Trainingslager in der Wüste BVB und Bayern im Kreuzfeuer der Kritik

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"Scheiss auf Menschenrechte - Ab nach Dubai" hieß es auf einem riesigen Banner der Dortmunder Fans.

Für ihre Wintervorbereitung zieht es die Teams der Fußball-Bundesliga traditionell ins Warme. Doch besonders die Trainingslager der Aushängeschilder Bayern München und Borussia Dortmund sorgen auch für politische Diskussionen.

Eine erneute Debatte um die politische Bedeutung des Wintertrainingslager in Katar will Karl-Heinz Rummenigge diesmal im Keim ersticken. „Niemand sollte Dinge vermischen, die nicht zusammengehören“, forderte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München energisch.

Zwar wisse man beim FC Bayern um die Unterschiede zur Kultur in Deutschland, aber: „Ein Trainingslager ist keine politische Äußerung.“ Doch auch dem Bayern-Boss dürfte bewusst sein, dass sich der Bundesligaprimus erneut den Vorwurf gefallen lassen muss, durch sein Gastspiel in Katar ein klares Statement für Menschenrechte vermissen zu lassen.

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Karl-Heinz Rummenigge muss sich wegen des Trainingslagers in Katar verantworten.

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BVB-Fanmagazin kritisiert Verein scharf

Gerade erst hat das umstrittene Gastgeberland der WM 2022 die Reform des international stark kritisierten Kafala-Systems auf Ende 2016 verschoben. Im Vorjahr war besonders nach der Reise zu einem Testspiel in Saudi-Arabien Kritik aus der Politik und aus den Reihen der eigenen Fans laut geworden.

Auch beim Ligazweiten Borussia Dortmund, der sein Lager in diesem Jahr in Dubai aufschlägt, war man sich der Brisanz der eigenen Entscheidung vor diesem Hintergrund offenbar bewusst. Der BVB verteidigte sich deshalb schon einmal präventiv: Man habe einige lukrative Testspiel-Angebote abgelehnt, weil in den jeweiligen Ländern „die Menschenrechts-Situation nicht mit den Maßstäben von Borussia Dortmund in Einklang zu bringen sei“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Genützt hat diese Strategie allerdings wenig, denn Kritik vom eigenen Anhang gab es dennoch. Die Reise verrate „alle Werte, für die der BVB sonst einsteht“, urteilte etwa das Fanmagazin „schwatzgelb.de“. Die Fans beriefen sich dabei unter anderem auf Menschenrechtsorganisationen, die Folter und Diskriminierung in Dubai und den Vereinigten Arabischen Emiraten anprangern, und forderten einen Verzicht auf das Trainingslager.

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Peter Stöger und Jörg Schmadtke bleiben mit dem FC daheim.

Die halbe Liga reist in die Türkei

Ruhrpott-Rivale Schalke 04 ging einer derartigen Diskussion aus dem Weg. Für die Königsblauen, die ihre Wintervorbereitung zuletzt viermal in Folge unter der Wüstensonne Katars abgehalten hatten, geht es 2016 in die USA.

Ebenso wie Bundesliga-Rivale Bayer Leverkusen feilen die Schalker beim Trainingslager nahe der Disney-Welt von Orlando auch an ihrer Außenwahrnehmung. „Die USA sind für uns ein wichtiger Markt“, sagte Marketingvorstand Alexander Jobst.

Beliebtestes Reiseziel der Bundesligisten ist auch in diesem Winter die Türkei. Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, Hannover 96, der Hamburger SV und der VfB Stuttgart beziehen im Küstenort Belek Quartier. Zudem verschlägt es Aufsteiger Darmstadt 98 nach Antalya.

1899 Hoffenheim nimmt dagegen wie im Vorjahr den langen Flug nach Johannesburg/Südafrika in Kauf, Mainz 05 und der FC Augsburg haben nach Andalusien zumindest auf dem Papier die kürzeste Anreise.

Köln und Ingolstadt bleiben zuhause

Gleich ganz auf eine strapaziöse Reise verzichten der 1. FC Köln und der FC Ingolstadt. Beide Teams absolvieren ihre Rückrunden-Vorbereitung in heimischen Gefilden. „Wir würden durch die ohnehin kurze Phase vor dem Auftakt durch je einen An- und Abreisetag aus einem Trainingslager noch zusätzlich zwei wertvolle Trainingstage verlieren“, erklärte FCI-Sportdirektor Thomas Linke, und auch Kölns Trainer Peter Stöger meinte: „Es passte terminlich nicht in unser Vorbereitungskonzept.“

(sid/dhe)

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