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Von Tuchel zum Bankdrücker degradiertVerlässt dieser Star den FC Bayern im Sommer beleidigt?

Thomas Tuchel vor der Bank beim Bayern-Auswärtsspiel in Leverkusen.

Trainer Thomas vom FC Bayern vor der Ersatzbank in Leverkusen am 10. Februar 2024 mit Raphael Guerreiro, Thomas Müller, Eric Maxim Choupo-Moting und Matthijs de Ligt (v.l.nr.).

Bayern-Coach Thomas Tuchel steht nach seiner missglückten Aufstellung im Topspiel bei Bayer Leverkusen in der Kritik. Ein Star steht im Abseits  – und vor dem Absprung.

von Denis Canalp (can)

Thomas Tuchel (50) hat mit dem FC Bayern das Topspiel bei Bayer Leverkusen 0:3 verloren – und erhält für seine gewählte Taktik und Aufstellung mächtig Gegenwind. Doch das sind nicht die einzigen Folgen der bitteren Bundesliga-Pleite am Samstagabend (10. Februar 2024).

Fünf Punkte Rückstand auf die Werkself haben die Bayern schon in der Tabelle. Die Meisterschaft scheint damit schon verspielt zu sein, bevor es in die heiße Schlussphase der Bundesliga-Saison geht.

Thomas Tuchel muss aktuell nicht um seinen Job fürchten

Im DFB-Pokal sind die Tuchel-Bayern schon länger nicht mehr vertreten und an einen Sieg in der Champions League glauben selbst Optimisten nicht. Es droht eine titellose Spielzeit in München, da brodelt es natürlich an der Säbener Straße.

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Der Job von Tuchel ist derzeit nicht in Gefahr, wie Klub-Boss Jan-Christian Dreesen (56) am Sonntag deutlich betonte. Ob diese Job-Garantie auch noch für den Sommer gilt, darf jedoch ohne weitere Trophäe bezweifelt werden. Entscheidend werden bei der Tuchel-Analyse nach Saisonende zwei Dinge sein: das Abschneiden der Mannschaft und die Verfügbarkeit von Alternativen wie der derzeitige Leverkusen-Trainer Xabi Alonso (42).

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Und für diese Zukunft werden die Weichen auch erst in ein paar Wochen oder Monaten gestellt. Aktueller sind die Sorgen eines einstigen Bayern-Leistungsträgers, der unter Tuchel alles andere als gesetzt ist – und auch in Leverkusen mal wieder zum Bankdrücker degradiert wurde.

Die Rede ist von Matthijs De Ligt (24). Der Niederländer schmorte bei der Topspiel-Klatsche 90 Minuten auf der Ersatzbank, wollte nach dem Spiel in den Katakomben nichts sagen. Fakt ist: Der Oranje-Verteidiger, der im Sommer 2022 für stolze 67 Millionen Euro Ablöse von Juventus Turin kam, ist bei Tuchel nur noch Innenverteidiger Nummer vier!

Tuchel setzte in der BayArena überraschend auf eine Fünferkette mit drei Innenverteidigern. Die noch größere Überraschung: Tuchel zog De Ligt den erst im Winter aus Tottenham verpflichteten Eric Dier (29) im Abwehrzentrum vor – ein Affront gegen den eigentlichen Abwehrchef.

Ob ihm das bei Thomas Tuchel hilft? Didi Hamann schwärmt von Matthijs De Ligt

Und De Ligt findet auch prompt in Sky-Experte Didi Hamann (50) einen prominenten Fürsprecher: „Jetzt kommt Kim vom Asien-Cup zurück – und spielt. Upamecano war zwei Wochen verletzt, trainiert wieder eine Woche – und spielt. Dier kommt als Ergänzungsspieler – und spielt jetzt vor de Ligt. Was soll sich ein de Ligt jetzt denken?“, fragte der ehemalige Bayern-Profi und brach in der Talkshow „Sky90“ eine Lanze für den Niederländer.

Hamann ist noch nicht fertig mit seiner Kritik: „Er hat sich in der Vorrunde schon ruhig gehalten, hat vielleicht die eine oder andere Verletzung zu viel gehabt, aber die letzten Spiele war er wahrscheinlich der solideste Abwehrspieler“, meinte Hamann und fügte hinzu: „Wenn du die Champions League gewinnen willst, wirst du einen de Ligt brauchen.“

Fraglich, ob De Ligt diese Unterstützung bei Tuchel hilft. Der Bayern-Trainer und der Sky-Experte liefern sich schon seit Monaten einen verbalen Schlagabtausch, der kürzlich erst seinen vorläufigen Höhepunkt fand, nachdem Tuchel die Entschuldigung Hamanns nicht angenommen hatte, weil er diese als nicht glaubwürdig empfand.

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Und was sagt De Ligt zu dem Thema? Die 1,89 Meter große Abwehr-Kante schweigt. Auf die Nachfrage eines Journalisten in der Mixed Zone, ob er denn fit gewesen sei, sagte er lediglich ein Wort: „Topfit“. Innerlich brodelt es wohl in dem Führungsspieler, der bereits mit 18 Jahren Kapitän bei Ajax Amsterdam war. 

In der laufenden Spielzeit kommt De Ligt in allen Wettbewerben auf insgesamt 16 Einsätze. Ein Innenbandriss im Knie bremste ihn wochenlang aus, doch auch fit scheint er bei Tuchel keine guten Karten zu besitzen, was lediglich sieben Einsätze über die vollen 90 Minuten und sechs Spiele mit weniger Spielzeit als 30 Minuten eindrucksvoll dokumentieren.

Besonders irritierend für De Ligt: In der vergangenen Woche durfte er beim 3:1 über Borussia Mönchengladbach über 90 Minuten ran, zeigte eine ordentliche Leistung und köpfte das entscheidende 3:1 in der Schlussphase. Eine Woche später waren seine Dienste bei Tuchel dann nicht mehr gefragt.

Thomas Tuchel steht auf andere Innenverteidiger

Seine Konkurrenten Dayot Upamecano (25) und Minjae Kim (27) kommen beide auf 23 Einsätze, standen dabei beide jeweils 22 Mal in der Startformation. Zahlen lügen nicht, das französisch-südkoreanische Duo hat bei Tuchel die Nase klar vorn. Und jetzt rutschte auch noch Not-Transfer Dier in der Verteidiger-Hierarchie vor De Ligt, kam in vier Spielen zum Einsatz und stand dreimal in der Startelf.

Ein weiteres Indiz dafür, dass De Ligt bei den Bayern nicht mehr allzu hoch im Kurs steht: Schon im Winter buhlte Tuchel um Barca-Abwehrspieler Ronald Araujo (24) – der Uruguayer soll um die 80 Millionen Euro kosten und der absolute Wunschspieler von Tuchel sein.  Gerüchte gibt es auch um Leverkusens deutschen Nationalspieler Jonathan Tah (28). 

Wie lange schaut sich De Ligt das noch an? Manchester United soll bereits Interesse an einem Transfer signalisiert haben. De Ligts Vertrag in München läuft noch bis Juli 2027. Derzeit stehen die Zeichen aber auf vorzeitige Trennung. Oder spekuliert der Niederländer darauf, dass Tuchels Zeit bei den Bayern früher ablaufen könnte – und hofft auf einen Neuanfang unter Tuchels Nachfolger?