannschaft hat lediglich die Erlaubnis, für die Spiele in die USA zu kommen und muss direkt im Anschluss wieder in ihr Lager nach Mexiko reisen. Dies steht im klaren Gegensatz zu den WM-Regeln, welche eine Anreise fünf Tage vor der ersten Partie fordern. Von Schwierigkeiten berichten ebenfalls Personen aus Haiti, dem Senegal, der Elfenbeinküste sowie dem Irak. Laut dem Internationalen Verband der Sportpresse (AIPS) erhalten sogar Medienschaffende aus dem Iran und afrikanischen Staaten keine oder nur limitierte Visa.
Baustelle 4: Ticket-Abzocke – Fans stinksauer
Die Wut über die WM-Karten kocht hoch. Für zahlreiche Anhänger sind die Kosten unbezahlbar und preiswerte Karten sind Mangelware. Mittlerweile untersucht sogar die amerikanische Justiz, ob die Ticketvergabe irreführend war. Die Vereinigung „Football Supporters Europe“ reichte schon eine Klage bei der Europäischen Kommission ein.
Im Zentrum der Empörung steht vor allem die offizielle Wiederverkaufsplattform, wo Eintrittskarten zu horrenden Summen den Besitzer wechseln. Die FIFA rechtfertigt diesen Marktplatz als gängige Praxis in den Vereinigten Staaten und Kanada – und kassiert dabei ordentlich ab: Etwa 30 Prozent der Gebühren fließen direkt an den Verband.
Baustelle 5: Spieler-Kollaps? XXL-WM wird zum Gesundheitsrisiko
Das Turnier mit 48 Mannschaften und 104 Partien ist nicht nur das umfangreichste in der Historie, es stellt auch eine enorme Strapaze für die Athleten dar. Wissenschaftler schlagen im Fachblatt „Sports Medicine“ Alarm, dass eine Weltmeisterschaft noch nie eine „solchen Kombination von extremen Umweltfaktoren“ wie enorme Hitze, hohe Luftbelastung, weite Reisewege und große Höhen aufwies.
Zum Schutz der Fußballer führte die FIFA zwar obligatorische Erfrischungspausen von drei Minuten je Spielhälfte ein. Internationalen Fachleuten geht diese Regelung aber nicht weit genug. Sie verlangen in einem öffentlichen Schreiben zusätzliche Schritte, darunter ausgedehntere Unterbrechungen oder sogar Spielabsagen, wenn das Thermometer über 28 Grad klettert. (dpa/red)
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