Nagelsmanns WM-Joker: Darum ist Ouédraogo dabei.
Köln-Star geht leer ausNagelsmann nominiert Ouédraogo statt FC-Shootingstar El Mala

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Was für ein Länderspieldebüt: Assan Ouédraogo bejubelt mit Nick Woltemade sein Joker-Tor beim 6:0 gegen die Slowakei. (Archivbild)
Während seine Teamkollegen in Chicago den finalen freien Tag auskosteten, war der Ersatz für den unglücklichen Lennart Karl schon im WM-Quartier. Assan Ouédraogo (20) traf nach seiner unerwarteten Berufung bereits am Sonntag in Winston-Salem ein. Er bezog als Erster das noble Teamhotel „The Graylyn Estate“.
Der Profi von RB Leipzig wurde mit einem warmen „Welcome to Graylyn“ begrüßt. Anschließend ließ sich der 20-Jährige mit einem Golf-Wagen über das riesige Gelände fahren. Der gesamte DFB-Tross rund um Bundestrainer Julian Nagelsmann wird dort erst heute erwartet.
Warum Ouédraogo? Und nicht Köln-Juwel El Mala?
Wieso er? Und nicht ein Talent wie Kölns aufstrebender Stern Said El Mala (19)? Diese Frage beschäftigt zahlreiche Anhänger – und auch Fachleute. „Ja, es war auch für mich überraschend. Aber Julian Nagelsmann hat sich ganz sicher etwas dabei gedacht“, äußerte sich zum Beispiel Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus.

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Vor den Teamkollegen verbrachte der nachnominierte Assan Ouédraogo schon eine Nacht im schlossähnlichen DFB-Teamhotel.
Wer die Bundesliga nicht genau kennt, fragte sich vielleicht: Assan, wer? Der Anruf des Bundestrainers erwischte Ouédraogo selbst eiskalt. Nagelsmann meldete sich bei ihm im Spanien-Urlaub, direkt nachdem sich Bayern-Talent Karl am Oberschenkel verletzt hatte. Ouédraogo beschrieb die Situation in Marbella so: „Als Julian Nagelsmann mir gesagt hat, dass ich nun dabei bin, musste ich den Moment erst einmal kurz verarbeiten und realisieren, bevor ich direkt meine Sachen gepackt habe“.
Koffer packen, in den Flieger nach Amerika steigen, Weltmeisterschaft statt Ferien – so rasant geht es im Fußballgeschäft. „Es ist eine Riesenehre und macht mich sehr stolz, Deutschland bei der WM mitzuvertreten“, erklärte das junge Talent.
Logische Wahl für Bundestrainer Nagelsmann
Der Bundestrainer wählte bewusst keinen offensichtlichen Ersatz für Karl, wie den 19-jährigen El Mala oder den bewährten Stuttgarter Chris Führich. Für Nagelsmann stand die Entscheidung fest. „Wir wollten unbedingt einen jungen Spieler mitnehmen und haben uns für den entschieden, der bei uns mit Lenny zusammen den besten Eindruck hinterlassen hat.“

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Im vergangenen November trainierten sie gemeinsam bei der DFB-Auswahl: Said El Mala (l) und Assan Ouédraogo. (Archivbild)
Die Rede ist von Ouédraogo, der durch seine Geschwindigkeit, Technik und Kraft überzeugt. Diese Stärken kann er im Angriff sowohl in der Mitte als auch auf den Flügeln ausspielen. Ein weiterer Pluspunkt: Nach dem Ende der Bundesliga-Saison war er mit seinem Klub noch auf einer Tour in Südafrika, bei der auch gespielt wurde. „Er ist total im Saft und im Rhythmus“, erläuterte Nagelsmann.
Für den 1,92 Meter großen Spieler ist die Nationalmannschaft kein unbekanntes Terrain. Er wurde beim FC Schalke 04 geformt und machte 2024 mit seinem Transfer nach Leipzig den nächsten Schritt in seiner Laufbahn. Sein Debüt gab er im letzten November beim WM-Qualifikationsmatch gegen die Slowakei für 14 Minuten. Dabei gelang ihm im heimischen Stadion in Leipzig auf Anhieb der Treffer zum 6:0-Endresultat.
Tor beim Debüt – jetzt trägt er Karls Nummer 25
Als Einwechselspieler ist er also bereits eine Option. Dieses starke Debüt sollte eigentlich sein Ticket für die WM sein. Aber Ouédraogo hatte in seiner jungen Laufbahn auch schon viel Verletzungspech. Eine Knieverletzung setzte ihn im WM-Jahr für längere Zeit außer Gefecht. Daher fühlt er mit Lennart Karl mit („Es tut mir sehr leid für ihn“). Von ihm erbt er nicht nur den Platz im Team, sondern auch das Trikot mit der Nummer 25.
Eventuell kann Ouédraogo bei seinem WM-Abenteuer an Karls Leistung anknüpfen. „Mit Assan bekommen wir einen Spieler dazu, der ähnlich wie Lenny einen klasse Einstand bei uns hatte“, meinte Nagelsmann: „Er ist ebenfalls hochtalentiert und soll hier mutig und unbeschwert aufspielen.“ Den Titel als Erster im WM-Quartier hat er sich schon gesichert. (dpa/red)
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