Muss Julian Nagelsmann als Bundestrainer gehen? Ja, findet Mats Hummels, gibt aber zu, dass er befangen ist.
„In eine Richtung gedrängt“Hummels gibt zu: Nicht objektiv bei Nagelsmann

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Unmittelbar nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft hat Mats Hummels mit dem DFB-Team und Bundestrainer Julian Nagelsmann abgerechnet und Konsequenzen gefordert. Einen Tag später meldete er sich erneut zu Wort.
Im Gespräch mit Moderatorin Laura Wontorra ließ der MagentaTV-Experte dabei durchblicken, dass ihm eine objektive Analyse schwerfalle. Denn Hummels hegt noch immer einen Groll gegen den Bundestrainer – das gab der Weltmeister ganz offen zu.
Hummels: Bis heute keine Aussprache mit Nagelsmann
Als Wontorra ihn vor dem Spiel Frankreich gegen Schweden die direkte Frage nach Nagelsmanns Zukunft stellte – „Ist er aus deiner Sicht noch der Richtige?“ – antwortete Hummels ehrlich: „Es ist nicht ganz einfach.“
Hummels erinnerte an die Heim-EM vor zwei Jahren, für die er von Nagelsmann nicht nominiert worden war. „Da ist nicht alles sehr fair und ehrlich mit mir gelaufen“, so der ehemalige Nationalspieler, der vor der EM bei Borussia Dortmund noch Stammspieler und Leistungsträger war.
Eine Aussprache habe es zwischen ihm und dem Bundestrainer bis heute nicht gegeben. „Das glaube ich, müssen wir irgendwann mal in einem privaten Gespräch auch nochmal aufräumen“, sagte Hummels. „Das ist nicht passiert bisher und deswegen bin ich logischerweise auch ein bisschen emotional in eine Richtung gedrängt.“
Anschließend bemühte er sich dennoch um Objektivität, kam aber zu dem Schluss: „Wenn man die ganze Faktenlage so sieht, würde ich sagen, es muss sich auf der Trainerposition was verändern.“ Hummels spricht sich also für ein Ende der Nagelsmann-Ära aus, steht damit unter den Experten alles andere als alleine da.
Nagelsmanns Verhalten nach dem Spiel kritisierte Hummels ebenfalls, gab aber zu, dass sich nach einer Niederlage fast niemand perfekt verhalte. „Du kannst im Moment des Ausscheidens fast nichts richtig machen. Es wird dir alles negativ ausgelegt“, so Hummels.
Konkret bemängelte er jedoch, dass Nagelsmann nach dem Ende des Spiels in sich gekehrt auf der Bank gesessen hatte, statt bei den Spielern zu sein. „Menschlich ist das absolut nachvollziehbar. In der Rolle muss man wahrscheinlich trotzdem direkt zur Mannschaft gehen und direkt irgendwie da Präsenz zeigen und eben, so doof es klingt, auch auf den Bildern vom Ausscheiden zu sehen sein“, fand Hummels.
Auch Nagelsmanns Interviews seien nicht optimal gewesen. „Ich fand auch, dass es zu schmallippig war, dass es manchmal ein bisschen patzig rüberkam. Das ist so, das lässt sich nicht von der Hand weisen. Ich glaube, das ist eine große Baustelle, die du, wenn du Nationaltrainer bist, einfach auch noch verbessern musst.“
