FIFA-Hammer! Hand vorm Mund kann bei der WM Rot geben.
Schluss mit dem VersteckspielFIFA-Regel: Wer die Hand vor den Mund hält, kann Rot sehen

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Gianni Infantino ist ein Freund der neuen Regel. (Archivbild)
Rote Karte für eine Hand vorm Mund? Was wie ein Witz klingt, wird bei der WM bitterer Ernst. Die FIFA macht Schluss mit versteckten Botschaften auf dem Platz. Eine Geste, die jeder kennt, könnte Karrieren kosten.
Auf Drängen von FIFA-Boss Gianni Infantino haben die Regelwächter vom International Football Association Board (Ifab) in Vancouver eine explosive Neuerung verabschiedet. Bei der kommenden Fußball-WM kann ein Spieler vom Platz fliegen, wenn er sich in einem Streit mit einem Gegenspieler die Hand vor den Mund hält. Laut Ifab soll damit diskriminierendem Verhalten ein Riegel vorgeschoben werden.
Ob diese Regelung auch bald in der Bundesliga oder der Champions League angewendet wird, liegt vorerst in der Hand der jeweiligen Veranstalter. Auf eine Anfrage der dpa erklärte das Ifab jedoch, es sei denkbar, dass die Vorschrift auf lange Sicht zu einem festen Teil des Regelwerks wird.
FIFA-Boss Infantino: „Wer nichts zu verbergen hat, braucht die Hand nicht“
Gianni Infantino selbst hatte schon vor rund zwei Monaten bei Sky eine unmissverständliche Position bezogen. „Wenn ein Spieler seinen Mund bedeckt und etwas sagt und dies rassistische Folgen hat, dann muss er natürlich vom Platz gestellt werden“, äußerte der FIFA-Präsident. Spieler nutzen die Geste auf dem Feld oft, um ihre Worte vor der Öffentlichkeit zu verbergen.
„Das ist etwas, das ich ohnehin nicht verstehe: Warum muss ein Spieler seinen Mund zudecken, wenn er etwas zu einem anderen Spieler sagt?“, fragte Infantino. In einer solchen Situation müsse man annehmen, dass auf dem Rasen etwas Unangebrachtes geäußert wurde. „Wenn man nichts zu verbergen hat, hält man sich beim Sprechen nicht den Mund zu. So einfach ist das“, stellte der FIFA-Chef klar.
Zoff um Vinícius Júnior war der Auslöser
Ins Rollen kam die ganze Diskussion nach einem Eklat in der Champions League. Im Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon zog sich Benfica-Profi Gianluca Prestianni während einer Konfrontation mit Real-Superstar Vinícius Júnior sein Trikot vors Gesicht.
Der Verdacht stand im Raum, Prestianni habe sich rassistisch geäußert, was dieser aber abstritt. Am Ende sperrte die UEFA den Argentinier für sechs Partien, wovon drei zur Bewährung ausgesetzt wurden – allerdings wegen einer homophoben Bemerkung. Dieser Vorfall brachte die Debatte aber erst richtig in Gang.
Härtere Strafen auch bei Protest gegen den Schiri
Doch das ist nicht die einzige Verschärfung für die anstehende WM. Auch Akteure, die aus Protest gegen eine Entscheidung des Unparteiischen das Spielfeld verlassen, müssen mit einer Roten Karte rechnen. Gleiches droht Funktionären, die ihre Spieler dazu anstiften.
Sollte eine Mannschaft auf diese Weise einen Spielabbruch provozieren, wird das Spiel pauschal für das gegnerische Team gewertet. Diese Neuerung greift ebenfalls bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko, die am 11. Juni startet. (dpa/red)
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